Glühwein, Punsch und Konsorten

Gefährliche Warmmacher

published: 30.11.2008

In der Gruppe vergessen viele Punschfans leicht, wo ihre Grenzen liegen (Foto: Public Address)In der Gruppe vergessen viele Punschfans leicht, wo ihre Grenzen liegen (Foto: Public Address)

Mit der Clique gemütlich über den Weihnachtsmarkt gebummelt, erfolgreich einige Weihnachtsgeschenke erstanden und dann ab zum Treff am Glühweinstand? Mit kalten Fingerspitzen und kühler Nase halten viele Besucher den Stopp am Punschstand für eine gute Idee, um sich gründlich aufzuwärmen. Leider trügt das warme Versprechen, denn mit dieser vermeintlichen Maßnahme gegen Kälte bewirkt ihr genau das Gegenteil. Warum Punsch, Glühwein und andere alkoholische Heißgetränke gefährliche Warmmacher sein können, erklärt euch die Techniker Krankenkasse.

Trügerische Wärme
Trotz des molligen Wärmegefühls, das sich nach dem ersten Becher Glühwein ausbreitet, kühlt der Körper de facto schneller aus als zuvor. Der Eindruck, dass ihr von innen gewärmt werdet entsteht dadurch, dass der Alkohol eure Blutgefäße erweitert und die Haut stärker durchblutet wird. Hände und Nasenspitze tauen jetzt zwar langsam auf, leider bleibt aber nicht mehr genügend Wärme für die inneren Organe übrig. Über die Haut gibt der Körper schneller Wärme an die kalte Außenluft ab und verliert langsam immer mehr an Temperatur.

Hinzu kommt, dass sich euer Schmerzempfinden durch den Konsum von Alkohol vermindert und ihr die Kälte weniger wahrnehmt und sie leicht unterschätzt. Dabei drohen bereits bei einer Temperatur von sechs Grad Celsius Unterkühlungen oder Erfrierungen.

Gewusst wie - die clevere Alternative

Anstelle von alkoholhaltigem Grog, Punsch und Glühwein wärmt euch lieber mit einem leckeren Tee, Holundersaft oder einem warmen Kakao auf. Solche Getränke lassen sich ebenso in gemütlicher Runde genießen und halten euch langfristig warm. Denkt daran, dass besonders die Hände und Füße schnell auskühlen und sorgt mit Fäustlingen und warmem Schuhwerk dafür, dass sie mollig warm bleiben.

Damit ihr euch beim Trinken nicht von der Gruppe anstecken lasst, solltet ihr euch über eure eigenen Grenzen klar werden. Wer sich der Risiken und Nebenwirkungen von Alkohol bewusst ist, dem fällt ein verantwortungsvoller Umgang leichter.

Trinken in Gesellschaft
Doch nicht nur bei Kälte kann Alkoholkonsum böse Konsequenzen nach sich ziehen. Spätestens nach der zweiten Runde hebt sich die Stimmung merklich und neben dem falschen Wärmegefühl steigt euch auch der Alkohol langsam zu Kopf. Besonders in der Gruppe vergessen viele Punschfans leicht, wo ihre Grenzen liegen. Scoolz-User Tryzer schreibt: "Am Anfang war es schön, mit den anderen zu trinken. Ich hab mich immer hinein gesteigert und versucht, mit den andern mithalten zu können. Bis ich dann mal übertrieben hatte."

Ohne es zu bemerken, trinkt man in Gesellschaft mehr Alkohol als der Körper verträgt. Scoolz-Expertin Dr. Anderson sagt: "Alkohol ist ein Zellgift. Bereits geringe Mengen schädigen dauerhaft die Gehirnzellen." Besonders bei Jugendlichen, deren Körper noch nicht vollständig entwickelt sei, würde keine ausreichende Menge von Alkohol abbauenden Enzymen produziert werden. Daher käme es wesentlich schneller zu einer Alkoholvergiftung, so Anderson. "Häufiges starkes Trinken beeinträchtigt nicht nur die Merkfähigkeit und Konzentration, sondern kann auch zu Entwicklungsstörungen führen", erklärt die Expertin.

Warnsignale erkennen
Für einige Jugendliche entwickelt sich das Trinken in Gesellschaft zu einem ernsthaften Problem. Da der Alkohol Hemmungen abbaut, fällt es ihnen vielleicht leichter, mit anderen ins Gespräch zu kommen und sie sind einfach "besser drauf". Sie benutzen den Alkohol, um sich wohler in ihrer Haut zu fühlen und Schüchternheit oder ernstere Konflikte zu Hause oder in der Schule zu betäuben. Oft reichen schon wenige Erlebnisse, um einen Einstieg in die psychische Abhängigkeit zu markieren.

Bestimmungen nach dem Jugendschutzgesetz

Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren dürfen in Deutschland keinen Alkohol kaufen. Auch der Konsum in der Öffentlichkeit ist verboten.

Eine Ausnahme macht das Gesetz nur, wenn die Jugendlichen von einer sorgeberechtigten Person begleitet werden.

Hochprozentige Getränke und alkoholhaltige Süßgetränke, so genannte Alkopops, dürfen nur an über 18-Jährige verkauft werden.

Im Help-Forum schreibt ein User: "Ich möchte irgendwie andauernd Alkohol trinken und betrunken sein, weil das Gefühl voll lustig ist. Dabei habe ich erst viermal getrunken und war erst einmal angetrunken und einmal betrunken." Weiter heißt es: "...in letzter Zeit frag´ ich meine Freunde immer, ob wir bald etwas trinken, die sind ganz schön angenervt, was ich auch verstehen kann."

Bemerkt ihr ein solches Verhalten oder Bedürfnis an euch selbst oder an Freunden, solltet ihr das sehr ernst nehmen. Sprecht die Person darauf an oder sucht euch Hilfe bei Vertrauten. Solltet ihr den Verdacht hegen, dass jemand in eurem Bekanntenkreis in eine Sucht rutscht, verständigt notfalls auch die Eltern.

Generell gilt: Regelmäßiger Alkoholkonsum schadet eurer Entwicklung und kann schnell in eine Sucht führen.

[TK]

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