Welt-Aids-Tag

"Gemeinsam gegen Aids"

published: 01.12.2008

Verwendet ihr Kondome korrekt, bieten sie euch einen 95-prozentigen Schutz gegen HIV (Foto: Public Address)Verwendet ihr Kondome korrekt, bieten sie euch einen 95-prozentigen Schutz gegen HIV (Foto: Public Address)

Jährlich sterben weltweit über zwei Millionen Menschen an den Folgen von Aids, etwa 33 Millionen sind HIV-infiziert. Dennoch glauben viele, dass sie die Immunschwäche-Krankheit nichts angeht – schließlich werden die wenigsten von uns mit Betroffenen konfrontiert. Um das wichtige Thema in den Fokus der Öffentlichkeit zu rücken, engagiert sich die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) seit Jahren mit der Kampagne "Gib Aids keine Chance!".

Zusammen mit der Deutschen Deutschen AIDS-Hilfe und der Deutschen AIDS-Stiftung veranstalten sie jährlich die Welt-Aids-Tag-Kampagne am 1. Dezember. Unter dem Motto "Gemeinsam gegen Aids" soll mit zahlreichen Aktionen auf das Thema aufmerksam gemacht und Solidarität mit den Betroffenen auf der ganzen Welt gezeigt werden. Die Techniker Krankenkasse und Scoolz sprachen zu diesem Anlass mit Dr. Marita Völker-Albert von der BzgA.

Die Kampagnen rund um den Welt-Aids-Tag am 1. Dezember zielen vor allem auf jüngere Menschen ab.
Dr. Marita Völker-Albert: "Genau. Wir befragen regelmäßig die unter 40-Jährigen, die allein leben und sexuell aktiv sind. 80 Prozent gaben im letzten Jahr an, dass sie bei neuen Bekanntschaften regelmäßig Kondome benutzt haben. Dennoch kamen in diesem Jahr rund 3000 Neuinfizierungen dazu. Diese konzentrieren sich stark auf die Gruppe der Männer, die Sex mit Männern haben. Für uns heißt das, der Schutz muss weiter gelebt, Safer Sex weiter praktiziert werden. Das sind ganz klar unsere Botschaften – nicht nur zum Welt-Aids-Tag, sondern 365 Tage im Jahr."

Jährliche Neudiagnosen

Das Robert-Koch-Institut schätzt, dass sich in diesem Jahr in Deutschland rund 3000 Menschen neu mit HIV infiziert haben. Damit bleiben die Zahlen auf demselben Niveau wie bereits 2007. In den Vorjahren waren sie stets um rund vier Prozent gestiegen.

In Europa schneidet Deutschland vergleichsweise gut ab, nur Andorra hat weniger Neuinfizierungen. Während hierzulande auf eine Millionen Einwohner 33 Neudiagnosen kommen, sind es in den Niederlanden 65, in der Schweiz 104 und in Großbritannien 149.

Sind HIV und Aids Themen, das an den Schulen gelehrt wird?
"Die schulische Sexualaufklärung, innerhalb derer Aids behandelt wird, ist heutzutage in allen 16 Bundesländern fester Bestandteil des Lehrplans. 94 Prozent der 16- bis 20-Jährigen geben an, dass sie das Thema Aids auch in der Schule behandeln. Vor zehn Jahren waren das noch 88 Prozent. Wir wissen natürlich nicht, wie der einzelne Lehrer aufklärt. Wir untersuchen jedes Jahr die Einstellung und das Verhalten speziell von jungen Leuten. Grundsätzlich sind die Jugendlichen sehr gut im Wissen und auch im Verhalten. Aber natürlich gibt es immer kleine Anteile, die nicht optimal informiert sind. Vielleicht ist das auch schulartenspezfisch. Eine Zahl von hundert Prozent wird man nie erreichen, denn alles, was mit Sexualität zu tun hat, hat nicht immer nur mit Wissen und Verstand zu tun."

Wird Aids in absehbarer Zeit heilbar sein?
"Nein, es gibt weder einen Impfstoff noch ein Heilmittel. Und das ist mit Sicherheit auch in den nächsten Jahren nicht zu erwarten. Aids ist nach wie vor eine Krankheit, die zum Tode führt. Man kann den Ausbruch der Krankheit zwar mit Medikamenten hinauszögern, aber sie ist nicht heilbar."

Was bedeutet dann, dass Aids "behandelbar" ist?
"Die Medikamente, die es gibt, zögern den Ausbruch hinaus, aber sie haben massive Nebenwirkungen. Sowohl organische, die den Körper enorm belasten als auch auch psychische. Bei vielen Betroffenen ist ein ´normales Leben´, also leben wie ein Gesunder, aufgrund der zahlreichen Nebenwirkungen gar nicht möglich."

33 Millionen Menschen weltweit sind HIV-infiziert (Foto: Public Address)33 Millionen Menschen weltweit sind HIV-infiziert (Foto: Public Address)

Mit welchen Problemen haben HIV-Infizierte noch zu kämpfen?
"Zu den eigentlichen Symptomen kommt häufig dazu, dass Betroffene sozial ausgegrenzt werden. Zwar ist besonders in Deutschland insgesamt eine große Solidarität gegenüber HIV und Aids spürbar. Aber im Einzelfall passiert es natürlich, dass Betroffene sich nicht trauen, sich in ihrer Familie, im Freundes- und Bekanntenkreis oder im beruflichen Umfeld zu outen. Das führt verständlicherweise wiederum zu psychischen Problemen."

Wie können sich junge Menschen für die Aids-Aufklärung engagieren?
"Schüler können das Thema HIV und Aids in der Schülerzeitung aufgreifen, nicht nur zum Welt-Aids-Tag. Diejenigen, die in einem Verein aktiv sind, können sich dort einbringen und versuchen, andere dafür zu sensibilisieren. Auch auf Schulfesten, Musikveranstaltungen oder im Rahmen anderer Veranstaltungen könnte man beispielsweise Aids-Schleifen verteilen und über die Krankheit informieren. Anregungen dazu gibt es unter www.welt-aids-tag.de."

[TK]

Links

www.welt-aids-tag.de
Deutsche AIDS-Hilfe
Deutsche AIDS-Stiftung

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