Jugendgesundheitsuntersuchung J 1 richtet sich an Schülerinnen und Schüler zwischen zwölf und 14 Jahren (Foto: TK)Jeder Balkon lässt sich in ein grünes Paradies verwandeln  (Foto: Yulia Grigoryeva/shutterstock.com)Das Gemüse wird im Gazpacho roh verarbeitet  (Foto: Public Address)Vor allem die Nassrasur zeichnet sich dadurch aus, dass sie kurz und schmerzlos alle Härchen mühelos entfernt (Foto: shutterstock.com/Kamil Macniak)Junkfood, Rauchen, Schlafmangel - Beautykiller lauern überall (Foto: Public Address)Schwämme oder Bürsten helfen bei der schonenden Gesichtsreinigung (Foto: Public Address)Auf dem Spielplatz haben nicht nur kleine Kinder Spaß (Foto: Public Address)

Gewaltspiele und Ego-Shooter

"Ein Verbot ist nicht sinnvoll!"

published: 05.04.2009

Gewaltspiele verstärken die Emotionen: Feindselige Jugendliche werden noch wütender, introvertiertere Leute dagegen ruhiger. Wer ausgeglichen ist und in sich ruht, zeigt keinerlei spezielle Reaktion (Foto: TK)Gewaltspiele verstärken die Emotionen: Feindselige Jugendliche werden noch wütender, introvertiertere Leute dagegen ruhiger. Wer ausgeglichen ist und in sich ruht, zeigt keinerlei spezielle Reaktion (Foto: TK)

Nach dem Amoklauf in Winnenden ist die Debatte entbrannt, ob gewalttätige Computergames verboten werden sollten. Nicht nur Politiker, auch die Scoolz-User haben im Forum ihre Meinungen geäußert und Fragen aufgeworfen. Scoolz und die TK befragten Dr. Anderson zum Thema.

Wie beeinflussen Gewaltspiele die Emotionen und Verhaltensweisen von Jugendlichen?
Dr. Karin Anderson: "Verschiedene wissenschaftliche Studien weisen tatsächlich darauf hin, dass gewalttätige Spiele die Emotionen und Verhaltensweisen der Jugendlichen beeinflussen. Allerdings sind diese Auswirkungen von Spieler zu Spieler unterschiedlich und haben vor allem etwas mit ihrer individuellen Persönlichkeit zu tun. Feindselige Jugendliche, die voll innerem Groll stecken, werden noch wütender, introvertiertere Leute dagegen ruhiger. Wer ausgeglichen ist und in sich ruht, zeigt keinerlei spezielle Reaktion."

Wie hoch ist das Risiko, dass "Vielspieler" Verhaltensweisen aus der virtuellen Welt in die Realität übertragen?
"Nicht sehr hoch! Kinder und Jugendliche können ja im Allgemeinen sehr gut zwischen Fantasie und Realität unterscheiden. In einer Studie der Harvard-Universität erklärten Jugendliche: `Wir spielen solche Games gerade deswegen gern, weil wir wissen, dass es nicht die Wirklichkeit ist.´"

Werden Menschen durch exzessives Computerspielen zu Amokläufern?
"Nach jedem Schulmassaker kommt regelmäßig als Erstes der Verdacht auf, der Täter sei durch exzessives Spielen gewalttätiger Games zu seinem Amoklauf angestachelt worden. Diese Behauptung, die ja auch im Fall der Amokläufer Tim aus Winnenden und Cho Seung-Hui von Virginia Tech geäußert wurde, ist aber nicht zutreffend. Amerikanische Wissenschaftler haben bei einer Untersuchung 2008 herausgefunden, dass sich die Amokläufer in ihrem Spielverhalten in dieser Hinsicht nicht von normalen Jugendlichen unterschieden - nur 12,5 Prozent von ihnen gehörten zu den Vielspielern."

Sind einige Jugendliche gefährdeter als andere?
"Ja! Wie die Untersuchung des (amerikanischen) Centers for Disease Control and Prevention ergab, waren die Todesschützen und Messerstecher immer männlich und hatten eine Vorgeschichte von Depressionen und Selbstmordversuchen. Ebenso wie nicht jeder, der öfter ein Bier trinkt, deswegen zum Alkoholiker wird, neigt nicht jeder Jugendliche, der regelmäßig Computerspiele spielt, deswegen zu vermehrter Aggressivität. Wer ausgeglichen und seelisch stabil ist, wird weder alkoholsüchtig noch gewalttätig."

Wie sollen Eltern damit umgehen, wenn ihre Kinder diese Art von Spielen spielen?

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