Sprechstunde mit Dr. Karin Anderson

Übermäßiges Schwitzen

published: 29.12.2009

Expertin Dr. Karin Anderson bewantwortet häufige Fragen zum Thema Liebe und Sexualität (Foto: Public Address)Expertin Dr. Karin Anderson bewantwortet häufige Fragen zum Thema Liebe und Sexualität (Foto: Public Address)

Hunde hecheln, um sich abzukühlen, bei uns Menschen produziert der Körper Schweiß. Für die Gesundheit ist dieser Vorgang sehr wichtig, allerdings leiden auch viele Menschen unter zu hoher Schweißproduktion. Fiese Flecken unter den Achseln und starker Geruch belasten die Betroffenen. Wie kann man übermäßige Schweißproduktion eindämmen? Dr. Karin Anderson gibt Tipps.

Unregistrierter User: Hallo Dr. Anderson,
mein Problem ist, dass ich immer unter den Achseln schwitze, wenn ich in der Schule, draußen oder bei Freunden bin. Daheim aber nicht. Ich glaube, dass nennt man ja Stress-Schwitzen, obwohl ich ja eigentlich gar nicht gestresst bin. Ich fühle mich eigentlich gut, wenn ich nicht gerade ausgefragt werde. Dann beginne ich nämlich wahnsinnig zu zittern, obwohl ich mich gar nicht immer so schlecht fühle und ich es auch kann. Ach ja: Natürlich benutze ich Deos, ich hab schon viele ausprobiert, aber keins hat gewirkt(Anm.d.Red. Markennamen dürfen nicht genannt werden). Es stört mich total, weil die anderen aus meiner Klasse gleich Witze machen, wenn eine Schülerin oder eine Lehrerin nasse Achseln haben.


Dr. Karin Anderson: "Hallo,
Dein vermehrtes Schwitzen hat etwas mit Deiner Pubertät zu tun. Zu den zwei Millionen ekkrinen Schweißdrüsen, die seit Deiner Geburt am ganzen Körper wie eine Klimaanlage für Abkühlung und Verdunstung sorgen - und zwar geruchlos - nehmen während der Pubertät die sogenannten apokrinen Schweißdrüsen in Deinen Achselhöhlen und im Schambereich ihre Arbeit auf.
Anders als der geruchlose, zu 99 Prozent aus Wasser und Kochsalz bestehende Schweiß der ekkrinen Drüsen, enthalten die Schweißdrüsen unter den Achseln und im Schambereich außer Wasser auch an die 250 verschiedene chemische Substanzen. Diese verströmen einen unangenehmen Schweißgeruch, wenn sie von Bakterien zersetzt werden.

Wie viel Schweiß produziert wird, steuert Dein Gehirn. Wärmerezeptoren in der Haut melden ihm jede Temperaturveränderung, und wenn dem Körper Überhitzung droht, gibt das Gehirn den Befehl zu vermehrter Schweißproduktion.
Normalerweise produziert Dein Körper bis zu zwei Litern Schweiß am Tag. Wenn Du Dich aber aufregst oder Angst hast, schwitzt Du mehr. Das gleiche passiert aber auch, wenn Du übergewichtig bist oder an Bluthochdruck oder einigen anderen Krankheiten leidest.

Weite Shirts tragen

Bei Dir scheinen es ja Stresssituationen zu sein, die dich vermehrt unter den Achseln schwitzen lassen. Mit der Zeit wirst Du sicher selbstbewusster werden und Dich nicht mehr so leicht aufregen, wenn Du in der Schule drangenommen wirst oder sonst irgendwie im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit stehst. Bis dahin solltest Du Deos benutzen, die Aluminiumchlorid enthalten (frag in der Apotheke), dich unter den Achseln rasieren, damit weniger Geruch entsteht, und vor allem keine engen Kleidungsstücke tragen. Auch wenn knappe Shirts oder Tops modern sind, trag lieber etwas weiter geschnittene Oberteile aus reiner Baumwolle oder modernen Klimafasern, die nicht an den Achseln anliegen. Damit verminderst du die Gefahr der nassen Achselhöhlen (und als Folge auch unangenehmen Schweißgeruch) um einiges. Wenn dein starkes Schwitzen aber keine vorübergehende Erscheinung, sondern wirklich eine dauerhafte, krankheitswertige Störung sein sollte, müsstest du dich ärztlich untersuchen und dir eventuell auch Medikamente verordnen lassen.
Liebe Grüße, Dr. Karin Anderson"

[TK]

Links

www.tk.de

Das könnte dich auch interessieren:

Hochschulkarte

Suche

Mimadeo / shutterstock.com
Über 19.000 Studiengänge an 747 Hochschulstandorten
Werbung
Werbung
Werbung
Werbung