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Sprechstunde mit Derk Langkamp

Zu Hause misshandelt

published: 24.02.2010

Scoolz-Experte Derk Langkamp beantwortet eure Fragen (Foto: Public Address)Scoolz-Experte Derk Langkamp beantwortet eure Fragen (Foto: Public Address)

Zuhause ist der Ort, an dem man sich wohl und geborgen fühlen sollte. Allerdings haben nicht alle das Glück, in einem behüteten Elternhaus aufzuwachsen. Leider gibt es viele Kinder und Jugendliche, die von ihren Eltern physisch und psychisch misshandelt werden. Oft so schlimm, dass die Betroffenen nur noch von zu Hause ausziehen wollen. Ist das so einfach möglich und wie geht man dabei am besten vor? Scoolz-Experte Derk Langkamp weiß Rat.

Scoolz-User: "Hallo, schon seit längerem habe ich ein Problem mit meinen Eltern. Als Kind wurden ich und meine heute 13-jährige Schwester oft geschlagen und ich hatte immer total Angst, nach Hause zu gehen. Schläge bekommen wir heute zwar nicht mehr so oft, aber ich bin immer ziemlich froh, wenn mein Vater noch nicht daheim ist. Auf jeden Fall ist es heute immer noch so, dass ich nichts mehr essen darf, wenn ich nicht zum Abendessen komme. Ich darf mir auch nichts aufwärmen, wenn ich nach dem Abendessen noch Hunger habe. Und wenn ich mir dann selbst etwas zu Essen kaufe, dann heißt es, warum ich für so einen Scheiß Geld ausgebe, da ich ja angeblich zu Hause alles bekomme, was ich brauche.

Und seitdem mein Vater arbeitslos ist, ist alles noch schlimmer. Er droht mir, mich umzubringen, wenn ich es nicht schaffe, seine Formulare rechtzeitig auszufüllen. Er will mich auch wegen Sachbeschädigung anzeigen, wenn ich mein Zimmer nicht aufräume. Und jetzt verbietet er mir auch, meine Freundin zu mir einzuladen. Ich hab schon überhaupt keine Lust mehr auf Schule und so weiter, weil ich genau weiß, dass ich danach wieder zu meinen Eltern muss. Am liebsten würde ich den ganzen Tag in meinem Zimmer bleiben und nicht rausgehen. Mein Vater hatte damals auch schon Probleme mit der Erziehung meines Halbbruders, der im Heim war und auch von meinen Vater geschlagen wurde. Ich will hier echt weg, nur ich weiß nicht, wie das geht! Das nächste Jugendamt ist 40 Kilometer weg und bei uns gibt es auch keine Jugendhilfe."


Derk Langkamp:"Hallo, zuerst möchte ich Dich bitten, nicht die Schule zu schmeißen, damit tust Du Dir keinen Gefallen. Sicher ist die Situation für Deine Eltern schwer (Arbeitslosigkeit). Trotzdem ist niemand berechtigt, Dich zu schlagen und so zu gängeln. Ich denke, Du solltest ausziehen, da läuft was komplett schief bei Dir zu Hause. Das allerdings bedeutet Vorarbeit, ohne dass es Deine Eltern merken.

Jugendämter können helfen

Such den Weg zum zuständigen Jugendamt, trotzt der 40 Kilometer. Ich vermute es ist angegliedert am zuständigen Kreisamt. Lass Dir telefonisch einen Termin geben, damit Du Dir nicht den Kopf an der geschlossenen Tür stößt. Beim Jugendamt hast Du allerdings ein Problem. Man wird Dir mitteilen, dass Du mit 18 Jahren keine Jugendhilfe mehr bekommst. HzE (Hilfen zur Erziehung) gilt dann nur für Jugendliche und Du bist mit 18 Jahren bereits Heranwachsender. Das ist faktisch zwar richtig, allerdings gibt es auch Ausnahmen. Also lass Dich nicht abwimmeln.

Vertrauen in Erwachsene haben

Vielleicht solltest Du aber vor so einem Termin versuchen, bei einem Jugendhilfeträger (Verein) Rat einzuholen. Dort gibt es in den meisten Fällen Beratungsstellen, denn es kann sein, dass Du Dein Recht einklagen musst. Ich gehe aber davon aus, dass Du einen Anwalt nicht bezahlen kannst. Also brauchst Du jemanden, der Dir die Ecken und Winkel aufzeigt. Gibt es in Deiner Schule jemanden, an den Du Dich wenden kannst, ohne dass der Deine Eltern informiert? Sozialpädagogen oder Beratungslehrer vielleicht? Trau Dich, hab Vertrauen in Erwachsene, nicht alle sind so, wie sie manchmal hier im Forum beschrieben werden.

Nicht die Schule aufgeben

Auf jeden Fall solltest Du Dir helfen lassen und nicht deshalb die Schule schmeißen. Stell Dir vor, Du schmeißt die Schule, dann hättest Du den Zustand 24 Stunden - und das willst Du doch nicht, oder? Vielleicht magst Du mir schreiben, welche größere Stadt oder welcher Kreis für Dich zuständig wäre, dann könnten wir gemeinsam was suchen und finden. Also, verliere nicht den Mut und die Geduld, setzt Dir ein Ziel (Auszug) und zieh das dann durch. Du kannst natürlich Deinen Vater auch anzeigen, allerdings sind die Nachweise solcher Straftaten nicht einfach. Melde Dich bitte wieder. Gruß Derk"

[TK]

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