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Reisekrankheit

Übler Begleiter im Urlaub

published: 04.09.2012

Besonders Bootsbewegungen können für Übelkeit sorgen (Foto: Public Address)Besonders Bootsbewegungen können für Übelkeit sorgen (Foto: Public Address)

Endlich sind die Schulferien da und damit auch der verdiente Urlaubstrip. Doch was tun, wenn schon die Fahrt zum Flughafen für Unwohlsein in der Magengegend sorgt? Dann ist eine Reisekrankheit wohl der Auslöser für die Übelkeit. Und egal ob zu Lande, zu Wasser oder in der Luft: Die Reisekrankheit kann eigentlich jederzeit jeden treffen. Die TK hat ein paar Tipps und Tricks, mit denen die Reise doch noch zum Vergnügen wird.

Wirrwarr im Gehirn

Eigentlich ist die Reisekrankheit, auch Kinetose genannt, gar keine richtige Krankheit. Vielmehr ist sie eine Reaktion auf ein Wirrwarr im Gehirn. Denn durch ungewohnte Bewegungen, wie sie in einem Reisebus, einer Fähre oder einem Flugzeug vorkommen, wird das Gleichgewichtssystem im Innenohr gereizt und sendet diese Signale ans Gehirn. Wenn das Auge die Ursache dieser Bewegungen aber nicht entdecken kann, registriert das Gehirn dies als Fehlermeldung. "Wenn sich Informationen zur räumlichen Lage und Bewegung des Körpers widersprechen, die von Augen, Innenohr und Bewegungsrezeptoren in Muskeln und Gelenken ans Gehirn weitergeleitet werden, veranlasst die Schaltzentrale im Hirnstamm eine vermehrte Produktion von Stresshormonen und eine Überreaktion des vegetativen Nervensystems", so Scoolz-Expertin Dr. Karin Anderson.

Das Ergebnis: Müdigkeit, Blässe, kalter Schweiß, Schwindel, Kopfschmerz. Wen es ganz hart erwischt, der leidet an Übelkeit mit Erbrechen, abfallendem Blutdruck und Hyperventilation bis hin zum Kreislaufkollaps. "Anders als bei Magen-Darm-Krankheiten bringt Erbrechen bei Reisekrankheit nur kurze Zeit Erleichterung, dann setzt der Brechreiz wieder neu ein", weiß Anderson.

Auch Seebären können seekrank werden

Hyperventilation

Hyperventilation ist eine beschleunigte Atmung, die schneller und oft flacher ist, als es der Stoffwechsel des Körpers erfordert. Dabei ist die Lungenbelüftung deutlich höher als ihr eigentlicher Bedarf. Die Gründe für die hektische Atmung können körperlicher Natur sein, haben aber sehr oft psychische Ursachen.

Das Verrückte an Kinetose: Theoretisch kann jeder von der Reisekrankheit betroffen sein. Seeleute, die ein Leben lang auf allen Weltmeeren unterwegs waren, können plötzlich seekrank werden. Genauso trifft es etwa die Hälfte aller Militärpiloten während ihrer Ausbildung. Nur zehn Prozent der Menschen sind immun gegen die Reisekrankheit, etwa fünf bis 15 Prozent bekommen schon durch geringen Seegang oder beim Autofahren Probleme. Ob man eine Kinetose-Neigung hat oder nicht, ist aber wohl genetisch bedingt.

Was tun?

Für schlimme Fälle gibt es Hilfe durch Medikamente. Oftmals werden Antihistaminika - Wirkstoffe, die häufig gegen Allergien und Magenschleimhautentzündung verwendet werden - eingesetzt, da sie das zentrale Nervensystem dämpfen und die Übelkeit so unterdrückt wird. Das macht allerdings auch müde. Bevor man zu Medikamenten greift, gibt es einige Möglichkeiten einer Kinetose vorzubeugen: Wenn du schon weißt, dass du empfindlich reagieren könntest, solltest du in deinem Transportmittel einen Platz wählen, der möglichst wenig schaukelt. Also nicht im Bus ganz nach hinten setzen. Das Gleiche gilt für eine Schiffsreise. Hier solltest du dich möglichst in der Mitte des Bootes platzieren. Im Flugzeug am besten die Sitze über den Tragflächen buchen. Außerdem ist es wichtig in Fahrtrichtung zu sitzen und gerade nach vorne aus dem Fenster zu sehen. Am besten einen festen Punkt am Horizont suchen und nicht lesen.

Kohlenhydrate und Ingwer

Vor Reiseantritt sollte möglichst leichte Kost eingenommen werden. Kohlenhydrate, wie sie Brot, Nudeln und Kartoffeln enthalten, beruhigen den Magen. Fettreiche Nahrung sowie Alkohol, Nikotin und Koffein reizen ihn dagegen. Ein altes Hausmittel gegen Reiseübelkeit ist Ingwer. Die Knolle schwächt die Symptome der Reisekrankheit ab und ist dafür seit Jahrhunderten in der Seefahrt bekannt. Die Wurzel kann sowohl roh in kleinen Scheiben gekaut werden als auch in Tablettenform eingenommen werden.

Atemtechnik gegen Reisekrankheit?

Auch spezielle Atemtechniken sollen Reisekrankheit verhindern oder zumindest ihre Symptome lindern können. Das hat eine britisch-französische Forschergruppe vom Imperial College London in Versuchen mit Freiwilligen herausgefunden.
Ihr Tipp: Immer entgegen dem intuitiven Atemrhythmus ein- und ausatmen. Wer zusätzlich schneller oder langsamer atmet, als es der Bewegungsrhythmus vorgibt, könne die Symptome noch weiter lindern.

[TK]

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