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Naturkosmetik

Natürlich schön, schön natürlich

published: 29.08.2010

Natürlich schön dank Bio-Kosmetik (Foto: Public Address)Natürlich schön dank Bio-Kosmetik (Foto: Public Address)

Schön sein wollen wir alle. Überwiegend Frauen verlassen sich dabei nicht nur auf Wasser und Seife, sondern helfen mit Kosmetika nach. Schon im alten Ägypten wurde ein hoch entwickelter Schönheitskult gepflegt. Egal ob Hautcremes, Lotionen, Körpermilch oder Gels, alles soll die Haut schützen, verjüngen oder konservieren. Das Problem: Viele Inhaltsstoffe sind auf synthetischer Basis hergestellt.

Allerdings wollen inzwischen viele Verbraucher schon ihre Lebensmittel nur noch aus dem Biogarten. Was für die Ernährung gilt, gefällt auch inzwischen vielen Kosmetik-Konsumenten. Auch hier wird das Angebot an Faltenglättern und Make-up aus biologischen Produkten immer größer. Doch was bedeutet Naturkosmetik und kommt sie wirklich immer aus dem Kräutergarten? Die TK erklärt dir, worauf du beim Kauf achten solltest.

Was ist Naturkosmetik?

Eine einheitliche Definition von Naturkosmetik gibt es nicht. Vom Bundesgesundheitsministerium gab es 1993 lediglich einen Vorschlag zu einer Definition, die aber nicht verbindlich ist. Sie beinhaltete unter anderem, dass nur bestimmte Konservierungsstoffe verwendet werden dürfen. Gemein haben die Bio-Tiegel und -Tuben aber, dass sie zumindest den Anspruch erheben, für Mensch und Umwelt schonend zu sein und aus überwiegend natürlichen Rohstoffen hergestellt worden zu sein. Deshalb sind bestimmte Inhaltsstoffe wie Silikone, Parabene, die für ihre keimtötende Wirkung bekannt sind, synthetische Duftstoffe, Paraffine und andere Erdölprodukte ausgeschlossen.
Die Inhaltsstoffe sollten bei Naturkosmetik weitgehend auf pflanzlicher, mineralischer oder auch tierischer Basis sein. Dazu gehören Öle wie Olivenöl oder Sojaöl, ätherische Öle, verschiedene Wachsarten (Bienenwachs) und Fette, Kräuterextrakte und Blütenwässer. Auch Zucker wird als Rohstoff häufig verwendet und bildet die Basis für waschaktive Produkte. Außerdem sollten möglichst alle Substanzen aus kontrolliert biologischem Anbau kommen, auf Tierversuche verzichten und ohne Gentechnik und ionisierende Strahlung hergestellt werden.
Im Gegensatz zu herkömmlicher Produkten ist die Verwendung von Emulgatoren und Konservierungsstoffen stark eingeschränkt. Deshalb sind sie weniger lange haltbar. Du solltest deshalb mit Naturprodukten besonders sorgfältig umgehen, weil sie anfälliger für Keime sind.

Worauf man achten sollte

Um den biologisch orientierten Verbraucher aber ein wenig an die Hand zu nehmen, gibt es zum Glück einige Zertifizierungen. Die gängigsten Bio-Siegel, die gut sichtbar auf den Verpackungen kleben sollten, setzen voraus, dass pflanzliche Rohstoffe mindestens teilweise aus ökologischem Anbau stammen. Je nach Organisation werden neben der Art der Rohstoffe auch die Art von Anbau, Gewinnung und Verarbeitungsmethoden sowie soziales und ökologisches Engagement der Unternehmen überprüft. Wer ganz sicher gehen will, dass das Produkt den eigenen Öko-Ansprüchen genügt, sollte sich unbedingt bei den Zertifizierungsstellen informieren.

Ein bekannter Zertifizierer ist der Bundesverband Deutscher Industrie- und Handelsunternehmen für Arzneimittel, Reformwaren, Nahrungsergänzungsmittel und Körperpflegemittel (BDIH). Das BDIH-Siegel für kontrollierte Natur-Kosmetik hat bisher etwa 5.000 Produkte gekennzeichnet. Die Rohstoffe dafür müssen überwiegend aus kontrolliert biologischem Anbau kommen.

Weitere Anbieter sind ECOCERT, die die Siegel "Ökologische Naturkosmetik" und "Naturkosmetik" anbieten, sowie der aus dem Lebensmittelbereich bekannte Demeter-Verbund, das NaTrue-Label oder das österreichische Lacon Institut.

Allerdings sind solche Siegel lediglich eine Entscheidungshilfe beim Kauf. Auch Produkte, denen ein solches Siegel fehlt, können mindestens genau so gut sein, da für die Zertifizierung häufig viel Geld bezahlt werden muss, das nicht jedes kleine Unternehmen ausgeben kann. So schnitt bei einem aktuellen Test der Zeitung "Ökotest" aus dem kommenden September-Heft auch ein Produkt mit "sehr gut" ab, das nicht zertifiziert war. Übrigens konnten sich auch die meisten anderen Produkte sehen lassen: Die Mehrzahl der 30 getesteten Seifen und Gels schnitt mit guten und sehr guten Bewertungen ab. Nur ein Produkt erhielt die Beurteilung "befriedigend".

In jedem Fall lohnt sich ein Blick auf die Inhaltsstoffe vor jedem Kauf. Außerdem sollte in guten Bio-Drogerien eine kompetente Fachberatung drin sein.

[TK]

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