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Winter-Tipp

Kühler Kopf im Winter?

published: 04.12.2010

Mit guter Winterkleidung macht auch das Scheemannbauen Spaß (Foto: Public Address)Mit guter Winterkleidung macht auch das Scheemannbauen Spaß (Foto: Public Address)

Temperaturen unterhalb des Gefrierpunkts, eisiger Wind und Schnee schon im Dezember: Der Winter bricht derzeit gnadenlos über Deutschland herein. Gut gewappnet ist da derjenige, der warme Kleidung besitzt. Doch eine dicke Winterjacke sowie Wollsocken alleine reichen nicht, auch die übrigen Körperpartien sollten vor der Kälte geschützt werden. Dabei erinnern sich viele nur ungern an die nötigenden Worte von Mama: "Setz Dir eine Mütze auf, Kind!" Das war nicht nur bevormundend, sondern auch ziemlich uncool. Brauchen wir im Winter wirklich eine Mütze? Die Techniker-Krankenkasse (TK) weiß es.

Der Kopf-Kälte-Mythos

Angeblich soll der Mensch deutlich mehr Wärme über den Kopf verlieren als über den Rest des Körpers. Von 40 bis 45 Prozent Wärmeabgang ist die Rede. Doch Vorsicht, bei dieser Angabe handelt es sich um einen Mythos aus dem Reich der Legenden. Das Märchen vom großen Wärmeverlust stammt aus einem alten Soldatenhandbuch der amerikanischen Armee aus den späten 60er Jahren, hält sich aber hartnäckig. Die Militärs hatten ihre Tester mit einem isolierenden Survival-Anzug aber ohne Mütze in arktische Temperaturen gesetzt und dann per Wärmebildkamera Aufnahmen gemacht. Logischerweise zeigten die Bilder der bibbernden Soldaten, dass sie die meiste Wärme über den Kopf verloren. Schon war die Legende geboren.

Heute sind sich Wissenschaftler sicher: Hätte der Generalstab das Experiment damals in Badehosen durchführen lassen, wären lediglich zehn Prozent der Wärme über den Kopf entwichen. Wissenschaftler der Universität von Indianapolis haben inzwischen herausgefunden, dass jeder unbedeckte Körperteil Wärme verliert und die Kerntemperatur des Körpers proportional zur Oberfläche gesenkt wird.

Trotzdem nicht "oben ohne"

Richtig ist allerdings, dass Körperpartien, die weit vom Rumpf entfernt sind, schneller auskühlen. Die Zahlen aus den 60er Jahren sind jedoch deutlich übertrieben. Trotzdem empfiehlt es sich, bei großer Kälte auf eine Mütze nicht zu verzichten. Denn die Bedingungen im Winter sind auch hierzulande in der Regel nicht viel anders, als in dem Feldversuch der US-Truppen damals. Durch dicke Jacken und festes Schuhwerk schützt man zwar Rumpf, Beine und Füße. Ohne Mütze rückt die Kälte aber der Kopfhaut zu Leibe.

Also bleibt nur eine warme Kopfbedeckung als Mittel der Wahl gegen die Kälte. Und Mutti hatte mal wieder recht.

[TK]

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