Atomkraftwerk Fukushima

Radioaktive Strahlung - wie wirkt sie?

published: 15.03.2011

Dieses Zeichen warnt vor radioaktiven Stoffen oder ionisierenden Strahlen (Foto: Public Address)Dieses Zeichen warnt vor radioaktiven Stoffen oder ionisierenden Strahlen (Foto: Public Address)

Jeder sieht oder hört es in den Nachrichten: Aus einem oder mehreren Reaktoren des Atomkraftwerks Fukushima in Japan ist spätestens jetzt, nach der dritten Explosion, atomare Strahlung ausgetreten. Wie viele Menschen bereits betroffen sind und wie stark die Dosis war, ist bisher noch unklar. Stromausfälle legten die meisten Geräte und Messstationen lahm. Doch weshalb ist radioaktive Strahlung überhaupt so gefährlich für unseren Körper, wo man sie doch nicht einmal sehen kann?

Zutaten für atomare Energie

Stoffe, die bei einem Reaktorunfall freigesetzt werden, sind die Elemente Uran, Plutonium und deren Spaltprodukte wie Krypton, Strontium und Cäsium. Solche festen bis flüssigen Stoffe sorgen für die Beschädigung der inneren Schleimhäute und des Darms, sollten sie vom Menschen eingeatmet oder über Nahrung aufgenommen werden. Doch auch schon eine gewisse Nähe zu ihnen reicht, um von der Strahlung getroffen zu werden.

Der Körper ist machtlos

Alle freigesetzten Teilchen sind so winzig, dass man sie unmöglich mit dem bloßen Auge wahrnehmen kann. Radioaktives Jod beispielsweise kann nicht einmal unser Körper als schädlich erkennen. Bei der Aufnahme durch Luft oder Nahrung ordnet unser Organismus es ganz normal als Nährstoff ein. So ist es auch mit Cäsium. Wie der natürliche Mineralstoff Kalium wird das künstlich erzeugte Cäsium vom menschlichen Körper in Muskel- und Nervenzellen aufgenommen. Unsere Sinne nützen bei einer solchen Situation also rein gar nichts, denn die Gefahr lässt sich weder hören, sehen, riechen, schmecken noch spüren. Genau deshalb ist es oftmals zu spät, um zu reagieren.

Sowohl die Strahlung der genannten Stoffe als auch die der freigesetzten Edelgase Krypton und Xenon können bei einer radioaktiven Dosis von über 500 Millisievert langfristig für eine Veränderung des Erbguts sorgen. Dadurch kommt es zu einem erhöhten Leukämie- und Krebsrisiko. Krebs tritt häufig erst Jahre bis Jahrzehnte nach der Strahlenexposition auf. Die Wahrscheinlichkeit hängt von der Höhe der Strahlenbelastung ab.

Wind hilft hier wenig

Was bedeutet die Maßeinheit Sievert?

Als Sievert bezeichnet man die Einheit zur Messung verschiedener Strahlendosen. Sie dient dazu, Belastungen und Risiken für biologische Organismen analysieren zu können.

Das gängigste Maß bildet dabei Millisievert (mSv), um hohe gemessene Mengen anzugeben.

Hitze, die in dem Kern eines Atomkraftwerks wie Fukushima entsteht, sollte es nicht zu einer Kühlung kommen, lässt die Luft erwärmen und somit die strahlenden Teilchen der Stoffe nach oben aufsteigen. Ist dann auch noch der Stahlmantel des Kerns beschädigt worden, tragen die starken Hitzewellen dazu bei, dass die radioaktiven Stoffe in große Höhen kilometerweit transportiert werden. Selbst bei guten Windbedingungen sorgt die erwärmte Luft dafür, dass die strahlenden Partikel der radioaktiven Elemente sehr weit in die Umgebung geschleudert werden. Von den Druckwellen, die solche Explosionen erzeugen, noch ganz abgesehen.

Größter Schadensfaktor: Plutonium

Das äußerst giftige Schwermetall Plutonium bildet bei dem Ganzen einen besonderen Risikofaktor: Es haftet sich bei seiner Freisetzung an die umliegenden Staubpartikel und kann deshalb eingeatmet werden, lagert sich so in Lunge, Knochen und Leber ab. Dieser radioaktive Stoff hat jedoch, im Gegensatz zu den anderen, eine Verweildauer von bis zu einigen Jahrzehnten. Dieser lange Aufenthalt in unserem Körper und der radioaktive Zerfall des Plutoniums führen bereits bei kleinsten Mengen zu gesundheitlichen Schäden.

[TK]

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