Menstruation

Regelzeitpunkt selber bestimmen

published: 03.08.2011

Mit der Antibay-Pille kannst du deine Regel verschieben (Foto: Public Address)Mit der Antibay-Pille kannst du deine Regel verschieben (Foto: Public Address)

Im Urlaub oder wenn eine wichtige Prüfung ansteht, kann es manchmal unangenehm und anstrengend sein, wenn man seine Tage hat. Beim Baden hat man immer im Hinterkopf, dass der Tampon möglicherweise nicht sicher genug ist und bei Prüfungen ist die Regel eine zusätzliche Belastung zum Lernstress. Da überlegen viele Mädchen, ob sie die Menstruation um ein paar Tage verschieben können.

Wenn du schon die Pille nimmst, ist es bei den meisten Präparaten grundsätzlich möglich bei einem wichtigen Termin keine Pause von sieben Tagen zu machen, sondern gleich eine neue Packung anzubrechen. Dann bekommst du deine Tage nicht und kannst entspannt in den Strandurlaub oder die Prüfungsphase gehen.

Doch Vorsicht: Nicht alle Pillensorten ermöglichen dies. Mit den neuen Mikropillen ist es sogar möglich, die Pille durchgehend zu nehmen, ganz ohne die Regel zu bekommen. Du musst allerdings deinen Frauenarzt um Rat fragen, bevor du das machst.

Das passiert mit dem Körper bei der Pilleneinnahme

Die Scoolz-Expertin Dr. Karin Anderson erklärt, was bei der Pilleneinnahme im Körper geschieht und was passiert, wenn man versucht, den Eintritt der Regel zu verschieben: Bei der Pille muss man zwischen zwei verschiedenen Typen unterscheiden. Die (am häufigsten eingenommene) Mikropille enthält das künstliche Östrogen Ethinylestradiol und verschiedene Gestagene, die Minipille dagegen nur Gestagen.
Das in der Mikropille enthaltene Östrogen täuscht dem Körper gewissermaßen vor, dass bereits eine Schwangerschaft besteht, und verhindert dadurch das Heranreifen eines Eis im Eierstock, so dass es gar nicht erst zu einem Eisprung kommen kann.
Gestagene dagegen sorgen dafür, dass der Schleimpropfen im Eingang der Gebärmutter (Gebärmuttermund) so dick und zäh ist, dass keine Samenzelle mehr hindurchgelangen und ein reifes Ei befruchten kann. Zusätzlich verhindert das Gestagen auch noch, dass sich die Gebärmutterschleimhaut zu einem "Nest" verdichtet, sodass sich kein befruchtetes Ei mehr einnisten kann. Zusammengenommen verhindern beide Hormone mit beinahe hundertprozentiger Sicherheit eine Schwangerschaft.

Die Minipille, die nur den einen der beiden Wirkstoffe enthält, ist nicht ganz so sicher wie die Mikropille, und muss vor allem auch zuverlässig immer um die gleiche Urzeit eingenommen werden (inzwischen gibt es allerdings auch ein Präparat mit einem anderen Gestagen, Desogestrel, das ein etwas größeres Einnahmezeitfenster ermöglicht).
Um die Sache zu komplizieren, sind Mikropillen, die gängigsten der Antibabypillen, noch in verschiedenen Kombinationen erhältlich. Die sogenannten Einphasenpräparate enthalten in jeder der 21 Tabletten einer Packung Östrogen und Gestagen in gleicher Menge. Bei Zweiphasenpräparaten dagegen enthalten die ersten zehn Tabletten ausschließlich Östrogen, und nur die letzten elf beide Hormone. Bei Dreistufenpräparaten gibt es sogar zweimal eine Zusammensetzungsänderung während eines Einnahmezyklus.
Einige Mikropillenpackungen bestehen nur aus 21 Tabletten, danach muss eine siebentägige Einnahmepause eingehalten werden. Andere Packungen enthalten dagegen 28 Tabletten, wovon die letzten sieben nur Placebos sind. Diese wirkstofffreien Zuckerpillen dienen lediglich als Einnahmehilfe, um nicht die Tage der Einnahmepause zählen zu müssen.

Die Blutung, die in der Pillenpause (bzw. während der Einnahme der sieben letzten, wirkstofflosen Zuckerpillen) auftritt, ist im übrigen auch keine "richtige" Regelblutung, denn es hat sich ja gar kein Zellnest für die Aufnahme eines befruchteten Eis in der Gebärmutterschleimhaut gebildet, und es gibt kein Zellmaterial, das abgestoßen und nach draußen befördert werden muss.

Eine Blutung während der Pilleneinnahmepause wird daher medizinisch als "Abbruchblutung" bezeichnet, ausgelöst durch das Absinken der künstlichen Schwangerschaftshormone im Blut. Viele Frauen nehmen inzwischen auch die sogenannte Langzeitpille ein. Das geschieht häufig aus medizinischen Gründen, um erheblichen Regelbeschwerden wie etwa Migränen oder besonders starke Blutungen zu verhindern, aber auch aus Bequemlichkeitsgründen, um sich durch Blutungen und Regelschmerzen nicht bei der Lebensgestaltung stören zu lassen.

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