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Interview

"Man muss Kampfgeist haben"

published: 17.03.2012

Sümeyye Manz und Helena Fromm treten in London bei den Olympischen Spielen an (Foto: Public Address) Sümeyye Manz und Helena Fromm treten in London bei den Olympischen Spielen an (Foto: Public Address)

Helena Fromm (24) und Sümeyye Manz (22) vertreten Deutschland im Taekwondo bei den Olympischen Spielen 2012 in London (27. Juli - 12. August). Ende Januar qualifizierten sich die Sportlerinnen als Einzige in ihrem Team. Die dunkelhaarige Sümeyye wird in der Gewichtsklasse bis 49 kg antreten, während die blonde Helena auf Konkurrentinnen in der Gewichtsklasse bis 67 kg treffen wird.
Die Olympia-Vorbereitungen laufen bereits auf Hochtouren und die Olympia-Teilnehmerinnen freuen sich auf die bevorstehenden Wettkämpfe.
Mit Scoolz sprachen Helena und Sümeyye über ihren Sport, ihre Familien und Zickenkrieg während der Wettkämpfe.

Ihr beide habt schon als Kinder mit Taekwondo angefangen und als Jugendliche hart für Wettkämpfe trainiert. Was begeistert Euch an dieser Sportart?
Helena: "Dass kein Wettkampf gleich ist. Es gibt immer verschiedene Bedingungen und neue Herausforderungen, denen man sich stellen muss."
Sümeyye: "Mich begeistert die Vielfalt an Taekwondo. Außerdem kommen wir viel rum, sehen die ganze Welt und haben überall Freunde. Das macht sehr großen Spaß."

Wie seht Ihr Taekwondo im Hinblick auf Selbstverteidigung für Jugendliche und Kinder? Ist die Sportart grundsätzlich für jeden geeignet?
Helena: "Ich habe schon oft Kindern und Erwachsenen, speziell Mädchen und Frauen, Kurse angeboten. Das kam immer sehr gut an. Man wird dann häufig gefragt, ob man sich zum Beispiel gegen einen zwei Meter großen Mann verteidigen könnte. Das kann man natürlich nie vorhersagen, aber man zeigt zumindest eine erste Reaktion und ist vermutlich selbstbewusster. Das macht schon sehr viel aus. Taekwondo ist für Kinder und Jugendliche eine Art Lebensschulung. Ich kann die Sportart für jeden empfehlen."

Sümeyye, Du trainierst erfolgreich Kinder und förderst Nachwuchstalente. Wie ist die nationale Situation, was den Nachwuchs betrifft?
Sümeyye: "Wir haben sehr viel Nachwuchs. Zu meinen Kursen kommen viele Kinder und jede Woche werden es mehr. Ich liebe es, die Kinder zu trainieren. Ich sehe, wie sie in dem Sport aufgehen und nicht auf eine schiefe Bahn geleitet werden. Das ist schön anzusehen."

Helena Fromm und Sümeyye Manz (10 Bilder)

Helena Fromm und Sümeyye Manz
Helena Fromm und Sümeyye Manz
Helena Fromm und Sümeyye Manz
Helena Fromm und Sümeyye Manz


Ihr arbeitet beide hauptberuflich als Sportsoldatinnen. Helena studiert Internationales Management für Spitzensportler, Sümeyye hat eine kleine Familie gegründet. Gerade habt Ihr Euch für die Olympischen Spiele 2012 in London qualifiziert. Wie meistert Ihr Euren Alltag?
Sümeyye: "Am Anfang hatte ich sehr große Schwierigkeiten, die Zeit zwischen meinem Beruf, dem Sport und meiner Familie einzuteilen. Mein Sohn ist inzwischen zweieinhalb Jahre alt. Dadurch ist vieles einfacher. Manchmal nehme ich ihn mit zum Training, dann macht er entweder mit oder schaut zu. Mittlerweile habe ich gelernt, mich zu koordinieren und auch mal zwei Wochen weg zu sein. Bei Wochenend-Kämpfen passen meine Eltern oder Schwiegereltern oft auf meinen Sohn auf."
Helena: "Dadurch, dass ich noch keine eigene Familie habe, kann ich meinen Alltag natürlich einfacher gestalten. Ich habe den Kopf frei für Taekwondo und mache mein Fernstudium, das komplett auf mein Training und den Wettkampfplan abgestimmt ist."

Wie viel Platz nimmt Taekwondo in Eurem Leben ein?
Helena: "Wir trainieren täglich insgesamt vier Stunden und haben zwei Einheiten von je zwei Stunden. Manchmal haben wir auch noch eine dritte Einheit, das ist von der Vorbereitungsphase abhängig. Aber ansonsten machen wir zwischen den Einheiten auch oft etwas mit unseren Freunden und sind froh, mal nicht über Taekwondo zu reden." (lacht)

Wie sieht die Vorbereitung für die Olympischen Spiele aus?
Sümeyye: "In diesem Jahr habe ich es anders gemacht, als bei den Olympischen Spielen 2008 in Peking. Ich habe in der Zeit nach der Qualifikation eine Woche lang mit meinem Aufbautraining im konditionellen Bereich pausiert. Stattdessen habe ich mich mehr auf den Kraftbereich konzentriert. Ich sollte noch ein bisschen athletischer werden, damit ich mit meiner Kraft mithalten kann. Ich habe nämlich Untergewicht für meine Gewichtsklasse."

Die Spitzensportlerinnen mit Scoolz-Mitarbeiterin Laura (Foto: Public Address)Die Spitzensportlerinnen mit Scoolz-Mitarbeiterin Laura (Foto: Public Address)

Helena: "In unserer Vorbereitung sind wir wieder viel unterwegs, auch im Ausland. Ich war 2008 auch bei den Olympischen Spielen. Das viele Reisen sind wir also gewohnt. Da wir uns vor allem auf London konzentrieren, werden wir bei anderen Wettkämpfen nicht voll aufdrehen. Deswegen ist es immer ein bisschen schwierig, den richtigen Vorbereitungsweg zu finden: Wegen der Turniere können wir in unserem Training keine vier bis sechs Wochen Athletik machen. Aber ich glaube, wir sind beide so erfahren, dass wir auch mit etwas weniger Training oder mit anderen Schwerpunkten auf die Turniere gehen können."

Habt Ihr einen bestimmten Ernährungsplan?
Sümeyye: "Wir essen, was wir wollen!" (lacht)
Helena: "Nach dem Training sitze ich eine Stunde lang im Auto. Um diese Zeit effektiver zu nutzen, kann ich während der Fahrerei meine Ernährung durch gesunde Nahrung noch optimieren. Ansonsten essen wir eigentlich ganz normal."

Wer begleitet Euch nach London?
Sümeyye: "Mein Verein würde gerne dabei sein, vor allem die Kinder, die ich trainiere. Leider sind die Eintrittspreise extrem hoch. Mein Onkel, mein Mann und mein Sohn werden mich auf jeden Fall begleiten."
Helena: "Dadurch, dass die Qualifikation so spät war, sind fast alle Olympia-Tickets ausverkauft. Karten zu Preisen bekommen, die noch bezahlbar sind, wird dann umso schwerer. Für manche Familien ist es ein großer finanzieller Aufwand den Flug und das Hotel zu bezahlen. Zumal die Hotelpreise während der Spiele besonders hoch sind. Meine Familie kommt auch mit, aber viele von unseren Freunden schrecken die hohen Preisen ab. Deswegen werden sie sich wahrscheinlich zu Hause vor den Fernsehern versammeln und uns die Daumen drücken."

Habt Ihr Lampenfieber, wenn Ihr vor einem großem Publikum kämpft?
Helena: "Bei unseren ersten Olympischen Spielen in Peking hat uns das Lampenfieber überrascht, wahrscheinlich weil wir so jung waren. Wir kannten es nicht, vor so vielen Menschen in einer Halle zu kämpfen. Bei normalen Wettkämpfen haben wir ungefähr zehn Kämpfe gleichzeitig. Bei Olympia gibt es jeweils nur einen Kampf auf einmal. Wir sind das noch nicht so gewohnt, aber wir hoffen, dass uns die Erfahrung aus Peking in diesem Jahr weiterhilft."

Wodurch wird Euer Kampfgeist gestärkt?
Helena: "Wenn man in unserem Alter keinen Kampfgeist hat, wird das wahrscheinlich auch nicht mehr kommen. Es gibt Sportlerinnen, die im Training wahnsinnige Leistungen bringen, aber beim Wettkampf nicht überzeugen. Man muss diesen Kampfgeist in sich haben, er ist allerdings schwer zu beschreiben. Bei uns Frauen ist das manchmal so, dass man bei Wettkämpfen eine kleine Zicke ist. Meiner Meinung nach ist es mit das Wichtigste, beim Taekwondo und auch bei anderen Kampfsportarten."

Welche gesundheitlichen Risiken birgt Taekwondo?
Sümeyye: "Wenige. Hin und wieder treten mal Prellungen am Arm auf, aber wir hatten abgesehen von einem Kreuzbandriss von Helena bislang nicht so schlimme Verletzungen."
Helena: "Taekwondo ist ein Kampfsport. Man weiß also, worauf man sich einlässt (lacht). Beim Kampfsport passiert mal ein K.o., da liegt mal jemand auf dem Boden. Das passiert halt."

[Laura]

Links

Homepage von Helena Fromm
Homepage von Sümeyye Manz

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