Joseph Encinia im Interview

"Ohne Yoga wäre ich immer noch dick"

published: 08.05.2012

Der Yoga-Weltmeister Joseph Encinia demonstrierte bei seinem Hamburg-Besuch spontan sein Können (Foto: Public Address)Der Yoga-Weltmeister Joseph Encinia demonstrierte bei seinem Hamburg-Besuch spontan sein Können (Foto: Public Address)

Er kann sich verbiegen wie eine Schlange und hat dabei stets ein Lächeln auf dem Lippen: Joseph Encinia ist Yoga-Weltmeister. Der drahtige 26-Jährige sah vor einigen Jahren noch anders aus. Er war fett, konnte kaum laufen. Mit 13 Jahren bekam er einen Herzinfarkt, seine Ärzte prophezeiten ihm ein kurzes Leben. Dann entdeckte Encinia Yoga. Die Sportart hat nicht nur sein Leben umgekrempelt sondern es möglicherweise auch gerettet. Inzwischen ist Encina einer der besten Yogis in seiner Disziplin, dem Bikram-Yoga.

Bei dieser Form, die der Inder Bikram Chouhouy entwickelt hat, werden 26 Übungen 90 Minuten lang bei Raumtemperaturen zwischen 38 bis 40 Grad ausgeübt. Der Körper schwitzt bei den Dehnfiguren extrem. Der Trendsport steht allerdings auch in der Kritik: Sportärzte empfehlen aufgrund des hohen Flüssigkeits- und Salzverlusts, während der Übungen entsprechend zu trinken. Außerdem sollten nur Menschen mit einem stabilen Herz-Kreislaufsystem mit der Bikram Yoga anfangen.

Im Scoolz-Interview erzählte der US-Amerikaner, wie er mit Hilfe von Yoga 23 Kilo Gewicht verloren hat und was junge Yoga-Einsteiger beachten sollten.

Wie sind Sie zum Yoga gekommen?"Ich habe mit Yoga vor sieben Jahren angefangen. Da war ich 19, übergewichtig und wog 23 Kilo mehr als heute. Ich hatte rheumatrische Athritis in meinen Gelenken, mit 13 Jahren bekam ich einen Herzinfarkt. Ich musste viele Medikamente nehmen, lebte sehr ungesund und war deprimiert. Zunächst probierte ich andere Sportarten wie Joggen – danach habe ich mich gefühlt, als ob ich eine neue Herzattacke hätte. Beim Gewichtheben haben meine Gelenke gestreikt. Dann entdeckte ich Yoga für mich: Es war die einfachste Möglichkeit, mit meinem kaputten Körper möglichst schonend und effektiv abzunehmen. Schon nach ein paar Unterrichtstunden wusste ich, dass es der Weg meines Lebens sein würde."

Wo wären Sie heute ohne Yoga?"Ohne Yoga wäre ich wahrscheinlich immer noch dick und würde tonnenweise Medikamente schlucken. Wahrscheinlich könnte ich nicht mehr gehen. Meine Beine wären wohl zu schwach. Mein Arzt hat mir damals gesagt, dass ich auf die Hilfe meiner Familie angewiesen sein werde. Sie müssten mich pflegen."

Es gibt derzeit Bestrebungen des amerikanischen Verbandes, Yoga zu einer olympische Disziplin zu machen. Was halten Sie von der Idee?"Das wäre fantastisch, das Bewusstsein für Yoga würde größer werden. Und vor allem würden mehr Kinder zum Yoga inspiriert werden. Die olympischen Sportarten sind alle großartig. Doch die Wahrheit ist, dass die Athleten gewöhnlich im Alter von 40 oder 50 Jahren kaputte Körper haben. Mit Yoga bleibt der Körper gesund und fit - auch wenn man älter wird."

Welchen Sinn hat es, aus Yoga einen Wettbewerb zu machen?"Das ist sehr umstritten, vor allem bei den Menschen der westlichen Kultur. In Indien ist der Wettbewerbsdenken aber bereits Hunderte, vielleicht Tausende Jahre alt. Yoga ist Leben und Wettbewerb ist ein Teil des Lebens. Das zu akzeptieren, lernt man im Yoga-Unterricht. Der Wettbewerb von Yoga ist förderlich. Wenn Menschen dieses Denken nicht mögen, ist das natürlich okay."

Was raten Sie Menschen, die mit Yoga anfangen wollen?"Besonders junge Menschen sollten offen sein. Manche sehen es als ausschließlich spirituelle andere wiederum als körperliche Disziplin. Ich halte Yoga für eine Wissenschaft, die dir zeigt, wie du dein Leben gesund und in Balance führen kannst."

Was bringt Yoga für den Alltag?"Yogis benutzen den Geist in einer Art und Weise, wie man es zuvor noch nie getan hat. Ich habe gelernt, mich zu konzentrieren, etwas zu fokussieren und ich bin geduldiger geworden. Viele Geschäftsleute, Athleten oder Akrobaten praktizieren Yoga, weil sie dadurch viel effektiver arbeiten."

[TK]

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JosephEncinia.com

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