Computerspielsucht

Zocken, bis der Arzt kommt

published: 23.05.2012

Immer mehr Jugendliche sind internetsüchtig (Foto: Public Address)Immer mehr Jugendliche sind internetsüchtig (Foto: Public Address)

Sie zocken, daddeln und ballern: Computerspiele sind bei Jugendlichen beliebt, nicht wenige verbringen viele Stunden pro Woche vor dem Bildschirm oder an der Spielkonsole. Das macht Spaß, kann aber auch gefährlich werden. Denn schon länger zeigen viele Konsumenten typisches Suchtverhalten. Davor hat nun die Bundesdrogenbeauftragte Mechthild Dyckmans (FDP), bei der Vorstellung des Drogen- und Suchtberichts der Bundesregierung für das Jahr 2011 gewarnt.

Laut Dyckmans ist der Computerspiel- und Internetkonsum bei jungen Menschen zunehmend exzessiv bis pathologisch. Etwa 250.000 der 14- bis 24-Jährigen gelten als internetabhängig, 1,4 Millionen als problematische Internetnutzer. "Es bedarf weiterer Anstrengungen zur besseren Aufklärung der Menschen über einen verantwortungsvollen Computer- und Internetgebrauch und zur Verbesserung der Hilfsangebote", sagte die Politikerin in Berlin.

Beim diesjährigen Suchtbericht liegt ein Schwerpunkt auf dem Bereich Computerspiel- und Internetsucht. Hier will die Bundesregierung die noch dünne Datenlage durch weiter Studien in Zukunft verbessern.

Problem Glücksspielautomaten

Ein weiteres Suchtproblem hat der Bericht bei Glücksspielen ausgemacht. Besonders in der Gruppe der 16- bis 20-Jährigen hat der Konsum zugenommen – auch weil Jugendliche entgegen den gesetzlichen Bestimmungen meist unkontrollierten Zugang zu Glücksspielautomaten in Gaststätten haben. Das will Dyckmans ändern. In Zukunft soll die maximal erlaubte Zahl von Glücksspielautomaten, die in einer Gaststätte erlaubt sind, reduziert werden. Derzeit sind es drei.

Weniger Tabak und Alkohol

Trotzdem hatte die Drogenbeauftragte auch gute Nachrichten: Jugendliche greifen insgesamt seltener zur Flasche, zu Zigaretten und zu Joints. So habe der Tabakkonsum im Jahr 2011 einen neuen Tiefstand erreicht. Die Zahl der rauchenden Jugendlichen in der Altersgruppe der Zwölf- bis 17-Jährigen ist auf unter zwölf Prozent gesunken - 2001 lag er noch bei fast 18 Prozent. Auch der Konsum von Cannabis ist zurückgegangen. Nur noch 6,7 Prozent der Jugendlichen gaben an, die Droge bereits ausprobiert zu haben. 2004 waren es noch 15,1 Prozent.

Zudem ist der Alkoholkonsum bei Jugendlichen rückläufig. 14 Prozent der befragten Jugendlichen gaben an, mindestens einmal wöchentlich Alkohol zu trinken. Im Jahr 2001 waren es knapp 18 Prozent. Bei den jungen Erwachsenen (18 bis 25 Jahre) ist die Zahl der regelmäßigen Konsumenten mit 40 Prozent unverändert hoch.

[TK]

Links

www.drogenbeauftragte.de

ANZEIGE

Das könnte dich auch interessieren:

Hochschulkarte

Suche

Mimadeo / shutterstock.com
Über 19.000 Studiengänge an 747 Hochschulstandorten
Werbung
Werbung
Werbung
Werbung