Risiko-Faktoren gefunden

Migräne liegt in den Genen

published: 15.06.2012

Ein Migräne-Anfall tritt oft unerwartet und blitzschnell ein (Foto: Public Address)Ein Migräne-Anfall tritt oft unerwartet und blitzschnell ein (Foto: Public Address)

Ein Migräne-Anfall überrollt einen Menschen wie ein Überraschungsangriff aus dem Hinterhalt: Der Kopf schmerzt, Übelkeit beherrscht den Körper, Lichtstrahlen tun in den Augen weh. Sogar Geräusche wie Regentropfen an der Fensterschreibe hämmern plötzlich wie ein Presslufthammer an die Schädeldecke.

Diese Symptome dürften jedem Achten bekannt vorkommen, denn so viele Migräne-Patienten leiden selten bis regelmäßig unter Migräne-Anfällen. Frauen sind dabei öfter betroffen als Männer. Zwei Drittel der Patienten leiden an der häufigsten Migräne-Erkrankung mit Symptomen wie pochenden Kopfschmerzen, Übelkeit und Erbrechen. Bei anderen Formen kann es zusätzlich zu neurologischen Symptomen wie Sprach- und Sehstörungen (Aura) kommen.

Gibt es für Migräne eine Veranlagung?

Forscher der Ludwig-Maximilians-Universität (LMH) München konnten bei Migräne-Patienten vier genetische Risiko-Faktoren für die häufigste Migräneform feststellen. Die Wissenschaftler machten vier variierte DNA-Stränge aus, bei denen nur ein veränderter Baustein große Auswirkungen auf die Veranlagung für Migräne hat. Untersucht wurde das Erbgut von 5000 Migräne-Patienten. Auch für die Migräne mit Aura hatten die Forscher bereits einen genetischen Risikofaktor gefunden.

Diagnose "Migräne"

Migräne ist eine der häufigsten Schmerz-Erkrankungen. Die Migräne-Erkrankung hat Auswirkungen auf alle vom Gehirn gesteuerten Prozesse. Dies resultiert in vielfältigen Symptomen wie Schmerzen, Sprachstörungen und Konzentrationsstörungen bis hin zu Übelkeit. Aufgrund der unterschiedlichen Krankheitsbilder gibt es keine einheitliche herkömmliche Migräne-Therapie.

Therapiemöglichkeiten

Als erste Maßnahme kann mit einer medikamentösen Akutbehandlung der Kopfschmerz eingedämmt werden. Weitere Schritte sind eine Harmonisierung des Tagesablaufs, verhaltenstherapeutische Maßnahmen und gegebenenfalls eine vorbeugende Schmerztherapie. Viele Patienten lehnen diese jedoch aufgrund der Nebenwirkungen und möglicher Langzeitschäden ab.

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Ludwig Maximilians Universität München

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