Sprechstunde Dr. Anderson

Impfung gegen Gebärmutterhalskrebs

published: 10.08.2012

Dr. Karin Anderson ist Fachärztin für Psychiatrie und Neurologie und hat eine Zusatzausbildung für psychotherapeutische Medizin (Foto: Public Address)Dr. Karin Anderson ist Fachärztin für Psychiatrie und Neurologie und hat eine Zusatzausbildung für psychotherapeutische Medizin (Foto: Public Address)

Scoolz-Userin hannah01310 hat grauenvolle Geschichten über angebliche Risiken der HPV-Impfung gegen Gebärmutterhalskrebs gehört. Im Help-Forum fragt sie Dr. Karin Anderson um Rat.

Dr. Karin Anderson lebt im US-Bundesstaat Maine. Sie ist Fachärztin für Psychiatrie und Neurologie und hat eine Zusatzausbildung für psychotherapeutische Medizin. Als Forenexpertin für Scoolz berät sie unsere User kostenlos. Wenn du unserer Expertin ein Problem schildern möchtest oder eine Frage stellen willst, tue dies jederzeit gerne in den Foren Gefühlssachen oder Help.

hannah01310 fragt:

"Ich möchte die Impfung gegen Gebärmutterhalskrebs nicht vornehmen lassen, da ich schon viel von den Risiken (Migräne, Durchfall, Warzen oder sogar der Tod!) gehört habe. Daher wollte ich fragen, ob die Impfung freiwillig ist."

Dr. Karin Anderson antwortet:

"Hannah,
Du kannst dich zwar gegen viele sexuell übertragbare Krankheiten dadurch schützen, dass Dein Partner ein Kondom benutzt, aber gegen eine Ansteckung mit Papillomviren hilft auch ein Kondom nicht ausreichend. Sie sitzen nämlich nicht nur am Penis und in der Scheide, sondern auch an den Hoden und im gesamten Intimbereich.

In Deutschland erkranken jährlich 6000-7000 Frauen an Gebärmutterhalskrebs, und 1700 sterben daran. Damit liegt dieser Krebs an zehnter Stelle bösartiger Erkrankungen bei Frauen. Gebärmutterhalskrebs ist die einzige Krebserkrankung, gegen die man sich durch eine Impfung schützen kann. Zwar liegt in Deutschland die Todesrate niedriger als in anderen Ländern, dank besserer Vorsorgeuntersuchungen, aber selbst wenn der Krebs frühzeitig erkannt und operiert wird, können die betroffenen Frauen oft keine Kinder mehr bekommen. Gebärmutterhalskrebs entwickelt sich meist langsam und kommt daher eher bei Frauen mittleren Alters vor, aber eine meiner Patientinnen ist daran bereits mit Mitte Zwanzig erkrankt und ihre Gebärmutter musste entfernt werden, sodass eine Schwangerschaft nicht mehr möglich war.

Krebs ist leider immer noch eine lebensbedrohliche Erkrankung, die Warnung vor der Lebensgefährlichkeit einer HPV-Impfung gehört dagegen ins Reich der Internetfabeln. Und was wiegt schließlich schwerer - ein möglicherweise auftretendes, kurzfristiges Unwohlsein nach der Impfung, oder eine ernste und potentiell tödlich verlaufende Erkrankung?

Allerdings besteht keine Impfpflicht und auch die HPV-Impfung gegen Gebärmutterhalskrebs ist freiwillig. Wenn du noch unsicher bist, sprich das Thema am besten bei Deinem Arzt oder Deiner Ärztin noch einmal an.
LG, Dr. Karin Anderson"

[TK]

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