Zahlen der Techniker Krankenkasse

Auch Erwachsene erkranken an ADHS

published: 13.07.2012

ADHS-Betroffene leiden häufig unter Konzentrationsproblemen und Hyperaktivität (Foto: Techniker Krankenkasse)ADHS-Betroffene leiden häufig unter Konzentrationsproblemen und Hyperaktivität (Foto: Techniker Krankenkasse)

Das Zappelphilipp-Syndrom ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung) galt lange Zeit als Kinderkrankheit. Heute gehen Experten davon aus, dass auch über das Jugendalter hinaus etwa zwei bis vier Prozent der Erwachsenen von ADHS betroffen sind. Allerdings: Je älter die jungen Erwachsenen werden, desto seltener wird die Erkrankung diagnostiziert. Zahlen der Techniker Krankenkasse (TK) zeigen: Während im Jahr 2008 bei 3,2 Prozent der 17- bis 20-jährigen TK-Versicherten die Diagnose ADHS gestellt wurde, waren in dieser Gruppe im Jahr 2011 nur noch 0,8 Prozent der nun 20- bis 23-Jährigen von ADHS betroffen. Wie auch schon im Kindesalter tritt ADHS deutlich häufiger bei den männlichen erwachsenen Versicherten auf als bei den weiblichen.

Betreuung erforderlich

"ADHS hört nicht plötzlich mit der Volljährigkeit auf", erklärt Dr. Edda Würdemann, Apothekerin bei der TK. "Deswegen ist es besonders wichtig, dass die jungen Patienten auch über das Kinder-und Jugendalter hinaus eine dem Alter angemessene Therapie erhalten und von entsprechend qualifizierten Fachärzten lückenlos betreut werden."

Zusammenarbeit der Fachärzte

Die TK-Auswertung zeigt, dass es zurzeit noch nicht klar genug geregelt ist, welcher Facharzt in der Übergangszeit vom Jugend- ins Erwachsenenalter für die Behandlung zuständig ist. "Während die 17- bis 20-Jährigen überwiegend weiterhin zum Kinderarzt gehen, suchen die Patienten in der Altersgruppe der 20- bis 23-Jährigen eher einen Neurologen oder Allgemeinarzt auf", so Würdemann. Bei diesem Übergang sei eine besonders enge Zusammenarbeit der einzelnen Fachärzte notwendig.

Medikamente verantwortungsvoll einsetzen

Die TK fordert auch einen verantwortungsbewussten Umgang mit dem Medikamenteneinsatz bei Erwachsenen. "Arzneimittel können immer nur ein Teil der Lösung sein", betont Würdemann. "Langfristig müssen auch die jungen Erwachsenen lernen, mit ihrer Erkrankung umzugehen - auch ohne Medikamente."

[TK]

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