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Krebsrisikofaktor

Solarien sind potenziell tödlich

published: 16.10.2012

Wer sich häufig starkem UV-Licht aussetzt, dem droht nicht nur ein Sonnenbrand (Foto: Public Address) Wer sich häufig starkem UV-Licht aussetzt, dem droht nicht nur ein Sonnenbrand (Foto: Public Address)

Um die Urlaubsbräune zu erhalten, nutzen derzeit viele Menschen Solarien und setzen sich hochdosierter UV-Strahlung aus. Ärzte und Wissenschaftler bewerten dieses Verhalten als extrem gesundheitsschädlich. Denn: Das Risiko, am besonders aggressiven schwarzen Hautkrebs, dem malignen Melanom, zu erkranken, verdoppelt sich, wenn man im Alter von 14 bis zu 35 Jahren Solarien regelmäßig nutzt. "Etwa 800 Solariennutzer sterben jährlich europaweit an einem Melanom aufgrund zu häufigen Bräunens", sagt Hans-Peter Krämer, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Krebshilfe. "Daher ist es uns wichtig, insbesondere junge Menschen gezielt über diesen leicht vermeidbaren Krebsrisikofaktor aufzuklären."


Über 200.000 neue Krankheitsfälle

"Wir Hautärzte sehen zunehmend junge Erwachsene ab 20 Jahren mit Melanomen", sagt Professor Dr. Eckhard Breitbart, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Prävention (ADP) und Mitglied im Fachausschuss Krebs-Früherkennung der Deutschen Krebshilfe. Jährlich erkranken in Deutschland etwa 224.000 Menschen neu an Hautkrebs, 26.000 davon am gefährlichen malignen Melanom. Rund 3.000 Melanompatienten sterben jedes Jahr an den Folgen ihres Tumorleidens. Der schwarze Hautkrebs ist so gefährlich, da er bereits sehr früh Tochtergeschwülste bildet und dann oft nicht mehr heilbar ist. Zunehmend wird er bei jüngeren Menschen diagnostiziert, insbesondere bei Frauen. Experten machen häufige Solarienbesuche für diesen Trend verantwortlich.


Eine europäische Studie belegt drastisch, wie hoch das Risiko ist, durch regelmäßige Solariengänge an einem malignen Melanom zu erkranken und zu sterben: Von jährlich knapp 64.000 neuen Melanom-Fällen in 18 westeuropäischen Ländern führen Experten etwa 3.500 nachweislich auf den Gebrauch von Sonnenbänken zurück. Etwa 800 Menschen in diesen Ländern starben, weil sie regelmäßig Sonnenstudios nutzten.


Viele Solariennutzer minderjährig

"Der Aufklärungsbedarf in Deutschland zum Hautkrebsrisiko durch Solarien ist hoch", betont Gerd Nettekoven, Hauptgeschäftsführer der Deutschen Krebshilfe. Dies belegen die Ergebnisse der 'SUN STUDY 2012'". Danach bräunen sich hierzulande etwa 3,5 Millionen unter 35-Jährige sehr häufig: mindestens einmal pro Monat. Dies trifft insbesondere für Frauen im Alter zwischen 18 bis 25 Jahren zu. Erschreckend ist auch, dass 167.000 der derzeitigen Solariennutzer minderjährig sind. Nach geltendem Recht müssen Solarienbetreiber Minderjährigen seit 2009 den Zutritt verweigern. Doch trotz des Verbots nutzen Jugendliche weiterhin Solarien in öffentlich zugänglichen Räumen und Sonnenstudios. Die Deutsche Krebshilfe und ADP fordern daher regelmäßige Kontrollen durch die Behörden in Solarien, damit die seit Januar geltende UV-Schutz-Verordnung tatsächlich umgesetzt wird.

Jugendliche unterschätzen Risiko

"Junge Menschen hoffen, durch einen Solarienbesuch ihr ‚Wohlbefinden‘ und ihre ‚Attraktivität‘ zu steigern. Sie unterschätzen jedoch massiv die Hautkrebsgefahr, die von UV-Strahlen der Solariengeräte ausgeht", so Nettekoven. Daher bietet die Deutsche Krebshilfe Jugendlichen und jungen Erwachsenen im Internet unter www.rosi-hat-schwein-gehabt.de zielgruppenspezifische Infos zum Thema Hautkrebs und Solarien. Dazu gehört auch die Mobile Application "App in den Schatten". Hier kann jeder seine Freunde mit dem Smartphone im Zeitraffer altern lassen und die zunehmende Hautalterung als sichtbare Folge übermäßiger UV-Strahlen erleben.

[idw]

Links

Homepage der Deutschen Krebshilfe
"Rosi hat Schwein gehabt"

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