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Studie der Philipps-Universität Marburg

Schüler und Azubis schlafen zu wenig

published: 29.10.2012

Viele Schüler schlafen zu wenig (Foto: Public Address) Viele Schüler schlafen zu wenig (Foto: Public Address)

Wie viele Stunden schläfst du pro Nacht? Hast du das Gefühl, dass du regelmäßig eine ausreichend lange Ruhephase hast? Dann bist du eine Ausnahme - denn die meisten Jugendlíchen leiden unter permanentem Schlafmangel, wie eine Studie ergab.

"Qualitativer guter und quantitativ ausreichender Schlaf gilt als eine der wichtigsten Ressourcen für die Gesundheit, gerade für Heranwachsende", erklärt Professor Dr. Ulrich Koehler von der Philipps-Universität Marburg. Zusammen mit Gesundheitsforschern aus Dillenburg hat er im Rahmen der Deutschen Azubi-Gesundheitsstudie (DAGS) 8.850 Auszubildende und Schüler aus Dillenburg, Wetzlar, Korbach, Marburg, Gießen, Fulda, Frankfurt und Wiesbaden hinsichtlich ihrer Schlafgewohnheiten und ihres Gesundheitszustandes untersucht.

Weniger Schlaf als Ältere

Das Resultat: Im Durchschnitt schlafen die Jugendlichen während der Woche etwas mehr als sechseinhalb Stunden pro Nacht und am Wochenende neun Stunden. "Damit schlafen sie deutlich weniger als ältere Erwachsene", erklärt Koehler, "obwohl sie in ihrer Lebensphase eigentlich mehr Schlaf benötigen." Jeder Fünfte schlafe sogar während der Woche weniger als sechs Stunden und fast jeder Zweite schläft am Wochenende mehr als neun Stunden.

Permanentes Schlafdefizit

Junge Menschen hätten einen anderen Rhythmus, sie seien abends lange aktiv und würden morgens mindestens bis acht oder neun Uhr schlafen. Aufgrund des frühen Arbeits- oder Schulbeginns hätten viele ein permanentes Schlafdefizit, was sie am Wochenende durch sehr spätes aufstehen auszugleichen versuchten. "Knapp zwei Drittel der Jugendlichen fühlen sich tagsüber nicht ausgeruht und leistungsfähig", so Koautor Dr. Manfred Betz vom Dillenburger Institut für Gesundheitsförderung und -forschung.

Höhere Unfallgefahr

"Sie leiden zudem verstärkt an gesundheitlichen Problemen wie psychischen Beschwerden, Kopfschmerzen, Magen-Darm-Beschwerden und fehlen häufiger am Arbeitsplatz oder in der Schule", so Betz weiter. Besonders gefährlich: Wer tagsüber müde ist, hat ein höheres Risiko für Unfalle, etwa im Straßenverkehr. "Besonders überrascht hat uns, dass jeder Fünfte angab, in den vergangenen zwölf Monaten unter Schlafstörungen gelitten zu haben", sagt Koehler, "aber nur jeder zehnte Betroffene deshalb in Behandlung war." Hier gebe es Aufklärungsbedarf.

[HK/idw]

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