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Was kostet ADHS?

Nicht die Pillen sind teuer

published: 13.11.2012

Viele Kinder und Jugendliche, die am Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätssyndrom leiden, bekommen Medikamente (Foto: Techniker Krankenkasse) Viele Kinder und Jugendliche, die am Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätssyndrom leiden, bekommen Medikamente (Foto: Techniker Krankenkasse)

Rund 600.000 Kinder und Jugendliche in Deutschland leiden nach Schätzungen des Robert Koch-Instituts an dem Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätssyndrom - kurz ADHS. Ärzte behandeln es häufig mit dem Wirkstoff "Methylphenidat", besser bekannt unter dem Handelsnamen Ritalin. Die Verschreibungsmengen steigen seit Jahren deutlich. Allerdings: Die größten Kostentreiber in der Behandlung von ADHS sind nicht die Medikamente. Eine Studie des Wissenschaftlichen Instituts der Techniker Krankenkasse für Nutzen und Effizienz im Gesundheitswesen (WINEG) in Kooperation mit der Leibniz Universität Hannover und der Universität Bielefeld zeigt: Die größten Ausgabeposten in der Behandlung von ADHS-Kindern sind mit 44 Prozent Verhaltenstherapie und Heilmittel wie zum Beispiel Ergotherapie. "Dafür geben die Kassen pro Jahr und Patient durchschnittlich 1.704 Euro aus", weiß Professor Dr. Roland Linder vom WINEG, der die Studie geleitet hat.

Nach den Therapien folgen die Ausgaben für ambulante Behandlung (22 Prozent) und stationäre Versorgung (21 Prozent). "Für die Arzneimittel belaufen sich die durchschnittlichen Kosten pro Jahr und Kopf auf 483 Euro. Das entspricht nur zwölf Prozent der Gesamtausgaben", so Linder.

Lernstörungen und Depressionen

Die Studie ergab außerdem: Kinder mit ADHS leiden überdurchschnittlich häufig an Begleiterkrankungen. "Diese erklären auch die höheren Ausgaben im stationären und ambulanten Bereich", erklärt der Wissenschaftler. So haben Schüler mit ADHS zum Beispiel 15-mal häufiger als nicht betroffene Kinder mit Lernstörungen zu kämpfen. Depressive Phasen treten bei ihnen rund fünfmal häufiger auf. Auch das Verletzungsrisiko ist höher. "Ein lebhaftes ADHS-Kind ist impulsiv und tobt mehr. So kommt es zum Beispiel auch schneller zu Unfällen", weiß Linder.

Insgesamt belaufen sich die Ausgaben pro ADHS-Patient und Jahr auf 3.888 Euro. Der Vergleich zu einer alters- und geschlechtsgleichen Kontrollgruppe zeigt: Die Kassen geben für einen Patienten mit ADHS pro Jahr 2.902 Euro mehr aus als für ein Kind ohne die Diagnose.

[TK]

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