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Nach sexuellem Missbrauch

"Erzähl, wie es Dir geht!"

published: 10.12.2012

Willst du Experten erzählen, wie es dir geht? (Foto: Public Address)Willst du Experten erzählen, wie es dir geht? (Foto: Public Address)

13.458 Kinder und Jugendliche wurden laut der polizeilichen Kriminalstatistik im vergangenen Jahr Opfer sexuellen Missbrauchs. Die Dunkelziffer liegt weit höher. Manche Kinder kämpfen ein Leben lang mit den Folgen des Missbrauchs, anderen gelingt es, das Erlebte zu verarbeiten. Um herauszufinden, warum das so ist und daraus verbesserte Hilfen zu entwickeln, befragen Wissenschaftler und Psychologen der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie/ Psychotherapie in einer bundesweiten Studie Opfer sexueller Gewalt. Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend fördert das Projekt mit rund 130.000 Euro. Für die Studie werden Teilnehmerinnen und Teilnehmer in ganz Deutschland gesucht.

Fragebögen und Gespräche

Sexuelle Gewalt umfasst Bemerkungen mit sexuellem Inhalt, das erzwungene Anschauen von Bildern mit sexuellen Handlungen oder von entblößten Menschen, sexuell geprägte Berührungen sowie Vergewaltigungen. Wer so etwas als Kind oder Jugendlicher erlebt, muss damit sein Leben lang umgehen. Die Wissenschaftler und Psychologen der Ulmer Studie wollen mit Hilfe von strukturierten Fragebögen und Gesprächen Kinder und Jugendliche über ihre Erlebnisse, ihren Umgang damit und ihre heutige Situation befragen.

Individuelle Rückmeldung

"Durch die so erstellte klinische Diagnostik können wir helfen, mögliche Spätfolgen sexuellen Missbrauchs frühzeitig zu erkennen und zu behandeln", erläutert Studienleiter Prof. Dr. Lutz Goldbeck, Leiter der Sektion Psychotherapieforschung und Verhaltensmedizin an der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie/ Psychotherapie. Jeder Teilnehmer erhält nach der Befragung eine individuelle Rückmeldung. "Wir können Therapieempfehlungen geben oder im günstigen Fall die psychische Gesundheit bestätigen, was für viele Betroffene sehr wichtig ist", so Goldbeck. Zum Nutzen für die einzelnen Teilnehmer kommt der Nutzen für andere Betroffene: "Mit Hilfe der Interviews wollen wir herausfinden, was Opfern sexueller Gewalt bei der Bewältigung ihrer Erlebnisse geholfen hat oder was die Verarbeitung erschwert hat. Daraus wollen wir lernen, wie wir sexuellen Missbrauch besser erkennen und wie wir minderjährige Opfer früher und besser unterstützen und behandeln können", erklärt Professor Goldbeck.

Teilnahme an der Studie möglich: An der Studie können mit einer erwachsenen Bezugsperson Kinder und Jugendliche zwischen 7 und 17 Jahren teilnehmen, die belastende Erfahrungen gemacht haben – unabhängig davon, ob es ihnen heute gut oder schlecht geht. Die Studie besteht aus einem Fragebogen, einem ausführlichen Telefoninterview und einer individuellen Rückmeldung. Sie unterliegt strengsten Datenschutzbestimmungen. Die Teilnehmer erhalten eine Aufwandsentschädigung von 50 Euro.

Für ein erstes Gespräch und weitere Informationen steht die Psychologin M. Sc. Annika Münzer unter Tel: 0731 – 500 62672 oder per Mail unter annika.muenzer@uniklinik-ulm.de zur Verfügung.

[idw]

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