Sprechstunde

"Bin ich schon ausgebrannt?"

published: 31.05.2013

Die Expertin Dr. Karin Anderson beantwortet im Help-Forum deine Fragen (Foto: racorn/shutterstock.com) Die Expertin Dr. Karin Anderson beantwortet im Help-Forum deine Fragen (Foto: racorn/shutterstock.com)

Keeper94 wendet sich im Help-Forum an Dr. Karin Anderson, weil er an nichts mehr Spaß hat und sich kaum noch motivieren kann. Die Foren-Expertin erklärt ihm, ob es sich schon um ein Burnout-Syndrom handeln könnte.

Dr. Karin Anderson lebt im US-Bundesstaat Maine. Sie ist Fachärztin für Psychiatrie und Neurologie und hat eine Zusatzausbildung für psychotherapeutische Medizin. Als Forenexpertin für Scoolz berät sie unsere User kostenlos. Wenn du unserer Expertin ein Problem schildern möchtest oder eine Frage stellen willst, tue dies jederzeit gerne in den Foren Gefühlssachen oder Help.

Keeper94:"Hallo,
seit ein paar Wochen habe ich das Gefühl, dass ich mit allem überfordert bin - egal, was ich mache. Ich kann mich zu nichts richtig motivieren. Ich habe nicht mal mehr richtigen Hunger. Ich bin leichter reizbar als früher und habe kaum Fun an irgendwelchen Aktivitäten mit Freunden und fühle mich dabei wie das fünfte Rad am Wagen. Besteht bei mir die Gefahr von Burnout schon so früh?"

Dr. Karin Anderson:
"Hallo,
als Burnout-Syndrom bezeichnet man ein Gefühl von chronischer Erschöpfung und Desinteresse. Davon betroffen sind Menschen, die sehr ehrgeizig sind, alles am liebsten 150-prozentig machen wollen und dabei nie ihren eigenen überzogenen Ansprüchen genügen können. Sie vernachlässigen über ihrer Arbeit ihre eigenen Bedürnisse, ziehen sich von ihrer Umwelt zurück, vermeiden soziale Kontakte, werden depressiv und entwickeln vielfältige psychosomatische Symptome. Ihr Job verbraucht all ihre Energie, es bleibt nichts mehr übrig für irgendetwas anderes.

Dieses psychische Krankheitsbild entwickelt sich aber langsam während langer Jahre Berufstätigkeit, nicht bei jungen Leuten während ihrer Ausbildung. Was du bei dir beobachtest, sind zwar ebenfalls Symptome einer depressiven Verstimmung, die sind aber eher unspezifisch und nichts Ungewöhnliches und haben sicher eher etwas mit deiner Ausbildung zu tun, dem momentanen Druck, unter dem du dich befindest, und deiner anstehenden Prüfung. Du solltest dir wirklich einmal überlegen, was dich bei der Ausbildung so stresst und wovor du eigentlich am meisten Angst hast.

Wenn dir das etwas klarer wird (und du dich nicht mehr vor einer nebulösen Krankheit fürchtest) ist es dir sicher auch eher möglich, deine Situation etwas objektiver zu sehen und Ideen zu entwickeln, wie du dich entlasten und dir ein Stück helfen kannst. Dabei ist es bestimmt sehr nützlich, dir deine Zukunftshoffnungen und Pläne - nach Ende der Ausbildung und nach bestandener Prüfung - vor Augen zu führen und auszumalen, damit du wieder ein Ziel vor Augen hast, für das es sich lohnt, noch ein bisschen durchzuhalten und Ausbildungsfrust und Prüfungsangst auf sich zu nehmen.
LG, Dr. Karin Anderson"


[TK]

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