Alkoholprävention im Jugendfußball

Vorbilder entscheiden Trinkverhalten

published: 09.04.2013

Zum Fußballspielen muss kein Alkohol gehören (Foto: Public Address) Zum Fußballspielen muss kein Alkohol gehören (Foto: Public Address)

Ob Jugendliche im Alter von zwölf bis 16 Jahren regelmäßig Alkohol konsumieren, hängt nicht nur von der Unterstützung aus dem Elternhaus ab. Bedeutsam ist auch, wie in Sportvereinen mit Alkoholkonsum umgegangen wird und wie die jungen Sportler selbst die Folgen des Trinkens einschätzen. Dies machen die Zwischenergebnisse des Programms TrainerPLUS zur Alkoholprävention im Jugendfußball deutlich. Der Lehrstuhl für Pädagogische Psychologie und Gesundheitspsychologie der Humboldt-Universität zu Berlin hat es entwickelt und umgesetzt.


Falsche Vorstellungen

Bei den jugendlichen Fußballern dokumentieren die Zwischenergebnisse verzerrte Einschätzungen der Jugendlichen zum Alkoholkonsum in der eigenen Altersgruppe. "Der Anteil der trinkenden Gleichaltrigen wird meist als zu hoch eingeschätzt. Die erlebte Verbreitung und Normalität zu trinken weckt den Wunsch dazuzugehören und kann einen Druck erzeugen, selbst auch trinken zu müssen", so Erziehungswissenschaftler Jerusalem. In der TrainerPLUS-Stichprobe konnte diese Tendenz bestätigt werden. Diese Überschätzung ist besonders ausgeprägt in der Altersgruppe der 13- bis 14-Jährigen, in der der Einstieg in den Alkoholkonsum erfolgt.

Vor allem besteht ein starker Zusammenhang des jugendlichen Trinkverhaltens mit dem der beiden besten Freunde. Ein früher und häufiger Konsum zeigt sich nur in den Gruppen, in denen jeweils die beiden besten Freunde Alkohol trinken. "Es ist also besonders wichtig, im Jugendalter akzeptierte Vorbilder zu finden, die keinen Alkohol trinken", fügt der Projektleiter an.


Weniger anfällig für Missbrauch

Ziel von TrainerPLUS ist es, Trainer und Vereine für den Umgang mit Alkohol und ihre damit verbundene gesellschaftliche Verantwortung zu sensibilisieren. "Den Alkoholkonsum von Jugendlichen ganz zu vermeiden wird uns nicht gelingen. Ihn hinauszuzögern wäre schon ein riesiger Erfolg. Denn Studien zeigen, je später junge Menschen mit Alkohol in Kontakt kommen, desto weniger anfällig sind sie später für Missbrauch oder gar eine Sucht", erklärt Projektleiter Prof. Dr. Matthias Jerusalem.

Jugendtrainer aus 400 Vereinen

Das Programm bildete in Workshops bundesweit Jugendtrainer aus 400 Fußballvereinen weiter, sodass sie zu Präventionsvermittlern für ihre zwölf- bis 16-jährigen Spieler wurden. Zusätzlich erhielten sie Informationen und Praxistipps auf der projekteigenen Webseite und in regelmäßigen Newsletternt. In Phase zwei wurden mögliche Einstellungsänderungen besprochen sowie Übungen und Methoden für die praktische Trainingsarbeit vorgestellt.

[idw/HK]

Links

TrainerPLUS im Web
Techniker Krankenkasse im Web

ANZEIGE

Das könnte dich auch interessieren:

Hochschulkarte

Suche

Mimadeo / shutterstock.com
Über 19.000 Studiengänge an 747 Hochschulstandorten
Werbung
Werbung
Werbung
Werbung