Gesundheit

Jugendliche sind Vorsorge-Muffel

published: 30.04.2013

Viele 13-Jährige sehen keinen Grund, zur J1-Untersuchung zu gehen. Dabei hat dieser Check für sie viele Vorteile (Foto: Stockfotografie/shutterstock.com) Viele 13-Jährige sehen keinen Grund, zur J1-Untersuchung zu gehen. Dabei hat dieser Check für sie viele Vorteile (Foto: Stockfotografie/shutterstock.com)

Wer glaubt schon mit 13 Jahren, dass Gesundheitsvorsorge wichtig ist? Die Frage eines Jugendlichen an die Community eines Online-Portals spricht Bände: "Hallo Leute, ich bin 13 und habe letztens einen Brief von der Krankenkasse bekommen, in dem stand, dass ich zur J1 eingeladen bin, aber nicht hingehen muss. Aber meine Eltern wollen mich dazu zwingen... habe ich ein Recht, nicht hin zu gehen?" Der Check-up J1 kann dazu beitragen, körperliche und psychische Probleme von Jugendlichen frühzeitig zu erkennen. Doch wer sich fit und gut drauf fühlt, hat in diesem Alter zumeist andere Prioritäten. Während an den Vorsorgeuntersuchungen im Kindesalter (U1-U9) noch 80 bis 100 Prozent der Kinder teilnehmen, rauschen die Teilnahmezahlen bei den späteren Untersuchungen nach unten.

Weniger als die Hälfte bei der J1

Wie eine erste bundesweite Studie der Wissenschaftler vom Versorgungsatlas nun belegt, nehmen nur 43 Prozent der gesetzlich versicherten Jugendlichen die J1-Untersuchung in Anspruch. "Die Rate in unserer Studie liegt zwar über jenen anderer Untersuchungen", sagt Dr. Sandra Mangiapane, die Leiterin des Versorgungsatlasses. "Gleichwohl muss alles getan werden, um mehr Jugendliche zur Teilnahme zu motivieren."


Große regionale Unterschiede

Dass dieses möglich ist, belegen die deutlichen regionalen Unterschiede sowohl auf der Ebene der Bundesländer als auch auf Kreisebene. Der Stadtstaat Bremen führt beispielsweise mit einer Teilnahmerate von 52 Prozent das Ranking der Bundesländer an. Der Spitzenreiter auf Kreisebene liegt in Nordrhein-Westfalen: Im Landkreis Mettmann nahmen 69,7 Prozent der Jugendlichen an der Untersuchung teil. In den neuen Bundesländern lagen die Teilnehmerraten bei der Analyse unter dem Durchschnitt und unter den Raten der alten Bundesländer.


Warum Früherkennungsuntersuchungen?

Die Techniker Krankenkasse (TK) betont, dass für viele Krankheiten gilt: Je früher sie erkannt werden, desto größer sind die Heilungschancen. In der Phase der Pubertät werden zudem oft wichtige Entscheidungen getroffen, wie zum Beispiel für die spätere Berufswahl, bei der auch die Gesundheit eine wichtige Rolle spielen kann. Früherkennungsuntersuchungen bieten deshalb für die Entwicklung im Jugendalter viele Vorteile. Zum einen können Krankheiten und Störungen rechtzeitig erkannt werden. Zudem kann die Behandlung bei Bedarf frühzeitig einsetzen und ist dadurch weniger aufwändig und belastend. Zum anderen bestehen dann gute Heilungsaussichten und Krankheitsfolgen können oft vermieden oder abgeschwächt werden.

[idw/TK]

Links

Versorgungsatlas im Web
Techniker Krankenkasse im Web

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