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Studie

Jeder neunte Teenager nimmt Drogen

published: 26.04.2013

Das Einstiegsalter für illegalen Konsum ist dramatisch gesunken (Foto: Public Address) Das Einstiegsalter für illegalen Konsum ist dramatisch gesunken (Foto: Public Address)

Jeder neunte Jugendliche in Niedersachsen konsumiert in riskanter Weise illegale Drogen. Das zeigt eine neue Missbrauchsstudie aus Niedersachsen. Elf Prozent der Befragten fingen mit knapp elf Jahren an zu rauchen, hatten mit zwölf den ersten Rausch, mit 13 bereits Shisha geraucht und mit 14 Jahren erste Erfahrungen mit Cannabis. Das sind die erschütternden Ergebnisse einer neuen Studie, die auf der Befragung von 1000 Schülerinnen und Schülern im Alter von zwölf bis 18 Jahren beruht.

Neue Fakten zum Drogenmissbrauch Jugendlicher


"Die Drogen konsumierenden Jugendlichen weisen im Vergleich zu anderen Schülern eine niedrigere Lebenszufriedenheit auf, sie haben ein geringeres soziales Verhalten, mehr emotionale Probleme, stärkere Verhaltensauffälligkeiten und eine erhöhte Hyperaktivität", sagt Prof. Dr. Rainer Thomasius, ärztlicher Leiter des Deutschen Zentrums für Suchtfragen des Kindes- und Jungendalters (DZSKJ) am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE).

Schulfach "Gesundheit" gefordert

Angeregt wurde die Untersuchung von Wolfgang Kiehl, der seit sieben Jahren mit dem Suchtmobil unterwegs ist, um Jugendliche anhand seiner eigenen Suchterfahrungen über die Risiken von Drogenmissbrauch aufzuklären und so jährlich rund 15.000 Schülerinnen und Schüler direkt erreicht. "Meine Meinung ist, dass es das Fach 'Gesundheit´ in der Schule geben muss. Ich plädiere dafür, dass schon in der Grundschule mit Suchtprävention begonnen werden muss, spätestens in der fünften Klasse."

Wolfgang Kiehl, Dr. Frank Verheyen, Dr. Sabine Voermans und Professor Dr. Rainer Thomasius (v.l.) präsentierten die Ergebnisse der Studie (Foto: Public Address)Wolfgang Kiehl, Dr. Frank Verheyen, Dr. Sabine Voermans und Professor Dr. Rainer Thomasius (v.l.) präsentierten die Ergebnisse der Studie (Foto: Public Address)

Beratung durch die Techniker Krankenkasse

Wolfgang Kiehl wird von der Techniker Krankenkasse (TK) unterstützt. Die jetzt in Hannover vorgestellte Untersuchung "Prävalenzstudie zum Konsum psychotroper Substanzen..." wurde vom wissenschaftlichen Institut der TK für Nutzen und Effizienz im Gesundheitswesen (WINEG) wissenschaftlich betreut. Und die TK engagiert sich in der Beratung der betroffenen Jugendlichen: "An zehn Standorten in Deutschland bietet die TK inzwischen eine individuelle Beratung unter dem Motto SToP (Starke Teens ohne Promille) an", sagt Dr. Sabine Voermans, Leiterin der TK-Landesvertretung Niedersachsen. Weitere Präventionsangebote gibt es bei www.tk.de oder der Scoolz-Beraterin Dr. Karin Anderson.

Ergebnisse bundesweit übertragbar?

Die jetzt für Niedersachsen neu ermittelten Ergebnisse decken sich teilweise mit bundesweiten Befragungen durch die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BzgA) und andere Institutionen. Es ist also davon auszugehen, dass das Einstiegsalter bundesweit gesunken ist und auch die anderen Ergebnisse der niedersächsischen Untersuchung übertragbar sind.

Cannabis ist nicht mehr das Gras von früher

Wichtig ist in diesem Zusammenhang auch, dass wir heutzutage bei Cannabis über eine andere Droge sprechen, als sie die jetzige Elterngeneration in ihrer Jugend kennenlernte und zuweilen verharmlost. "Die heutigen Cannabisprodukte haben einen vier- bis achtmal höheren Wirkstoffgehalt", sagt Prof. Thomasius. Ein einziger erster Joint, so der Mediziner, könne schon eine Psychose auslösen oder andere schwerwiegende Folgen haben.

[Günter]

Links

Die TK im Web
DZSKJ
Das Suchtmobil
Scoolz-Beraterin Dr. Karin Anderson

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