Dusch-Ratgeber

Marathon-Belastung für die Haut

published: 10.10.2007

Häufiges Duschen entzieht der Haut Feuchtigkeit und Fett (Foto: RomanRuzicka/shutterstock.com) Häufiges Duschen entzieht der Haut Feuchtigkeit und Fett (Foto: RomanRuzicka/shutterstock.com)

Zu Großmutters Zeiten lief das mit der Körperhygiene noch anders ab: Samstags war Badetag und anstelle diverser Gels und Cremes gab es ein Stück Kernseife. Schon bei der Vorstellung von nur einem Bad oder einer Dusche pro Woche rümpfen wir die Nase. Stehen heute doch die meisten Menschen mindestens einmal täglich unter der Brause. Ihrer Haut tun sie damit allerdings keinen Gefallen. Besonders dann nicht, wenn diese von Natur aus trocken ist. Trotzdem muss auf die tägliche Dosis Duschen nicht verzichtet werden. Die TK sagt euch, worauf ihr achten müsst.

Zu viel Duschen
Die meisten Menschen duschen eher zu viel als zu wenig. Dieses Urteil gilt zumindest, wenn man in erster Linie das Wohl ihres größten Organs betrechtet: der Haut. Durch das Duschen und den oft großzügigen Einsatz von Reinigungsprodukten wie Duschgels und Seife wird ihr Feuchtigkeit entzogen. So wird nicht nur der Schmutz aus den Poren gewaschen sondern auch das natürliches Fett. Der Säureschutzmantel, der die Haut vor äußeren Einflüssen schützt, wird durch jede Dusche geschädigt. Stoffe in den Duschgels wie etwa Tenside zerstören ein Bakterium namens Staphylococcus epidermidis, das die Besiedlung durch krankmachende Keime verhindert. Durch die fehlende Schutzschicht haben es Bakterien dann besonders leicht. Pickelchen und Rötungen können die Folge sein.

Auch die Temperatur spielt beim Duschen eine wichtige Rolle: Je heißer das Wasser ist, umso schlechter ist das für die Haut. Schon nach vier Minuten heißem Duschen kann sich fast die gesamte schützende Fettschicht auflösen. Durch den Einsatz von stark schäumenden Duschgels trocknet die Haut noch schneller aus. Sie wird spröde. Trotzdem müsst ihr selbst mit zu Trockenheit neigender Haut nicht auf die tägliche Dusche verzichten. Dann solltet ihr aber ein paar Regeln einhalten.

Welcher Hauttyp?
Zuerst solltet ihr euren Hauttyp beachten. Menschen mit trockener Haut müssen besonders aufpassen: Sie sollten nur kurz und lauwarm (höchstens 39 Grad Celsius) duschen. Dabei sollten sie spezielle Duschgels verwenden, die pH-neutral sind. Empfehlenswert sind auch Duschöle oder Cremeduschen. Sie entziehen der Haut deutlich weniger Fett als herkömmliche Produkte.

Auch sensible Hauttypen müssen vorsichtig im Umgang mit der Brause sein. Bei ihnen ist häufig die Regeneration des Säureschutzmantels gestört, der übrigens hauptsächliche durch Absonderungen der Hautdrüsen, also Schweiß, gebildet wird.
Außerdem reagiert ihre Haut oft auf Duft- und Farbstoffe mit Rötungen oder Juckreiz. Hier gelten ähnlich Regeln wie für Menschen mit trockener Haut. Zusätzlich sollten die Pflegeprodukte aber auf ihre Inhaltsstoffe untersucht werden: Auf Tenside und Duft-, Farb- und Konservierungsstoffe möglichst verzichten. Verwendet besser Produkte mit pflanzlichen Ölen. Sie dringen tief in die Haut ein, versorgen sie mit wichtigen Fettsäuren und lassen sie gleichzeitig atmen.

Wer eher fettige Haut hat, muss sich beim Duschen die wenigsten Sorgen machen. Zwar wird auch hier der Säureschutzmantel angegriffen, doch die Haut kann die natürliche Schutzschicht schneller wieder aufbauen. Allerdings solltet ihr keine zu aggressiven Dusch-Gels verwenden. Diese würden die Haut dazu anregen, zu viel Fett zu produzieren.

Nach dem Duschen
Auch nach dem Duschen kann man einiges tun, um seiner Haut auf die Sprünge zu helfen, etwa mit dem Handtuch. Kräftiges Rubbeln kurbelt zwar die Durchblutung an, entfernt aber auch die hauteigenen Fette oder schützenden Pflegeöle von der Oberfläche. Deshalb solltet ihr besser sanft tupfen statt fest zu reiben.

Danach die Haut immer mit Lotionen oder Ölen eincremen: Die geben dem Organ die notwendige Feuchtigkeit zurück. Lotionen wirken übrigens am besten, wenn die Haut vom Duschen noch warm ist. Dann sind die Poren weiter geöffnet und die Lotion kann besonders gut einziehen. Körperöl kann sogar auf der noch feuchten Haut verteilt werden. Auf diese Weise entfaltet es einen besonders hohen Feuchtigkeitsschutz.

Auch wenn das Ziel des Duschens ja ihre Vertreibung ist: Ein gewisses Maß an Schmutz und Bakterien braucht die Haut. Eine grundsätzliche Regel, wie viele Duschbesuche pro Woche erlaubt sind, lässt sich nicht aufstellen. Das hängt sowohl von euren individuellen Vorlieben als auch von eurem Hauttyp ab. Je öfter ihr euch aber unter den Duschkopf stellt, umso intensiver solltet ihr euch auch der Pflege eurer Haut widmen.

[TK]

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