Techniker (TK)

App gegen Essstörungen

published: 05.07.2017

Die App "Jourvie" hilft Menschen, die an einer Essstörung leiden, auf dem Weg in ein normales Essverhalten (Foto: Elena Leya/Shutterstock.com) Die App "Jourvie" hilft Menschen, die an einer Essstörung leiden, auf dem Weg in ein normales Essverhalten (Foto: Elena Leya/Shutterstock.com)

Sieben Esslöffel Müsli, 150 Gramm Joghurt und ein halber Apfel. Unauffällig tippt Louisa ihr Frühstück vor der Vorlesung in ihr Smartphone. In der Uni soll niemand wissen, dass sie jede Mahlzeit protokollieren muss. Seit sie sieben Jahre alt ist, leidet die 22-Jährige an Anorexia nervosa, Magersucht. Nach mehreren Krankenhausaufenthalten und begleitender Psychotherapie ist Louisas Zustand inzwischen stabil. Bundesweit mussten 2015 nach Angaben der Techniker (TK) 12.142 Patienten wegen einer Essstörung stationär behandelt werden. Das ist ein Anstieg von mehr als zwölf Prozent gegenüber 2005.
 

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Die Ursachen für Essstörungen sind komplex. Ein Klinikaufenthalt allein ist für viele Patienten nicht ausreichend, um die krankhaften Verhaltensmuster abzulegen. Um Patienten wie Louisa auch nach stationären Aufenthalten weiterhin Halt zu geben und sie auf dem Weg in ein gesundes Essverhalten zu begleiten, kooperiert die TK seit 2014 mit dem Therapienetz Essstörung in Bayern.
Einkaufen, kochen und essen - was für die meisten Alltag ist, ist für Louisa ein mühsam erkämpfter Teilerfolg gegen die Krankheit. Auf ihrem Weg in ein normales Essverhalten hilft ihr die App "Jourvie". Louisa ist eine von 20 Patientinnen des Therapienetzes Essstörung, die die App in einer dreimonatigen Pilotphase in Bayern testen. Auf ihrem Handy kann Louisa schnell und diskret ihre Mahlzeiten eingeben. "Ich fand es immer unangenehm, wenn Fremde sehen konnten, dass ich mein Essen aufschreibe. Da wird man gleich in eine Schublade gesteckt", sagt Louisa. Die Dokumentation mit dem Smartphone ist zeitgemäßer als Papier. Die Patientinnen denken eher daran, ihre Mahlzeiten zu notieren, da sie das Smartphone immer dabei haben. Louisa schickt ihr Essprotokoll ein bis zwei Mal pro Woche aus der App an ihre Ernährungsberaterin, die den Plan mit ihr bespricht.
 

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Entwickelt wurde die App "Jourvie" vom gleichnamigen Start-up in Berlin. Die Gründerin Ekaterina Karabasheva litt selbst viele Jahre unter einer Essstörung und hat die App mit den Erfahrungen ihrer eigenen Krankheitsgeschichte entwickelt. "Jourvie" wurde im vergangenen Jahr unter zahlreichen Bewerbern als eines von fünf Start-ups zum Innovationstag von TK und Handelsblatt nach Berlin eingeladen. Die TK möchte mit dem Innovationstag jungen Unternehmen die Chance geben, im etablierten Gesundheitsmarkt Fuß zu fassen. "'Jourvie' zeigt, wie Apps die Therapiepraxis entscheidend vereinfachen können. Wir freuen uns, dass Jourvie es jetzt in Bayern in den Versorgungsalltag geschafft hat", sagt Christian Bredl, Leiter der TK in Bayern.
 

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"Jourvie" füllt mit dem digitalen Essprotokoll eine Lücke in der Therapie von Essstörungen. Bislang ist es für digitale Neuerungen jedoch noch immer schwer, sich im ersten Gesundheitsmarkt zu etablieren. Nur wenigen Gründern gelingt es, in der Branche Fuß zu fassen. "Innovative Ideen müssen sowohl für Patienten als auch für Ärzte und Therapeuten einen Mehrwert bieten, sonst haben sie keine Chance im Markt", sagt Bredl. Deshalb sei es wichtig gemeinsam mit Start-ups Wege zu finden, wie Innovationen in den Gesundheitsmarkt gebracht werden können.

[TK]

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Die Techniker Krankenkasse (TK) ist eine bundesweite gesetzliche Krankenkasse mit mehr als 10 Millionen Versicherten. Für ihre Leistungen und ihren Service wird die Techniker Krankenkasse immer wieder ausgezeichnet. Focus Money kürte sie 2017 zum elften Mal in Folge zur besten Krankenkasse Deutschlands. Die TK belegt Spitzenplätze in weiteren Kassenvergleichen: http://www.tk.de/tk/135320. Hinweise zum Datenschutz Veröffentlicht nichts an Daten und Informationen, was Ihr nicht wirklich öffentlich machen wollt. Überlegt, welche Daten Ihr bei YouTube einstellt und mit wem Ihr diese Daten teilen möchtet. Überprüft die Voreinstellungen zum Schutz Eurer Privatsphäre. Möglicherweise sind Eure Daten automatisch für alle Nutzer sichtbar. Informationen zum Datenschutz erhaltet Ihr über hwww.bfdi.bund.de. Alle Fragen, die Ihr uns auf YouTube stellt, dürfen wir nur datenschutzgerecht beantworten. Zum Impressum: http://www.tk.de/tk/tk/8014

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