Stark ins neue Jahr

Dumme Sprüche? Nein, danke!

published: 09.01.2008

Dumme Sprüche lassen uns zunächst oft sprach- und ratlos zurück (Foto: Public Address)Dumme Sprüche lassen uns zunächst oft sprach- und ratlos zurück (Foto: Public Address)

Kirsten sitzt mit rauchendem Kopf über ihren Prüfungsunterlagen in der Bibliothek, als plötzlich ihr Kommilitone Flo vor ihr steht: "Na, machst du dich schon wieder verrückt?" grinst er. Kirsten fällt vor lauter Überraschung nichts darauf ein. Schließlich ist es doch immer Flo, der sich kurz vor den Klausuren ihre Mitschriften ausleiht.

Ähnliche Situationen, in denen man mit blöden Kommentaren oder provozierenden Sprüchen von Kommilitonen, Freunden oder Bekannten konfrontiert wird, kennt wohl jeder. Oft fällt einem die passende Antwort leider erst zu spät ein und die wütenden Gefühle kreisen noch lange um den Vorfall. Die Techniker Krankenkasse kennt Tricks, wie ihr euch nicht so schnell aus der Ruhe bringen lasst und rechtzeitig die richtigen Worte findet.

Neid und Konkurrenz
Häufig erwischt Kritik oder Provokation einen unerwartet und lässt viele offene Fragen zurück. Es ist wichtig, sich darüber klar zu werden, was eigentlich genau passiert ist. Meist stecken spezielle Gründe wie Neid, Konkurrenz oder Minderwertigkeitskomplexe hinter blöden Kommentaren.

Im Fall von Kirsten und Flo gibt es verschiedene denkbare Möglichkeiten: Vielleicht will Flo sein schlechtes Gewissen überspielen, weil er noch nicht mit den Prüfungsvorbereitungen angefangen hat? Es kann auch sein, dass er neidisch auf Kirstens gute Leistungen ist und sich kaum Vergleichbares zutraut.

Stellt sich bei näherer Betrachtung heraus, dass die Motive des anderen gar nichts mit der eigenen Person zu tun hatten, schafft man es eventuell auch, die Provokation einfach zu vergessen oder ihn oder sie in einer ruhigen Minute noch einmal darauf anzusprechen.

Tief Luft holen
Wenn es Kirsten gelingt, Flos Verhalten richtig zu deuten, wird es ihr viel leichter fallen, angemessen darauf zu reagieren. Allerdings ist es in einem solchen Moment gar nicht so leicht, ruhig zu bleiben und über die Motive nachzudenken. Um den Schreck erst einmal zu verdauen, hilft es, tief durchzuatmen und sich bewusst zu entspannen.

Oft passiert es, dass man sich angesichts eines Angriffs unwillkürlich klein macht. Damit ihr nicht in eine Art "Opfer-Haltung" verfallt, setzt euch bewusst aufrecht hin und nehmt die Schultern zurück. So signalisiert ihr, dass ihr euch nicht so leicht ins Boxhorn jagen lasst sondern euch wehrt.

Mut zur Stille
Umso mehr ihr euch den Kopf über die "perfekte" Antwort zermartert, umso weniger wird sie euch einfallen. Versucht, euch nicht unter Druck zu setzen, schließlich ist es nicht wichtig, was andere von euch denken, sondern wie ihr am besten euren Ärger loswerdet. Wenn es die Situation erlaubt, könnt ihr euer Gegenüber auch einfach ignorieren, anstatt euch zu einer besonders dämlichen Antwort hinreißen zu lassen.
Problem direkt ansprechen
Kritisiert euch jemand vielleicht nur, weil ihm eure Meinung nicht passt oder weil ihr ihm widersprochen habt? Meist rechnet der "Provokateur" damit, dass ihr euch wehrt, verlegen werdet oder dass andere über euch lachen. Am wenigsten wird er oder sie jedoch darauf warten, dass ihr das Problem direkt ansprecht.

Kirsten könnte Flo also beispielsweise fragen: "Ich kann also davon ausgehen, dass du in diesem Jahr nicht auf meine Unterlagen zurückgreifen willst?" Diese Frage nimmt ihm die Luft aus den Segeln und würde eine weitere Provokation nur lächerlich aussehen lassen.

Dem anderen den Schrecken nehmen
In manchen Fällen handelt es sich bei den Kritikern auch um Menschen, die einem ohnehin schon Furcht oder Respekt einflößen - wie eine Professorin oder der Schwarm aus dem Geschichtskurs. Greift der- oder diejenige euch dann an, geschieht es schnell, dass ihr vor lauter Stress wie gelähmt seid.

Wie wäre es denn, sich den "Bösewicht" einfach einmal nackt in Socken vorzustellen oder sich zu überlegen, dass ihm Schweinsohren wachsen? Eine solches Bild nimmt dem Gegenüber den Schrecken und löst die eigene Starre auf. So seid ihr viel schneller wieder in der Lage, mit kühlem Kopf auf die Situation zu reagieren.

Letzte Rettung
In manchen Fällen ist es wirklich schwer, die wahren Beweggründe für einen negativen Kommentar nachzuvollziehen - und manchmal gibt es auch keine. In einer solchen Situation gibt es ein paar Tricks, wie ihr euch erfolgreich wehrt. Eine gute Taktik ist es, den Sprücheklopfer zu verwirren, indem ihr abrupt das Thema wechselt. Stellt ihm eine Frage zu einem völlig absurden Problem oder antwortet mit einer Lebensweisheit à la "Einen alten Baum verpflanzt man nicht", unabhängig davon, was euer Gegenüber gerade gesagt hat.

Natürlich fällt einem nicht immer etwas Passendes ein, allerdings lässt sich Schlagfertigkeit auch trainieren. Wichtig ist lediglich, dass ihr euch nicht zurückzieht. Traut euch, den Mund in unangenehmen Situationen aufzumachen und im Mittelpunkt zu stehen. Wer einige Male über seinen Schatten springt, verliert die Angst vor Sprücheklopfern.

[Franzisca Teske]

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