Frühjahrsmüdigkeit

Licht ist die beste Therapie

published: 03.04.2018

Bist du müde und abgeschlagen? Dann lies, was du gegen Frühjahrsmüdigkeit tun kannst (Foto: Voyagerix/Shutterstock.com) Bist du müde und abgeschlagen? Dann lies, was du gegen Frühjahrsmüdigkeit tun kannst (Foto: Voyagerix/Shutterstock.com)

Aufwachen aus dem Winterschlaf und fit sein für den Frühling? Bei so manchem Studi zieht der Körper nicht richtig mit. Besonders das Aufstehen fällt am Anfang des Semesters schwer, der Körper fühlt sich an wie Blei. Kaum mühsam im Bad angekommen, möchte man sich am liebsten einfach wieder ins Bett legen. Rund ein Viertel der Bevölkerung spürt sie, die sogenannte Frühjahrsmüdigkeit, sagt der Marburger Schlafmediziner und Diplom-Psychologe Werner Cassel.
 

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Doch woher kommt sie? Dafür gibt es mehrere Gründe: Seit Millionen von Jahren hat die Evolution Mensch und Tier darauf programmiert, sich für die kalten Monate eine dickere und somit wärmende Fettschicht zuzulegen und das tun wir auch noch heute: Die leckere Gans zu Weihnachten, Schokolade und Plätzchen erfüllen diesen Zweck. Zudem bewegen wir uns in der dunklen Jahreszeit deutlich weniger an der frischen Luft, weil es draußen einfach oft ungemütlich ist und auch viel früher dunkel wird. "Wir ernähren uns fetter und bekommen so auch weniger Vitamine und Spurenelemente", so Cassel. "Das führt dazu, dass unser Speicher für Aktivitäten einfach leerer ist. Gleichzeitig fordert uns der Frühling zu mehr Bewegung auf und da fehlt dann einfach die Power."
 

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Die schlafmedizinische Forschung kennt einen zweiten Grund: Den "Winterschlaf". Im Schnitt schlafen wir im Winter 20 bis 45 Minuten länger. Wenn wir morgens vor dem Wecker wach werden, können wir wieder besser einschlafen - ganz einfach, weil es noch dunkel ist. Aus diesem Grund gehen wir abends meist auch früher zu Bett. Ist es dagegen abends noch hell, sind wir länger aktiv und morgens weckt uns das Licht auch schon mal vor dem Wecker.
 

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Die Zeitumstellung auf Sommerzeit macht es den Frühjahrsmüden zudem noch einmal schwerer, denn nun müssen wir uns zunächst einmal darauf einstellen, eine Stunde früher aufzustehen, als es unserem bisherigen Rhythmus entspricht. Studien aus Kanada haben gezeigt: Am ersten Montag nach der Zeitumstellung gab es auf den Straßen acht Prozent mehr Unfälle, weil die Autofahrer müder und damit unkonzentrierter hinter dem Steuer sitzen. Diese Umstellung auf den kürzeren Schlaf sei aber bei den meisten nach etwa zwei Wochen überwunden, erklärt der Schlafmediziner.




Wer aktiv werden möchte gegen Frühjahrsmüdigkeit und den "Jet Lag" durch die Zeitumstellung, der sollte sich am besten eine Lichttherapie verordnen, rät Cassel. "Licht kann wirken wie ein Medikament. Denn Licht fördert die Produktion von Serotonin und Vitamin D und mit der richtigen Dosis Licht zur richtigen Zeit können wir uns sowohl fit für einen aktiven Tag wie auch für eine erholsame Nacht machen." Der Grund dafür ist das Schlafhormon Melatonin, das maßgeblich unseren Tag-Nacht-Rhythmus regelt. Etwa gegen 21 Uhr wird die Produktion des Schlafhormons im Körper richtig angekurbelt und fällt dann morgens nach drei Uhr wieder langsam ab. Je weniger Licht wir abends und in der Nacht abbekommen, desto höher ist die Konzentration des Hormons, das für erholsamen Schlaf sorgt. Kerzenschein und indirekte Beleuchtung am Abend sind deshalb nicht nur gemütlich, sondern sorgen auch für einen guten Schlaf, weil sie im Gegensatz zu hellem Licht die Melatoninproduktion fördern. "Schon das Licht der hellen Neonröhre beim Zähneputzen am Abend kann insofern hinderlich sein", erklärt der Schlafmediziner.
 

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Umgekehrtes gilt für den Tag: Licht stoppt die Produktion des Schlafhormons und macht fit für den Tag. Besonders am Vormittag sollte man viel Licht tanken. Also wenn es irgend geht, lieber mit dem Fahrrad zur Uni fahren oder ein Stück zu Fuß laufen. Frühstücks- und Mittagspause nach Möglichkeit nach draußen verlagern. Laut Cassel haben zahlreiche Studien belegt: "Licht und körperliche Bewegung besonders am Vormittag fördern den Tiefschlaf in der Nacht. Dazu gehört auch, dass man den Übergang von Tageslicht zu Dunkelheit für den Körper möglichst kontrastreich gestalten sollte: Also morgens am besten gleich die Rollos hoch und die Fenster auf."
 

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[PA]

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