Selbstbewusstsein lernen

Souverän durch den Alltag

published: 14.05.2008

Nur wer seine Stärken kennt, kann sie glaubhaft nach außen vertreten (Foto: shutterstock.com/Rade Kovac) Nur wer seine Stärken kennt, kann sie glaubhaft nach außen vertreten (Foto: shutterstock.com/Rade Kovac)

Ist euer Selbstbewusstsein ein Hasenfuß? Flüchtet es, wenn die Chefin, der neue Schwarm oder die taffe Kommilitonin im Anmarsch sind und lugt erst wieder hervor, wenn die Gefahr längst vorüber ist? Das macht euch zwar sehr sympathisch - in bestimmten Situationen ist es jedoch einfach ärgerlich, wenn man sich auf seine Selbstsicherheit nicht verlassen kann.

Die Techniker Krankenkasse gibt euch Tipps, wie ihr eurem Selbstbewusstsein auf die Sprünge helft, damit es bei kommenden Herausforderungen nicht im nächsten Mause-, Pardon, Hasenloch verschwindet.

Viele Quellen müssen her
Stellt euch das Selbstbewusstsein einfach als eine Art Sicherheitsnetz vor: Umso öfter ihr es fixiert, umso belastbarer wird es. Je zahlreicher also die Quellen sind, aus denen sich eure Selbstsicherheit speist, desto besser könnt ihr euch darauf stützen.

In eurem Umfeld gibt es unzählige Möglichkeiten, um bestätigt zu werden: Freunde, Familie, Kollegen, Kommilitonen, Professoren, Hobbys, Studium oder Beziehung. Bringt einer guten Freundin einmal wieder einen Strauss Blumen mit oder setzt euch ein neues Ziel im Fitness-Studio: Wer die eigenen Erwartungen erfüllt und zwischenmenschliche Kontakte pflegt, fühlt sich wohl und zufrieden. Gleichzeitig greifen euch kleinere Rückschläge nicht so stark an, da euer Netz noch an anderen, stabilen "Nägeln" hängt.

Der inneren Stimme folgen
Egal wie gut ihr euer "Netz" pflegt: Den größten Teil eurer Sicherheit müsst ihr selbst beisteuern. Anstatt euch nach den Meinungen anderer zu richten, solltet ihr auf die innere Stimme hören. Nur so macht ihr euer Denken und Handeln von Dritten unabhängig und lernt, auf euch selbst zu vertrauen.

Besonders, wenn ihr Entscheidungen trefft, bei denen es um euer Leben geht, solltet ihr in erster Linie euch selbst treu bleiben. Wer außer euch sollte auch besser wissen, wie es in eurer Beziehung oder beruflich weitergehen soll. Natürlich kann es sinnvoll und anregend sein, sich fremde Meinungen einzuholen. Es ist jedoch in manchen Fällen letztendlich notwendig, sich gegen andere Ansichten zu stellen.
Kritisiert euch beispielsweise jemand, hört euch ruhig an, was der- oder diejenige zu sagen hat. Ob ihr die Meinung annehmt, bleibt euch jedoch selbst überlassen.

In eigener Sache unterwegs
Was macht eure Persönlichkeit aus? Was könnt ihr besonders gut? Jeder, der seine Stärken glaubhaft nach außen vertreten möchte, sollte diese Frage beantworten können. Ihr wisst nicht so recht, wie? Versucht es doch einmal andersherum: Überlegt, was Freunde, Familie oder Kommilitonen an euch mögen – oder fragt sie am besten. Feedbacks wie "Du hast immer gute Laune", "Du kannst toll zuhören" oder "Du bist total kreativ" streicheln nicht nur das Ego, sondern öffnen euch auch die Augen für die eigene Person.

Das Bewusstsein für Stärken lässt sich übrigens auch leicht trainieren: Bevor ihr abends die Augen zumacht, denkt darüber nach, was ihr an dem vergangenen Tag Gutes getan habt. Vielleicht habt ihr eine tolle Klausur geschrieben, einen Streit geschlichtet oder eine witzige Idee gehabt? Wer sich Positives immer wieder ins Gedächtnis ruft, bekommt automatisch eine entspanntere Haltung sich selbst gegenüber.

Von außen nach innen
Am eigenen Selbstbewusstsein zu arbeiten, ist nicht leicht und dauert zu allem Überfluss ein Leben lang! Damit ihr euren Ängsten aber möglichst schnell ein Schnippchen schlagt, bedient euch einiger Tricks und helft mit äußeren Details nach.

Vergleicht Menschen, die ihr für selbstbewusst haltet, mit eher schüchternen Typen: Welche Haltung, Mimik und Gestik wirkt offen und positiv, welche unsicher und verschlossen? Wenn ihr die Details identifiziert habt, spricht überhaupt nichts dagegen, sich davon einige abzugucken, beispielsweise eine aufrechte Körperhaltung oder einen offenen Blick.

Auch die Stimme verrät schnell, ob ihr euch in einer Situation wohl fühlt oder nicht. Ist sie hoch, brüchig und leise, ist klar: Ihr würdet am liebsten im Boden versinken. Um diesem verräterischen Phänomen entgegenzuwirken, atmet ganz ruhig in den Bauch und sprecht bewusst deutlich, laut und tief.

Letztendlich erfüllt auch eure Kleidung die Funktion, dem Gegenüber eure Stimmung zu signalisieren: Ob unauffällig, sportlich, elegant oder flippig, euer Äußeres ruft Erwartungen an euch hervor. Spielt ruhig mit dieser Wirkung und setzt Frisur und Kleidung gezielt ein. Am wichtigsten ist allerdings, dass ihr euch in eurem Outfit gut fühlt, sonst werdet ihr nur zusätzlich verunsichert.

[Franzisca Teske]

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