Studie

Lootboxen ähneln Glücksspiel

published: 09.05.2019

Schon junge Gamer kommen in Spielen wie "Fortnite" mit Lootboxen in Kontakt (Foto: Lutsenko_Oleksandr / Shutterstock.com) Schon junge Gamer kommen in Spielen wie "Fortnite" mit Lootboxen in Kontakt (Foto: Lutsenko_Oleksandr / Shutterstock.com)

Lootboxen sind heutzutage Standard in vielen beliebten Videospielen. Egal, ob "Fortnite", "Overwatch" oder "FIFA 19": Sie alle bieten Kisten für echtes Geld an, die zufällige, virtuelle Gegenstände enthalten. Dass Lootboxen eine Art Glücksspiel sind, steht schon länger im Raum. Eine Studie der University of British Columbia bietet nun neue Hinweise darauf, dass die Schnittmenge zwischen Lootboxen und klassischem Glücksspiel hoch ist.
 

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Was sind Lootboxen?

Lootboxen sind Mitte der 2000er zunächst in asiatischen Videospielen aufgetaucht. Mittlerweile sind sie fester Bestandteil in vielen beliebten Spielen wie der Sportsimulation "FIFA 19" oder dem Battle-Royal-Game "Fortnite". Die Boxen kann man meist nur mit Echtgeld kaufen. Sie enthalten virtuelle Gegenstände. Diese können wie im Fall von "Fortnite" ausschließlich kosmetischer Natur sein, also beispielsweise ein neuer Skin für den eigenen Charakter. Sie können aber auch erheblichen Einfluss auf den Erfolg im Spiel haben, wie es beispielsweise beim Spielmodus "Ultimate Team" in "FIFA 19" der Fall ist. Der Inhalt der Boxen ist zufällig, es gibt gewöhnliche und seltene Gegenstände. Wenn man also Pech hat, erhält man nur schlechte Gegenstände, die im Ingame-Markt deutlich weniger wert sind, als man für die Lootbox ausgegeben hat.
 

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Sind Lootboxen Glücksspiel?

Auch deswegen werden die Stimmen immer lauter, dass Lootboxen nichts anderes als Glücksspiel sind. Die Studie der University of British Columbia liefert für diese These neue Hinweise. Für ihre Studie befragten die Forscher 257 nordamerikanische Erwachsene, die sich selbst als Gamer bezeichneten. Die Teilnehmer beantworteten Fragen zu ihrem Spiel- und Kaufverhalten rund um Lootboxen. Außerdem füllten sie Fragebögen aus, die üblicherweise in der Glücksspielforschung genutzt werden. Das Ergebnis: Gamer mit exzessiver Lootbox-Nutzung wiesen hohe Werte bei Anzeichen für eine potenzielle Glücksspielproblematik auf. Das spricht laut den Forschern dafür, dass Lootboxen tatsächlich ein Glücksspiel-Element moderner Videospiele sind.
 

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Fördern Lootboxen Glücksspielsucht?

Diese Frage bleibt weiterhin offen. Zwar gibt es laut der Studie einen klaren Zusammenhang zwischen Lootbox-Exzessen und Anzeichen für eine Glücksspielsucht. Unklar bleibt, ob Lootboxen eine Glücksspielsucht hervorrufen können. Es könnte auch sein, dass Lootboxen eher Menschen anziehen, die schon vorher Anzeichen für eine Glücksspielsucht zeigten. Ersteres wäre fatal, da schon Kinder und Jugendliche mit Lootboxen in Kontakt kommen. Wenn Lootboxen für Glücksspielsucht sorgen, müsste dieses Konzept wohl überdacht werden. Belgien und die Niederlande stuften bereits vor knapp zwei Jahren einige Lootbox-Systeme als illegales Glücksspiel ein. In Deutschland gibt es zu dieser Thematik noch keine abschließenden Erkenntnisse.

Der Autor: Jonas Bickel

Der Autor: Jonas Bickel

Leben, wo andere Urlaub machen: Jonas ist auf der Nordseeinsel Föhr aufgewachsen. Jeden Tag am Meer zu sein, ist zwar schön. Früh war aber klar: Journalismus auf der Insel - da kommt man nicht weit. Also nach dem Abitur ab in die Medienstadt Hamburg, wo Jonas seit 2015 Politikwissenschaft studiert. Für Pointer schreibt er oft über seine großen Hobbys: Sport - insbesondere Fußball - und Gaming.

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