Fernbehandlung für Studierende

Per App zum Arzt

published: 15.10.2019

In einem Modellprojekt mit Beteiligung der Techniker (TK) nutzen Studierende ärztliche Fernbehandlung per App (Foto: fizke/Shutterstock.com) In einem Modellprojekt mit Beteiligung der Techniker (TK) nutzen Studierende ärztliche Fernbehandlung per App (Foto: fizke/Shutterstock.com)

Fieber, Kopfweh, Hautausschlag - oft stellen sich solche Symptome plötzlich und unerwartet ein. Gut, wenn man dann von Zuhause aus online einen Termin vereinbaren und mit dem Arzt per Videochat reden kann. Für Studierende am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) und der Uni Heidelberg machen das jetzt der Münchner Anbieter für Telemedizin-Anwendungen Minxli und die Techniker (TK) möglich. In einem von der Landesärztekammer genehmigten Modellprojekt mit dem Namen #ealth4Students erproben sie ab sofort die Fernbehandlung von Studierenden ohne vorherigen Erstkontakt mit dem Arzt.

Thomas Ballast, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der TK: "Mit dem Pilotprojekt sind wir unter den Krankenkassen Vorreiter in Sachen Fernbehandlung. Wir wollen die Digitalisierung für unsere Versicherten nutzen, damit sie noch besser und komfortabler behandelt werden und sich auf die Genesung konzentrieren können." Besonders Studierende forderten mehr digitale Angebote für die Gesundheitsversorgung. Die TK habe dazu unter anderem die elektronische Gesundheitsakte TK-Safe sowie Pilotprojekte zum elektronischen Rezept und der elektronischen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung entwickelt. "Damit wollen wir die medizinische Versorgung und den Kontakt mit der Krankenkasse möglichst einfach und unkompliziert gestalten", so Ballast.
 

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Wer fürs Studium in eine neue Stadt zieht oder aus dem Ausland nach Deutschland kommt, hat meist noch keinen Arzt seines Vertrauens vor Ort. Studierenden, die sich noch nicht auf die Suche nach einem Arzt vor Ort gemacht haben, biete das Angebot einen schnellen und einfachen Zugang zu einem Mediziner, erklärt Jennifer Kelly, CEO von Minxli. "Ein entscheidender Mehrwert der Fernbehandlung ist außerdem, dass Studierende nicht lange auf einen Arzttermin warten oder zeitraubende Anfahrtswege in Kauf nehmen müssen. Auch der Arzt ist durch die Videosprechstunde deutlich flexibler", sagt Kelly. Vor der ersten Nutzung müssen sich TK-Versicherte, die an den beiden teilnehmenden Universitäten studieren, auf der Projektseite registrieren und dann die Minxli-App herunterladen. Wird dann im Benutzerkonto die Uni-E-Mail-Adresse angegeben, stehen automatisch die am Projekt beteiligten Ärzte zur Auswahl. Zum vereinbarten Termin melden diese sich dann per Videochat beim Patienten.


 
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Im Videogespräch befragen Mediziner ihre Patienten wie bei einem traditionellen Arztbesuch genau zur Krankengeschichte, stellen eine Diagnose und leiten schließlich die Therapie ein. "Die Videosprechstunde erfüllt hohe Qualitätsstandards", sagt Dr. Olivier Blanchard, Projektbeauftragter von Minxli. Alle Daten seien nach den neuesten Sicherheitsstandards und Datenschutzrichtlinien verschlüsselt und nur für den behandelnden Arzt und den Patienten zugänglich. Bei Bedarf bieten die Projekt-Ärzte den Teilnehmenden außerdem einen zeitnahen Vor-Ort-Termin an - auch wenn zum Beispiel eine Krankschreibung oder ein Rezept benötigt wird. Auf Wunsch behandeln die Ärzte ihre Patienten auch in Englisch.

Dr. Michael Becker aus Karlsruhe, der bereits Erfahrung als docdirekt-Arzt beim Telemedizin-Angebot der Kassenärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg gesammelt hat, sieht die Fernbehandlung als notwendige Ergänzung der klassischen Sprechstunde. "Wir sollten die Möglichkeiten, die uns die Digitalisierung bietet, nutzen. Ich bin gespannt, wie das Angebot von der jungen und technikaffinen Klientel, die das Projekt anspricht, angenommen wird." Für die Videogespräche nimmt er sich über Mittag, bei Terminlücken oder in den Abendstunden Zeit.
 

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Mit dem Angebot möchte die TK rund 7.000 bei ihr versicherte Studierende in Karlsruhe und Heidelberg ansprechen. Die Evaluation übernimmt das Heinrich-Lanz-Zentrum der Universitätsmedizin Mannheim. Es soll herausgefunden werden, inwiefern das Projekt #ealth4Students geeignet ist, einen niederschwelligen Erstkontakt in die hausärztliche Versorgung via Videosprechstunde zu ermöglichen, einen persönlichen Praxisbesuch zu ersetzen und einen Besuch in einer Notfallpraxis oder einem Krankenhaus zu vermeiden.

[TK]

Links

Zur Projektseite
Karlsruher Institut für Technologie (KIT) im Web
Universität Heidelberg im Web
Minxli im Web
Die Techniker (TK) im Web

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