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Trotz einer insgesamt guten Gesundheitskompetenz von Studierenden tun sich diese in der Bewertung von Informationen in Sachen Coronavirus tendenziell schwerer (Foto: Shyntartanya/Shutterstock.com) Trotz einer insgesamt guten Gesundheitskompetenz von Studierenden tun sich diese in der Bewertung von Informationen in Sachen Coronavirus tendenziell schwerer (Foto: Shyntartanya/Shutterstock.com)
Gesundheitskompetenz

So suchen Studenten Corona-Infos

Studierende verfügen in der Regel über eine gute digitale Gesundheitskompetenz in Sachen Coronavirus, tun sich allerdings bei der Bewertung der online verfügbaren Informationen zum Teil schwer. Zu diesem Ergebnis kommt ein Onlinebefragung zur digitalen Gesundheitskompetenz in Zeiten von Corona, die von der Universität Bielefeld und der Hochschule Fulda durchgeführt wurde. Dabei interessierte die Forscher vor allem die Informationssuche und -zufriedenheit, der Umgang mit den digitalen Informationen und die psychische Gesundheit während der Pandemie.
 


Im Rahmen der Studie wurden insgesamt knapp 15.000 Studenten und Studentinnen aus 130 Hochschulen in ganz Deutschland befragt. Dabei kam heraus, dass Studierende ihre Informationen zum Coronavirus vor allem aus dem Internet ziehen: Rund 95 Prozent gaben an, in den vier Wochen vor der Befragung Informationen über das Virus im dem Netz gelesen zu haben. Von zehn Leuten informierten sich dabei vier vornehmlich über die sozialen Medien.
 


Thematisch ging es dabei insbesondere um die Ausbreitung des Virus, die Einschränkungen des Lebensalltags, aktuelle Situationseinschätzungen und Verhaltensempfehlungen zum Schutz. Die Hälfte der Studierenden sah die Informationslage dabei positiv, wobei Frauen weniger zufrieden waren. Den Wissenschaftlern nach haben Frauen gegenüber Männern eine geringere digitale Gesundheitskompetenz. Die Forscher meinen, weibliche Studierende ließen sich durch Informationen zum Thema Coronavirus möglicherweise stärker verunsichern, hätten ein höheres Gesundheitsbewusstsein, seien aber vielleicht auch kritischer gegenüber den verfügbaren Informationen.
 


Die Studienautoren konstatieren, dass den meisten Studierenden der Umgang mit digitalen Gesundheitsinformationen zum Thema Coronavirus leicht fällt. Allerdings treten durchaus Schwierigkeiten bei der Beurteilung der Informationen auf. So geht es immerhin rund 42 Prozent aller Befragten. Weitere Probleme gab es außerdem bei der Informationssuche und der eigenen Formulierung eines Anliegens im Hinblick auf das Virus. Die gefunden Informationen anzuwenden, fällt hingegen vier von fünf Befragten ziemlich leicht.
 


Die Befragung lässt zudem auf einen Zusammenhang von Gesundheitskompetenz und psychischem Wohlbefinden schließen. Studenten mit einer hohen digitalen Gesundheitskompetenz weisen auch ein höheres psychisches Wohlbefinden auf. Die Forscher rufen daher zu einer Stärkung der Beratungsstrukturen an Universitäten wie auch zu einer Kontrolle der Informationen in den sozialen Medien auf.
 


Professor Dr. Kevin Dadaczynski von der Hochschule Fulda meint dazu: "In den sozialen Medien – und nicht nur dort – gibt es eine Fülle von qualitativ unterschiedlichen Informationen zum Virus. Für Menschen mit geringer Gesundheitskompetenz kann diese Menge an oft widersprüchlichen Informationen psychosozial belastend und damit riskant für die Gesundheit sein."

[PA]

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