Mit dem Update der "Corona-Warn-App" wirst du auch im Ausland über Risikokontakte informiert. Zudem können positiv Geteste ihre Symptome eintragen (Foto: Christian Horz / Shutterstock.com) Mit dem Update der "Corona-Warn-App" wirst du auch im Ausland über Risikokontakte informiert. Zudem können positiv Geteste ihre Symptome eintragen (Foto: Christian Horz / Shutterstock.com)
Pandemie

Neue Funktionen in der Corona-App

Weltweit sind in den vergangenen sieben Tagen 2,5 Millionen Neuansteckungen mit dem Sars-CoV-2-Virus gemeldet worden. Auch die Corona-Infektionszahlen in Deutschland erreichten einen neuen Höchstwert: Über 6.000 Menschen sind kürzlich innerhalb eines Tages positiv auf Corona getestet worden. Bei der "Corona-Warn-App" gibt es ab heute zwei Neuerungen, um Infektionsketten besser nachvollziehen zu können. Die App kann sich nun auch mit den nationalen Apps anderer Länder koppeln und so über die deutsche Grenze hinaus Risiko-Begegnungen anzeigen. Außerdem ist es positiv Getestete nun möglich, freiwillig ihre Symptome in der App einzutragen.

Bisher kann sich die App mit der italienischen und irischen Version verbinden. Bald sollen unter anderem Dänemark, Österreich und Spanien folgen. Bis Jahresende ist geplant, die App mit 16 anderen nationalen Corona-Apps zu koppeln. Die Datenübertragung geschieht automatisch – Nutzer müssen die Funktion nicht extra aktivieren.
 


Außerdem neu: Jetzt kann im Fall einer Infektion die betreffende Person freiwillig ihre Symptome in ein "Tagebuch" in der App eintragen. Dadurch soll es dann genauere Warn-Meldungen geben. "Je mehr wir über die Symptome wissen und den Zeitraum des Symptomes kennen, desto genauer können wir die Warnungen in der App einstellen", sagte der Präsident des Robert Koch-Instituts, Lothar Wieler gegenüber der Deutschen Presse-Agentur.

Für die verbesserten Technologien stellte die EU-Kommission 13 Millionen Euro zur Verfügung. 7 Millionen Euro gingen an SAP und Telekom, die für die Entwicklung der App verantwortlich sind. 3 Millionen Euro sind für zukünftige Wartungsarbeiten eingeplant. Weitere 3 Millionen Euro gehen an die EU-Länder, die ihre Apps mit der "Corona-Warn-App" verbinden. Insgesamt kostet die App bisher fast 70 Millionen Euro.

Die Bundesregierung hatte die App im Juni vorgestellt. Seitdem wurde sie fast 20 Millionen mal heruntergeladen. Im App Store von Apple und im Google Play Store ist die "Corona-Warn-App" kostenlos erhältlich. Wer die App schon hat, kann durch ein Update die neue Version bekommen.

Wie funktioniert die App? Per Bluetooth tauscht das Smartphone des Benutzers einen verschlüsselten Zufallscode mit den Handys anderer Nutzern aus, die in der Nähe sind. Die Zufallscodes geben an, dass eine Begegnung zwischen zwei Menschen stattgefunden hat, wie lange diese dauerte und wie groß der Abstand zwischen ihnen war. Das alles geschieht anonymisiert – es werden keine Namen und Standorte preisgegeben. Nach 14 Tagen werden die Codes automatisch von den Smartphones gelöscht.
 


Hat sich ein Nutzer infiziert und trägt sein Testergebnis in die App ein, erhalten diejenigen, die ihm begegneten, eine Mitteilung. Die App zeigt dann auch konkrete Handlungsempfehlungen an. Ein erhöhtes Risiko bedeutet, dass die Begegnung mit einer nachweislich infizierten Person über einen längeren Zeitraum stattgefunden hat oder der Abstand nicht groß genug war. Dann gibt die App die Empfehlung, zu Hause zu bleiben und mit dem Hausarzt, dem ärztlichen Bereitschaftsdienst oder dem Gesundheitsamt Kontakt aufzunehmen.
 

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Die Autorin: Rebecca Niebusch
Die Autorin: Rebecca Niebusch

Die Autorin: Rebecca Niebusch

In Ostfriesland geboren und in Norddeutschland aufgewachsen, verbrachte Rebecca während der Schulzeit ein Austauschjahr in Iowa in den USA. Nach dem Abi reiste sie nach Kanada und jobbte dort als Bäckerin und im Supermarkt. Nach fünf Jahren Studium in Köln geht es jetzt nach Hamburg, wo sie sich beruflich im Journalismus austobt. Rebecca liebt Podcasts, TKKG, Urlaub in Dänemark, Late-Night-Shows und Interior Design.