Unikosmos-Umfrage

Wie steht ihr zu Alkohol?

published: 12.05.2009

Jan ist sich nicht so sicher, ob der Alkoholkonsum wirklich zugenommen hat (Foto: Public Address)Jan ist sich nicht so sicher, ob der Alkoholkonsum wirklich zugenommen hat (Foto: Public Address)

Komasaufen sei eine große Gefahr für junge Leute, heißt es im Drogenbericht der Bundesregierung. Jeder zehnte Jugendliche zwischen zwölf und 17 Jahren weise einen riskanten oder gefährlichen Alkoholkonsum auf, so die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Sabine Bätzing. Im vergangenen Jahr wurden mehr als 23.000 Kinder und Jugendliche betrunken ins Krankenhaus gebracht - oftmals mit schreckend hohen Promillewerten, nicht selten bewusstlos.

Unikosmos wollte wissen, wie eure Meinung zum Alkohol aussieht, und hat sich in der Hamburger Fußgängerzone bei jugendlichen und jungen Erwachsenen umgehört.

Wie viel Alkohol trinkt ihr?

  • Gar keinen

  • Wenig, höchstens einmal im Monat ein Glas zu besonderen Anlässen

  • Ein- bis zweimal in der Woche gehören ein paar Gläser Alkohol für mich dazu.

  • Ich bin mehrfach in der Woche betrunken.

Lediglich ein Drittel der Leute, die Unikosmos befragte, hatte vom aktuellen Drogenbericht gehört, davon einige zudem nur am Rande. Auf die Frage, wie sie über die Ausmaße des Alkoholkonsums von Jugendlichen zwischen zwölf und 17 dächten, äußerten die meisten zwar ihr Missfallen über das Komasaufen, waren jedoch nicht überrascht oder gar entsetzt. "Komasaufen sieht man in den Medien und man sieht es in der Realität. Es hat auf jeden Fall zugenommen", sagt die 22-jährige Elisa.

Alex, eine 21-jährige Studentin der Sozialen Arbeit und Diakonie, erinnert sich früher. "Als wir damals 16 waren, haben wirklich viele gesoffen - auch mit dem Ziel, randvoll zu sein. Am nächsten Tag wurde damit geprahlt. In diesem Alter gilt das als cool." Der 23-jährige Jan äußerte Bedenken über die Aussagekraft des Drogenberichts. "Ich glaube nicht, dass es zugenommen hat. Ich glaube nur, dass es damals stärker geheimgehalten wurde."

"Jetzt irgendwie Mode", sagt die 20-jährige Lisa. "Die Kleinen treffen sich nicht zum Feiern, sondern zum Saufen." Die 16-jährige Christin scheint ebenfalls wenig überrascht über die Ergebnisse zum Alkoholkonsum. "Wenn man den Alkohol nicht herausschmeckt, kann es gefährlich werden."

Wir wollten von den Befragten auch wissen, wie sie es persönlich mit dem Alkohol halten. Der Großteil antwortete ungenau. Man selbst trinke nur "in Maßen". "Ich kenne meine Grenzen", war ein oft geäußerter Satz. Die 21-jährige Alex erzählt von ihren Erfahrungen: "In manchen Monaten verzichte ich bewusst auf Alkohol, einfach um zu wissen, dass ich keinen Alkohol brauche. Aber ich genieße Alkohol auch."

"Ich arbeite in einer Bar. Ab und zu trinke ich mal einen, aber es ist deutlich weniger geworden", erzählt Jan. "Früher war irgendwie noch der Reiz da, dass man es nicht durfte." Auch die 24-jährige Conny verbindet die großen Mengen Alkohol eher mit Unreife. "Inzwischen steht man dem Alkohol erwachsener gegenüber. Am Wochenende trinkt man etwas, wenn man weggeht, oder unter der Woche mal ein Glas Wein. Aber richtiges Komasaufen – aus dem Alter ist man raus."

Aber wieviel Alkohol ist noch normal, wieviel ist "in Maßen"? Alexandra, 23, anwortet:" Sobald man sich alleine irgendwo hinsetzt und regelmäßig unter der Woche trinkt, ist es für mich nicht mehr normal. Aber so zwei- bis dreimal im Monat Alkohol zu trinken, halte ich für normal."

Die 23-jährige Jenny findet das normale Maß "schwer definierbar". Dann versucht sie es doch: "Normal ist, wenn man nicht mit dem Ziel anfängt zu trinken, sich zu besaufen." Ihre Freundin Teresa fügt hinzu:" Ja, wenn man es unter Kontrolle hat. Wenn man den Alkohol nicht braucht." Die 16-jährigen Getrud hat eine deutliche Antwort auf die Frage nach der normalen Menge Alkohol." Man übertreibt, wenn man merkt, dass es einem nicht mehr gut geht, und man trotzdem weitertrinkt."

[Juliane Breiler]

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