Ritalin wird beim Hirndoping am häufigsten eingesetzt. Pointer erklärt, wie das Medikament wirkt und welche Risiken die Einnahme birgt (Foto: Matteo Badini/Unsplash.com) Ritalin wird beim Hirndoping am häufigsten eingesetzt. Pointer erklärt, wie das Medikament wirkt und welche Risiken die Einnahme birgt (Foto: Matteo Badini/Unsplash.com)
Leistungsdruck im Studium

Doping für die Uni: So gefährlich ist Ritalin

Der Schnellste sein, eine perfekte Leistung bringen und nie müde werden: Das klingt für dich nach den Zielen von Sportlern bei den Olympischen Spielen? Nicht nur: Diese Ambitionen treffen oft genug auch auf Studierende zu. Jeder vierte Hochschüler leidet unter starkem Stress. Bei vielen zeigen sich bereits die ersten Anzeichen eines Burnouts. Das ist ein Ergebnis der Studie zur "Gesundheit Studierender in Deutschland", einer Kooperation des Deutschen Zentrums für Hochschul- und Wissenschaftsforschung (DZHW), der Freien Universität Berlin und der Techniker Krankenkasse (TK).

Manche Studis stehen so unter Druck, dass sie zu "Doping"-Mitteln wie Ritalin greifen, um beim vielen Lernen nicht müde zu werden. Doch wie wirkt Ritalin und wie gefährlich ist der Konsum? Die Journalistin Miriam Davoudvandi hat darüber für die Serie "Gesundheit unter vier Augen" mit den Experten Dr. Claus Normann und Dr. Martin Krengel gesprochen.

Doping für die Uni - Teil 1 | Gesundheit unter vier Augen (mit Miriam Davoudvandi)

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Was ist Ritalin - und wie wirkt es?

Ritalin wird beim Hirndoping am häufigsten eingesetzt: Laut der Studie aus dem Jahr 2017 steigt mit der Studiendauer auch der Konsum. Während in den ersten drei Semestern nur drei Prozent der Studierenden Erfahrung damit gemacht haben, sind es nach 13 Semestern schon über acht Prozent. Ritalin ist ein verschreibungspflichtiges Medikament. Es unterliegt dem Betäubungsmittelgesetz und wird zur Behandlung der Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) genutzt. Ritalin manipuliert Stoffwechselprozesse im Hirn, sodass die Hormone Dopamin und Noradrenalin an den richtigen Stellen andocken. Dadurch wird man ruhiger und konzentrierter.
 


Wie sind die Risiken bei Ritalin?

Professor Claus Normann arbeitet an der Uniklinik Freiburg und erforscht die Risiken und Chancen von Hirndoping. "Was sich entwickeln kann, ist so eine Art psychische Abhängigkeit. Dass man das Gefühl hat, keine Aufgabe mehr lösen zu können, ohne vorher was einzuwerfen", sagt er. Andere bekannte Nebenwirkungen: Schlafstörungen, verstärkte Reizbarkeit, Appetitlosigkeit, Magenbeschwerden und Übelkeit. Besonders wenn man unerkannte Vorerkrankungen hat, die das Herz oder den Blutdruck betreffen, kann die Einnahme teilweise lebensbedrohlich sein.

Der Motivationspsychologe Dr. Martin Krengel startete selbst einen Versuch mit Ritalin und hat die Effekte des Mittels erlebt. Er habe sich zunächst langsam herangetastet. "Und wenn man dann plötzlich ein bisschen mehr nimmt, dann bist du hibbelig und kriegst auch nichts mehr auf die Reihe", berichtet er. Er habe gemerkt, dass es ihn nicht weiterbringe, da er sich mit mehr Fokus in unwichtigen Aufgaben verloren habe. "Da sehe ich eine große Gefahr, dass wir mit Vollgas in die falsche Richtung laufen", sagt Krengel. Dem Eindruck von Ritalin als "Wunderpille"wolle er entgegenwirken. Er empfiehlt stattdessen, dem Stress mit dem Einsatz verschiedener kombinierter Lernmethoden zu begegnen.
 


So einfach kann man Ritalin kaufen

Im zweiten Teil der Serie versucht Miriam nun, Ritalin zu kaufen. Den Stoff im Internet zu erwerben, gelingt ihr nicht, sodass sie es über einen ehemaligen Kommilitonen besorgen muss. Danach lässt sie es im Labor von Dr. Lars Kröner, Leitung Klinische und Forensische Toxikologie, überprüfen.

Doping für die Uni - Teil 2 | Gesundheit unter vier Augen (mit Miriam Davoudvandi)

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Auf gesunde Weise "aufputschen"

Wenn es nun kein Wundermittel für das fokussierte Arbeiten gibt, was kann man dann tun, um dem Stress im Studium standzuhalten? Tipps für natürliche Arten, seine Leistung zu steigern, hat Dr. Normann parat. Dazu gehören eine gesunde Ernährung, ausreichend Schlaf und eine gute Tagesstruktur. "Halt die Dinge, die jeder letztlich genau weiß, aber nicht macht", sagt er. Dr. Kröner empfiehlt außerdem eine Tasse Kaffee: "Koffein ist auch leistungssteigernd – und ungefährlich."
 

Dieser Artikel wird präsentiert von unserem Gesundheitspartner Die Techniker.

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Die Autorin: Rebecca Niebusch
Die Autorin: Rebecca Niebusch

Die Autorin: Rebecca Niebusch

In Ostfriesland geboren und in Norddeutschland aufgewachsen, verbrachte Rebecca während der Schulzeit ein Austauschjahr in Iowa in den USA. Nach dem Abi reiste sie nach Kanada und jobbte dort als Bäckerin und im Supermarkt. Nach fünf Jahren Studium in Köln geht es jetzt nach Hamburg, wo sie sich beruflich im Journalismus austobt. Rebecca liebt Podcasts, TKKG, Urlaub in Dänemark, Late-Night-Shows und Interior Design.