Sprechstunde mit Dr. Karin Anderson

Augen am Bildschirm schonen

published: 07.10.2009

Dr. Karin Anderson hat Tipps gegen das lästige Augenflimmern (Foto: Public Address)Dr. Karin Anderson hat Tipps gegen das lästige Augenflimmern (Foto: Public Address)

Das Problem kennen viele, die häufig vor dem Bildschirm sitzen müssen: Nach einigen Stunden vor dem Computer wird die Sicht unscharf und die Augen fangen an zu flimmern. Leider ist eine Pause oft nicht möglich, weil der Abgabe-Termin für die nächste Hausarbeit näher rückt. Vielen Benutzern von Unikosmos geht es so. Zum Glück hat Expertin Dr. Anderson einen Rat.

Unikosmos-User Flo schreibt:

"Hallo Frau Dr. Anderson, seit einiger Zeit habe ich ein Problem. Weil ich gerade beim Endspurt zu einigen Hausarbeiten bin, sitze ich zurzeit immer viel in der Uni-Bibliothek und vor dem Computer. Neuerdings habe ich dort aber ein Problem mit meinen Augen. Fast jeden Tag beginnt es nach ein paar Stunden vor dem PC-Bildschirm vor meinen Augen zu flimmern. Dabei brennen die Augen manchmal auch leicht. Zuerst habe ich gedacht, das Problem liegt an meinem noch recht neuen Notebook, an das ich mich noch nicht gewöhnt habe. Aber nun gehen die Beschwerden nicht weg. Liegt das vielleicht an zu trockenen Augen oder helfen da Tropfen?

Ich habe auch schon überlegt, ob ich vielleicht zu häufig in zu dunklen Räumen sitze, da es in unserer alten Bibliothek nicht gerade besonders hell ist. Vielleicht verschwindet das Problem ja auch wieder von selbst, wenn ich nicht mehr so viel Stress habe. Auf der anderen Seite sitze ich natürlich immer viel vor dem Rechner und hatte damit noch nie Probleme?"

Frau Dr. Anderson:

"Hallo, Flo, langes Arbeiten vor dem PC kann tatsächlich zu so unangenehmen Erscheinungen wie Augentrockenheit und -brennen führen. Schuld daran ist aber nicht die mangelnde Helligkeit deiner Umgebung - der Bildschirm ist ja selbst hell genug - oder der Stress, unter dem du derzeit stehst, sondern mehrere andere Faktoren. Untersuchungen an PC-Arbeitern haben nämlich ergeben, dass sich mit dem andauernden Starren auf den Bildschirm die Blinzelfrequenz der Lider von 9.7 auf 4.3 pro Minute verringert. Häufiger Lidschlag ist aber wichtig, um den Tränenflüssigkeitsfilm aufrechtzuerhalten, der die empfindliche Hornhaut vor dem Austrocknen - und damit vor Schäden – bewahrt. Kommen dazu noch Sauerstoffmangel und Lufttrockenheit in schlecht gelüfteten Räumen, verschärft sich die Belastung deiner Augen. Die Hornhaut ist nämlich auf den Luftsauerstoff angewiesen, da sie selbst keine Blutgefäße enthält. In einer Bibliothek ist außerdem meist noch der Staub von vielen alten Büchern in der Luft, was deine Augen sicher zusätzlich irritiert.

Das kann man tun

Du kannst glücklicherweise aber etwas dafür tun, um dir diese lästigen Symptome zu ersparen:

1. Wenn du in einem Raum sitzt, den du lüften kannst, tue das. Öffne das Fenster für fünf bis zehn Minuten so weit wie möglich, damit ein schneller Luftaustausch stattfinden kann (das ist wesentlich effektiver und Heizkosten sparender, als das Fenster ständig einen Spalt weit offenzuhalten). Hast du aber keine Möglichkeit, das Zimmer zu lüften, "lüfte dich selbst aus" und geh öfters kurz vor die Tür. Eine solche Pause ist sowieso eine gute Idee, denn dann kannst du tief durchatmen und dich auch ein bisschen bewegen, damit du keinen steifen Hals oder Rückenbeschwerden vom langen Sitzen bekommst.

2. Trink reichlich Flüssigkeit, mindestens zwei Liter am Tag, am besten Wasser, um auch innerlich etwas gegen die Trockenheit zu tun.

3. Bau dir deinen Laptop so auf, dass du eher leicht nach unten als geradeaus oder nach oben sehen musst. Leichtes nach unten Sehen fördert nämlich die Neigung zum Lidschlag und ist daher für die Augen weniger anstrengend.

4. Gönne deinen Augen alle 20 Minuten eine Pause vom allzu vielen Nahsehen. Schau in die Ferne und blinzle dabei mehrmals kräftig.

Menschen, die chronischerweise unter dem "Sicca-Syndrom" (trockene Augen aufgrund mangelnder Tränenflüssigkeitsproduktion) leiden, sind natürlich auf Augenmedikamente angewiesen. Du solltest es aber ruhig erstmal mit diesen Hausmitteln probieren, ehe du dir irgendwelche Augentropfen besorgst. Wenn die Beschwerden allerdings nicht besser werden oder sich sogar verschlimmern, solltest du lieber zum Arzt gehen."

[TK]

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