Sprechstunde zur Zeitumstellung

Aus dem Rhythmus?

published: 03.11.2009

Dr. Karin Anderson berät die User im Unikosmos-Forum (Foto: Public Address)Dr. Karin Anderson berät die User im Unikosmos-Forum (Foto: Public Address)

Am 25. Oktober wurden die Uhren um eine Stunde zurückgestellt. Zwar schenkt uns die Winterzeit eine Stunde mehr Schlaf, dafür wird es tagsüber eine Stunde früher dunkel. Die Reaktion des Organismus' auf den Rhythmuswechsel ist nicht immer unproblematisch. Denn mit der Zeitumstellung, durch die ursprünglich vor allem Energie gespart werden sollte, kommen nicht alle Menschen gut zurecht. Müdigkeit, Kopfschmerzen und Kreislauf-Beschwerden können die Folgen sein.

Forscher der Münchner Ludwig-Maximilians-Universität verglichen die Folgen der Zeitumstellung in einer Studie sogar mit den Auswirkungen einer Fernreise. Die Aktion störe die natürliche Zeitanpassung des Menschen empfindlich, schrieb Till Roenneberg in der Fachzeitschrift "Current Biology". Ähnlich empfand es der Unikosmos-User Nachteule.

Er schreibt ins Unikosmos-Forum:

"Hallo Frau Dr. Anderson, seit der Zeitumstellung am vergangenen Sonntag habe ich ein Problem. Irgendwie kommt meine innere Uhr mit dem Rhythmuswechsel nicht klar. Erst dachte ich, dass sich das mit der Zeit schon regulieren wird. Nun ist schon fast eine Woche um und ich fühle mich nicht gerade besser. Vor allem nervt mich, dass es so früh dunkel wird. Außerdem bin ich ständig müde.

Nun habe ich gehört, dass die Zeitumstellung eigentlich keinen Sinn macht und für den Biorhythmus des Körpers nicht unbedingt förderlich ist. Vielleicht liegt es auch ein wenig an meinem Kreislauf, da ich generell zu niedrigem Blutdruck neige. Ich würde mich über einen Tipp freuen. Danke."

Die Antwort von Dr. Karin Anderson:

"Hallo, Nachteule, hier in den USA werden die Uhren im Herbst immer erst eine Woche später als in Europa umgestellt - und viele Leute klagen hier ebenfalls darüber, dass ihnen die Umstellung schwer fällt. Diese eine Stunde Unterschied macht für den Biorhythmus eigentlich nicht wirklich viel aus, für das psychische Wohlbefinden aber sehr wohl. Auf einmal ist es abends (scheinbar) früher dunkel und der Winter und die unfreundliche Jahreszeit sind nun unübersehbar im Anmarsch.

Genauso wie beim Jetlag nach einem Transatlantikflug solltest du versuchen, den neuen Tagesrhythmus so schnell wie möglich einzuhalten, selbst wenn deine innere Uhr sich noch nicht umgewöhnt hat. Dabei helfen dir erstmal regelmäßige Aufsteh- und Zubettgehzeiten - auch wenn das vielleicht ein bisschen spießig klingt. Während der wachen Zeiten solltest du für gute Beleuchtung sorgen, wenn es früh dunkel wird (stimmungsaufhellend), im Schlafzimmer dagegen für völlige Dunkelheit und gute Belüftung.

Deinem Körper und deiner Seele die notwendige Ruhe zu gönnen, um sich umzustellen, bedeutet aber auch, vor dem Schlafengehen möglichst auf alles zu verzichten, was hektische Unruhe schafft und dein Gehirn eher an- als abregt, also aufregende Filme oder laute Musik (oder das amerikanische Fernsehen!).

Gegen allgemeine Schlappheit und Lustlosigkeit hilft es, dir tagsüber ausreichend Bewegung zu verschaffen, nach Möglichkeit auch draußen. Also nicht nur zu Hause oder in der Uni stundenlang vor dem PC sitzen. Und deinen Kreislauf bringst du morgens am besten dadurch in Schwung, indem du abwechselnd warm und kalt duschst (mit kalt enden)."

[TK]

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