Was tun bei Haarausfall? (Foto: indigolotos/shutterstock.com) Was tun bei Haarausfall? (Foto: indigolotos/shutterstock.com)
Haarausfall

Was tun bei Haarausfall?

"Der liebe Gott ist ungerecht: Wenn wir Männer alt werden, nimmt er uns die Haare vom Kopf und steckt sie uns in die Ohren und die Nase". An dieser Lebensweisheit ist durchaus etwas dran. Nur: So manch einer muss sich mit dem Thema Haarausfall schon vor dem hohen Alter beschäftigen - Fußballkünstler Zinedine Zidane etwa. Der sportliche Feinmotoriker ist zwar mit einem unglaublichen Talent gesegnet, dafür haben die Gene aber bei der Haarpracht gespart. Oder Stefan-Raab-Talent Maximilian Mutzke: Kaum 22 Jahre alt, hat auch er schon mit der Problematik zu tun.
Haarausfall ist übrigens ein Thema, das in erster Linie Männer angeht. Bei Frauen kommt es, wenn überhaupt, erst im hohen Alter zu genetisch bedingtem Haarausfall.

Wozu sind Haare gut?

Der Sinn der Haare ist aus medizinischer Sicht nicht ganz geklärt. Der Kopfbewuchs könnte als Sinnesorgan dienen: Haare im Gehörgang machen uns z.B. auf das Eindringen von Insekten aufmerksam und das Kopfhaar schützt vor Sonnenstrahlen. Haare insgesamt isolieren ausgezeichnet gegen Wärmestrahlen.

Warum fallen Haare aus?

Dass bei der Morgentoilette ein paar Haare in Kamm oder Bürste stecken bleiben, kennt fast jeder. Oft genug begegnet man auch dem sprichwörtlichen Haar in der Suppe. Aber hat der Ober deshalb gleich Haarausfall? Jeden Tag wird ein Teil unserer Haare - übrigens zwischen 100.000 und 150.000 pro Kopf - erneuert. Wie die Zellen der Haut bilden sich auch die Haare immer wieder neu: Nach spätestens sechs Jahren fällt jedes Haar aus und macht einem neuen Platz. So verliert der Mensch bis zu 100 Haare pro Tag. Sind es mehr, spricht man von Haarausfall. Neben Krankheiten können auch Umweltfaktoren oder Mangelerscheinungen - beispielsweise in Folge einer Diät - Einfluss auf den Haarwuchs ausüben. Bei Mädchen kann es in der postpubertären Phase im Alter zwischen 16 und 20 Jahren dazu kommen. Auch nach einer Geburt kann Haarausfall entstehen.
Die weitaus häufigste Form des Haarausfalls ist allerdings der genetisch bedingte.

Warum lassen nur Männern Haare?

Die Haarwurzel reagiert überempfindlich auf männliche Geschlechtshormone. Sie bildet sich zurück, das Haar wächst nicht mehr und fällt aus. Die gute Nachricht für Männer mit Glatze: Sie verfügen demnach über reichlich männliche Geschlechts-Hormone. Die schlechte Nachricht: Es gibt keine Heilung. Zwar bietet der Markt eine Vielzahl von Wässerchen, Tinkturen und Pillen - meist mit hohen Versprechungen und noch höheren Preisen. Aber Vorsicht: Es gibt kein (medizinisches) Patentrezept! Noch ist gegen genetisch bedingten Haarausfall kein Kraut gewachsen.

Wie vorbeugen?

Man(n) kann doch einiges tun, um dem Kahlschlag ein wenig vorzubeugen - zum Beispiel durch die Ernährung: ”In den meisten Fällen ist Haarausfall genetisch bedingt, doch kann man mit der richtigen Ernährung mit reichlich Zink, Biotin und Folsäure (enthalten in Vollkorn- und Milchprodukten, Obst, sowie Gemüse) eine Menge dafür tun, dass einem möglichst lange Zeit schöne Haare erhalten bleiben", berichtet Katrin Raschke, Diplom-Ökotrophologin beim Deutschen Institut für Ernährungsmedizin und Diätik in Bad Aachen. Die wahrscheinlich größte Bedeutung bei der Bekämpfung des Haarausfalls kommt dem Spurenelement Zink zu. Zink ist an der Bildung von Keratin beteiligt. Keratin ist der Hauptbestandteil von Haut, Haaren und Nägeln und fördert die Zellteilung, welche ein Haarwachstum überhaupt erst möglich macht. Außerdem spielt Zink bei der Bildung von Kollagen eine wichtige Rolle. Das Bindegewebe Kollagen hält das Haar in der Haut. Zink ist als Nahrungs-Ergänzungsmittel in jeder Apotheke erhältlich.




Haar-Transplantationen – Rettung oder rausgeworfenes Geld?

Wenn die Vorbeugung zu spät kommt und die Glatzenbildung schon fortgeschritten ist, hilft nur noch eine Haartransplantation. Da über zwölf Millionen Deutsche an Haarausfall leiden, wundert es nicht, dass die Haartransplantation zum zweitbeliebtesten schönheitschirurgischen Eingriff bei Männern avanciert ist. Überboten wird sie nur von der Fettabsaugung.
Die Schönheitschirurgie kennt den genetisch festgelegten Verlaufsplan des Haarausfalls und macht sich dieses Wissen zu Nutze. Denn die Haare verschwinden im Normalfall in folgender Reihenfolge: Zuerst entstehen ”Geheimratsecken", dann ist der Haaransatz betroffen, danach der Oberkopf und dann der Tonsurbereich auf dem Hinterkopf. Andere Haarpartien wie Barthaare, Körperhaare und der Haarkranz am Hinterkopf sind in der Regel nicht betroffen.

Wie läuft die Operation ab?

Während einer Haartransplantation werden dem Patienten intakte Haarwurzeln entnommen und an den kahlen Flächen eingesetzt. Dort wachsen sie dann weiter, und das sogar lebenslang! Bei der Operation, die unter örtlicher Betäubung stattfindet, wird aus dem Haarkranz am Nacken ein dicht behaarter Streifen von etwa zehn Zentimeter Länge und einem Zentimeter Breite mit dem Skalpell entnommen. Dann wird er in mehrere kleine Einheiten zerlegt, die der Arzt an anderer Stelle in die Kopfhaut einsetzt. Um die Haare einzupflanzen, sticht der Chirurg punktförmige Kanälchen in die Kopfhaut. ”So erzielt man im Ergebnis eine höhere Dichte", erklärt Constantin Hanneken, Haarchirurg bei Transhair in Düsseldorf und Hamburg der Zeitschrift Prinz.




Was kommt nach der OP?

Das Ergebnis der Operation kann sich in der Regel sehen lassen. Zwar ähnelt die Kopfhaut zunächst einer Erdbeere: lauter kleine Härchen, umrundet mit einer Kruste. Aber schon nach sieben bis zehn Tagen fällt diese ab. Nach der Operation sollte der Patient vier Wochen auf starkes Schwitzen verzichten. Schweiß reizt die Kopfhaut zu stark. Sonne, Sauna, und Sport sind also zu vermeiden. Ist die Haartransplantation erfolgreich verlaufen, beginnt je nach Haartyp sechs Wochen oder bis zu fünf Monate später der neue Haarwuchs. Dennoch sollten die Erwartungen nicht übertrieben hoch sein: Ein voller Haarschopf wie zu Teenagerzeiten ist nicht mehr erreichbar.

Welche Risiken birgt die Transplantation?

Auch wenn jeder operative Eingriff Risiken birgt, sind die der Haartransplantation nach Angaben der Kliniken und Chirurgen überschaubar. ”Die Eigenhaartransplantation ist ein Oberflächeneingriff, der maximal zwei Zentimeter unter die Haut geht - das ist in etwa die gleiche Tiefe wie beim Entfernen eines Leberflecks", so Haarchirurg Hanneken. Vorsicht ist jedoch bei der Auswahl des Chirurgen geboten: Die Zahl der Spezialisten für Haartransplantationen hält sich in Deutschland in Grenzen. Ist der Operateur auf dem Gebiet wenig erfahren, kann es zu ästhetischen Misserfolgen kommen. Deshalb sollte man sich vor dem Eingriff vom Arzt dessen OP-Erfahrung nachweisen lassen. Erfahrungsberichte zu den einzelnen Kliniken lassen sich auch im Internet recherchieren. Leider ist der Eingriff nicht ganz billig: Je nach Menge der verpflanzten Haare kostet der Spaß zwischen 1500 und 6000 Euro. Die Krankenkassen beteiligen sich nicht an den Kosten.

Die Alternativen: Perücke oder Toupet?

Für diejenigen, denen eine Haartransplantation zu risikoreich oder zu teuer ist, bleiben nur wenige Möglichkeiten, den Kahlschlag zu kaschieren. Als Haarersatz kommen Toupet oder Perücke in Frage. Auf ein Toupet kann zurückgreifen, wer noch Resthaar vorzuweisen hat. Das künstliche Haarteil kann mittlerweile an das Resthaar angeflochten werden und soll dann genau so belastbar sein wie natürliches Haar. Der Markt bietet eine Vielzahl von Produkten und Kombinationen - von Kunstfaser bis Echthaar ist alles dabei.
Zwar gibt es bereits Perücken und Toupets ab 500 Euro, aber hier sollte man lieber auf Qualität setzten und sich für Echthaar entscheiden. Das hat seinen Preis: Für so ein Teil muss man etwa 1500 Euro auf den Tisch legen. Dazu kommen die Kosten für die Pflege. Diesen Service lassen sich die Institute teuer bezahlen. Und da währenddessen schon mal drei Wochen vergehen können, benötigt der Träger ein Ersatz-Haarteil - ein weiterer Kostenfaktor.

Zukunftsaussichten

In ferner Zukunft könnten bei Haarausfall auch Gentherapien erfolgreich sein. Neueste Forschungen arbeiten an Stammzellen- Transplantationen. Tests laufen zwar, aber die Verfahren sind längst nicht marktfähig. Bis es soweit ist, wird sich noch so mancher Kopf lichten.

Fazit

Letztendlich muss jeder selbst entscheiden, wie er mit Glatze oder Geheimratsecken umgeht. Mit den Haaren muss nicht auch das Selbstvertrauen verschwinden. Nicht umsonst wird Männern mit Glatze ein gewisser Sexappeal nachgesagt - siehe Kojak, Yul Brunner oder Tennis-Star Andre Agassi. Oder Maximilian Mutzke: Der gewann auch mit hoher Stirn bei Stefan Raab und dem deutschen Vorentscheid zum Eurovision Song Contest. Max konnte die Zuschauer auch ohne OP oder Toupet von seinen Qualitäten überzeugen. Denn schließlich zählt bei einem Talentwettbewerb nur die Stimme - und die hat nichts mit der Frisur zu tun. Es sei denn, man hat Haare auf den Zähnen...

[TK]

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