Der Fußboden

Laminat, Linoleum und Co.

published: 05.10.2005

Wird auch täglich mit Füßen getreten – der Fußboden (Foto: Stanisic Vladimir/shutterstock.com) Wird auch täglich mit Füßen getreten – der Fußboden (Foto: Stanisic Vladimir/shutterstock.com)

Ein bisschen Aufmerksamkeit hat er schon verdient. Schließlich hat er nicht nur schwer zu tragen, sondern wird auch täglich mit Füßen getreten – der Fußboden. Spätestens wenn man in die erste eigene Bude zieht, ist es Zeit, sich um ihn Gedanken zu machen. Soll ein neuer Bodenbelag rein? Kann man den alten Boden noch aufpolieren? Und wie pflegt man das Material, das einem Zimmer ein ganz besonderes Ambiente verleihen kann? Scoolz hat sich mit leisen Sohlen auf die Spur der Fußböden begeben und sich zwischen weichen, harten und elastischen Bodenbelägen einmal umgesehen...




Der Teppichboden

Er ist der Klassiker unter den Fußbodenbelägen und schmeichelt durch seinen weichen Flor. Allerdings kann Teppichboden gerade Allergikern ganz schön zu setzen und irgendwie ist er in den letzten Jahren doch ein wenig aus der Mode gekommen.

Darauf sollte man beim Kauf achten
Ein wichtiges Kriterium beim Teppichkauf sollte der Geruchstest sein. Stinkt der Teppich zum Himmel, ist Skepsis geboten, da dies ein Hinweis auf eine hohe Schadstoffbelastung sein kann. Gütezeichen, wie beispielsweise der blaue Engel, das Siegel der Europäischen Teppichgemeinschaft oder das Greenline-Zeichen garantieren, dass der Teppich nicht übermäßig mit Schadstoffen belastet ist. Sondert der Teppich sechs bis acht Wochen nach Verlegen immer noch starke Gerüche aus, kann dies ein Reklamationsgrund sein. Teppiche mit Textilrücken haben den Vorteil, dass sie, im Gegensatz zu billigeren Schaumstoffrückseiten, nicht stauben und somit unbedenklicher für die Gesundheit sind. Der Staub entsteht bei Schaumstoffrückseiten, weil die Schicht mit der Zeit abbröselt und zerstört wird, was bei textilem Material nicht der Fall ist. Bei einer guten Teppichqualität gibt es außerdem weniger Druck- und Abriebstellen von Möbeln.

So kann man ihn selbst verlegen
Zuerst muss das Zimmer, in dem der Teppich verlegt werden soll, genau ausgemessen werden. Fensterbanknischen und Türdurchgänge nicht vergessen! Wer hier Fehler macht, provoziert Zusatzkosten und Extraarbeit. Der Teppich wird größer gekauft als gemessen wurde, es sollten möglichst zehn Zentimeter an den Kanten überstehen. Stoßkanten, die entstehen, wenn man mehrere Bahnen verlegt, können vermieden werden, wenn man den Teppich so wählt, dass er in einem Stück verlegt werden kann. Bevor man mit dem Verlegen beginnt, muss allerdings der Untergrund vorbereitet werden. Staub, Flecken und alte Klebereste, die sich mit einem so genannten Stripper, den man im Baummarkt leihen kann, gut entfernen lassen, müssen runter. Risse und Unebenheiten müssen verspachtelt werden. Als nächstes wird der Teppich ausgerollt und in Position gebracht. Verlegt man mehrere Bahnen, ist es wichtig, dass die Fasern in eine Richtung zeigen. Mit einem Teppichmesser lässt sich der Bodenbelag ganz einfach zuschneiden. Ein Holzbrett schont dabei den Boden. Kleber ist nicht mehr notwendig, Fachleute raten von der Verwendung sogar ab, da Dünste zu Allergien führen können. Bei mehreren Bahnen ersetzt ein spezielles Teppichband den Kleber und sorgt für Stabilität. Man sollte den Boden mit Büchern beschweren, um Stolperfallen und Wellen im Teppich zu vermeiden.

Diese Pflege hat er am Liebsten
Teppichboden immer in Strichrichtung saugen. Flecken macht man mit lauwarmem Wasser und Fensterreiniger den Garaus. Bei der Fleckenentfernung immer vom Rand zur Mitte tupfen.

Dafür gibt´s Pluspunkte
Teppichboden ist gemütlich, preiswert und pflegeleicht.

Das gibt Minuspunkte
In synthetischen und selbst in reinen Wollteppichen verstecken sich oft Schadstoffe. Allergiker müssen sich mit Staub und Milben herumplagen, die im Flor ein kuscheliges Zuhause finden.




Laminat

Erfunden haben es die Schweden. Im Jahr 1977 wurde der erste Laminatboden in dem skandinavischen Land produziert. Seit 1995 gibt es Laminatboden, der nicht mehr verleimt werden muss, sondern mit einem speziellen Verschlusssystem arbeitet.

Darauf sollte man beim Kauf achten
Auch Laminat kann mit Schadstoffen belastet sein, weswegen man beim Kauf auf spezielle Gütesiegel achten sollte. Auch der Raum, in dem das Laminat verlegt werden soll, spielt beim Kauf eine Rolle, denn je stärker er genutzt wird, desto mehr sollte das Laminat belastbar sein.

So kann man Laminat selbst verlegen
Bevor das Laminat verlegt wird, sollte es möglichst 48 Stunden in dem Raum, in dem es später verlegt werden soll, ausgelüftet werden. So kann es sich optimal dem Raumklima anpassen. Auf dem Estrich (manchmal auch auf Teppichboden) wird Trittschutz verlegt. Das schont die eigenen und die Ohren des Nachbarn. Laminat wird schwimmend verlegt, das heißt, es wird nirgends an Boden oder Wand verklebt, sondern nur aufgelegt und an Nut und Feder (den Rändern der Laminat-Bohlen) miteinander verbunden. Verlegezwingen oder Klebeband sorgen für den nötigen Druck, Holzkeile, die zwischen Wand und Laminat geschoben werden, halten den Anpressdruck an den Rändern. Es sollte ein Abstand von circa 10 mm zur Wand gehalten werden, damit das Laminat Platz zum Dehnen hat.

So pflegst du Laminat
Nach dem Verlegen sollte Laminat versiegelt werden. Danach darf man den Boden für acht bis zehn Stunden nicht betreten und sollte in den nächsten Tagen auch noch keine schweren Möbel darauf stellen. Laminat braucht keine spezielle Pflege, man sollte nur darauf achten, es nicht zu feucht zu wischen. Hartnäckige Flecken lassen sich mit Aceton (beispielsweise Nagellackentferner) oder Waschbenzin entfernen. Nie mit Dampfreiniger reinigen! Damit Laminat sich wohl fühlt, sollte die Luftfeuchtigkeit im Zimmer etwa 60 Prozent betragen – das tut auch dem Menschen gut.

Dafür gibt´s Pluspunkte
Laminat ist super pflegeleicht – in der Regel reicht saugen und staub wischen. Gelegentlich kann man den Boden mit einem nebelfeuchten Tuch wischen. Laminat ist sehr hygienisch und deswegen ideal für Allergiker. Außerdem ist Laminat sehr viel günstiger als Fertigparkett.

Das gibt Minuspunkte
Dafür, dass es günstiger ist, hat Laminat auch eine geringere Lebensdauer als Parkett. Wischt man zu feucht, schädigt man den Boden und fördert Formaldehydauslösungen, die an die Raumluft abgegeben werden. Befinden sich einmal Schäden im Laminat, sind sie schwierig zu kaschieren, da ein Abschleifen des Bodens nicht möglich ist.




Linoleum

Der Name kommt aus dem Lateinischen – "Oleum Lini" bedeutet Leinöl. Linoleum ist ein ökologischer und wohngesunder Bodenbelag, der bereits 1860 in England erfunden wurde. Er besteht überwiegend aus Leinöl, Naturharzen, Kork- und Holzmehl.

Darauf sollte man beim Kauf achten
Auch beim Linoleum können Schadstoffe eingearbeitet sein, deswegen empfiehlt es sich, auf Prüf- und Gütesiegel zu achten.

So verlegt man es selbst
Das Verlegen von Linoleum ist relativ kompliziert und sollte nur von Fachhandwerkern oder sehr talentierten Heimwerkern ausgeführt werden. Gerade das Verschweißen der Nähte erfordert besonderes Gerät und Fertigkeiten. Allerdings braucht man in der Regel keine spezielle Dämmung, da Linoleum über eine natürliche Trittschalldämmung verfügt.

So pflegst du Linoleum
Linoleum ist recht genügsam. Staubsaugen und nicht zu nasses Wischen reichen völlig. Man sollte aber keine alkalischen Reinigungsmittel verwenden, da diese dem Boden schaden können. Schwierige Flecken lassen sich in der Regel mit Terpentin entfernen. Ein Hausmittel aus Großmutters Zeiten: Eine 1/1-Mischung aus Milch und Wasser lässt Linoleum glänzen, das Bohnern mit Leinöl macht ihn geschmeidig. Wer zu nass wischt, erhöht das Risiko, dass der Boden von innen verrottet.

Dafür gibt´s Pluspunkte
Hausstaub, Milben und Pollen haben keine Chance, sich im Linoleum einzulagern und durch die natürlichen Inhaltsstoffe ist Linoleum der ideale Bodenbelag für Allergiker.

Das gibt Minuspunkte
Es kommt zwar keine Turnhallenatmosphäre auf, aber manchmal verbreitet Linoleum ein wenig gemütliches Raumklima. Deswegen sollte man warme Farben für den ökologischen Bodenbelag wählen.

Noch ein Wort zu ...

Kork – Mit Korkfußboden verhält es sich ähnlich, wie mit Linoleum. Am Besten eignen sich Korkplatten zum Verlegen.

Dielen
Sie als neuen Bodenbelag zu verlegen ist ziemlich aufwendig, sind sie aber bereits vorhanden, sind Dielen sehr pflegeleicht. Sie können ganz einfach abgeschliffen werden und sehen dann aus wie neu. Ungestrichene Holzböden, die dunkel geworden sind, werden wieder hell, wenn man sie mit einer 3/4-Mischung aus weißem Scheuersand und 1/4 frisch gelöschtem Kalk behandelt. Absatzspuren lassen sich mit einem Radiergummi entfernen. Knurren und Knarren die Dielen, kann man etwas Talkumpuder in die Ritzen streuen.

PVC
Ist ein sehr pflegeleichter Kunststoffboden, der aber wenig umweltfreundlich, geschweige denn gemütlich ist.

Parkett
Ist teuerer als Laminat, aber langlebiger und durch seine Holzstruktur auch edler anzusehen.

Allgemein
Wer neuen Fußboden verlegt, muss erst einmal den Untergrund vorbereiten; Staub, Dreck und Klebreste müssen runter. Eine Grundierung ist erforderlich, wenn sich hartnäckige Klebereste gar nicht entfernen lassen. Mit Spachtelmasse lassen sich Unebenheiten ausgleichen. Und zur Pflege lässt sich für alle Böden sagen: Vorbeugen ist besser als Schrubben. Eine Fußmatte und Hausschuhe verhindern, dass Dreck und Sandkörner den Bodenbelag, vor allem Laminat und Linoleum, verkratzen und schädigen können. Filzgleiter vermeiden, dass Möbelstücke bleibende Eindrücke auf Fußböden hinterlassen.

[TK]

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