Wie war das noch?

Erste Hilfe

published: 06.12.2005

Die stabile Seitenlage ist ausschließlich bei bewusstseinsgetrübten oder bewusstlosen Menschen anzuwenden (Foto: SpeedKingz/shutterstock.com) Die stabile Seitenlage ist ausschließlich bei bewusstseinsgetrübten oder bewusstlosen Menschen anzuwenden (Foto: SpeedKingz/shutterstock.com)

Erste Hilfe - ein alter Hut?

Zum Thema Erste Hilfe fällt dir nur der Pflichtkurs für den Führerschein und der Verbandskasten in der Schule ein? Schade, denn Erste Hilfe ist viel mehr als das und vor allem: Erste Hilfe kann Leben retten. Deshalb geht sie jeden etwas an. Wenn du dich in einer Notsituation befindest, bist du auf die Hilfe anderer Menschen angewiesen. Und wenn jemand anders einen Unfall hatte oder sich in einer lebensbedrohlichen Lage befindet, bist du rechtlich verpflichtet, Erste Hilfe zu leisten. Besonders wichtig sind fundierte Kenntnisse in Erster Hilfe auch für Mädels und Jungs, die sich ihr Taschengeld mit Babysitten aufbessern, Zivildienstleistende und Jugendliche mit kleinen Geschwistern oder Personen mit schweren Krankheiten in der Familie. Hier muss man auch in speziellen Gebieten Bescheid wissen. Für alle anderen sind zumindest die Basics der Ersten Hilfe unerlässlich. Und mit neuen Lehrmitteln, beispielsweise CDs oder Internet, sind Erste-Hilfe-Kurse jetzt up to date und ganz und gar nicht eingestaubt. In den letzten Jahren gab es zudem Neuerungen, über die jeder informiert sein sollte.

Wie war das noch?

Klar, die stabile Seitenlage kennt jeder, aber wirklich anwenden können sie die wenigsten. Meistens ist man mit so vielen anderen Dingen beschäftigt, dass man die Grundlagen der Ersten Hilfe schnell vergessen hat. Und wo war gleich noch mal der Verbandskasten, der in keinem Haushalt fehlen darf? Keine Bange, Scoolz und das Deutsche Rote Kreuz e.v.fassen die wichtigsten Dinge zusammen und haben Adressen parat, bei denen du einen Erste-Hilfe-Grundkurs oder Auffrischungskurs absolvieren kannst. So ein Kurs dauert meist nur wenige Stunden und kann in einem Notfall Leben retten.

Ein handelsüblicher Verbandskasten gehört nicht nur ins Auto, sondern auch in jeden Haushalt (Foto: shutterstock.com/elenabsl)Ein handelsüblicher Verbandskasten gehört nicht nur ins Auto, sondern auch in jeden Haushalt (Foto: shutterstock.com/elenabsl)


Die Grundausrüstung: der Verbandskasten

Ein handelsüblicher Verbandskasten gehört nicht nur ins Auto, sondern auch in jeden Haushalt. Einmal im Jahr sollte der heimische Verbandskasten auf Vollständigkeit und Funktionsfähigkeit überprüft werden. Das kannst du selbst an Hand unserer Checkliste tun. Aber auch in Apotheken hilft man dir gerne weiter. Dort kann man dir sagen, welche Dinge du ersetzen oder zusätzlich beschaffen musst. Ist das Haltbarkeitsdatum überschritten, müssen alle Produkte ausgetauscht werden. Der Inhalt eines Verbandskastens ist im Paragraphen 35h StVZO festgelegt und verweist auf DIN 13164B, also eine ganz bestimmte Norm. Im Laufe der Jahre hat es in dieser Norm Änderungen gegeben: So wurde beispielsweise die Anzahl der Wundschnellverbände und Mullbinden geändert. Rettungsdecke und Einmal-Handschuhe gehören erst seit ein paar Jahren zur Pflichtausstattung eines Verbandskastens. Und Ölkreide und Sicherheitsnadeln sind nicht mehr zwingende Bestandteile. Folgendes muss in einem Verbandskasten nach heutigem Standard enthalten sein:

1 Spule Heftpflaster (5 x 2,5) mit Außenschutz
8 Wundschnellverbände (10 x 6), Staub geschützt verpackt
1 Verbandpäckchen (13151-G)
3 Verbandpäckchen (13151-M)
1 Verbandtuch (13152-A)
2 Verbandtücher (13152-BR)
2 Fixierbinden, einzeln Staub geschützt verpackt
2 Mullbinden (61631-MB-6) CV/CO
3 Fixierbinden (61634-FB-8), einzeln Staub geschützt verpackt
3 Mullbinden (61631-MB-8) CV/CO
6 Wundkompressen (10 x 10), maximal paarweise steril verpackt
2 Dreiecktücher (13168-D), Staub geschützt verpackt
1 Schere (58279-A)
1 Rettungsdecke aus metallisierter Polyesterfolie, nahtfrei, Aluminium bedampft, Mindestmaß: 210 x 160 cm, Mindestdicke: 12 µm
4 Einmalhandschuhe (EN 455-1 + EN 455-2), nahtlos, groß, Staub geschützt verpackt
1 Erste-Hilfe-Broschüre
1 Inhaltsverzeichnis

Interview mit Apothekerin Jutta Schröder

Welche Bereiche umfasst die Erste Hilfe?
”Erste Hilfe bedeutet, spontan zu helfen. Das kann jederzeit erforderlich werden - plötzlich und überall. Notfälle können jederzeit geschehen. Unter Erster Hilfe ist nicht nur die Hilfe bei lebensbedrohlichen Notfällen zu verstehen, sondern auch die Hilfe, die beispielsweise eine Mutter einem hingefallenen Kind leistet, indem sie das Kind tröstet. Erste Hilfe muss bei lebensbedrohlichen Erkrankungen wie akutem Herzversagen, Unterzuckerung, Asthmaanfall oder Schock, bei Unfällen im Haushalt, am Arbeitsplatz, bei Sport und Spiel oder im Straßenverkehr geleistet werden. Gerade die ersten Minuten vom Eintritt eines Notfalls bis zum Eintreffen des Rettungsdienstpersonals sind für das Wohl des Patienten oftmals entscheidend! Wichtig ist, dass man überhaupt etwas tut. Beruhigend auf den Betroffenen wirkt schon, dass man sich um ihn kümmert.”

Was gehört zur Erste-Hilfe-Grundausstattung im Haushalt?
”Zur Erste-Hilfe-Versorgung im Haushalt gehört ein handelsüblicher Verbandkasten, wie er sich in jedem PKW befinden muss. Genau wie dieser sollte er einmal jährlich auf Vollständigkeit und Verfall überprüft werden. Wenn man das nicht selber tun möchte, bieten auch viele Apotheken gegen ein geringes Entgelt oder kostenlos diesen Service an. Im Deckel oder als Broschüre ist der Inhalt des Verbandkastens aufgelistet. Der Inhalt ist nach Fahrzeuggröße oder bei Betrieben nach Angestelltenzahl und Art des Gewerbes von den Berufsgenossenschaften definiert und vorgeschrieben. So ein Kasten enthält ein Sortiment verschiedener Wundauflagen und Pflaster für viele Eventualitäten. Die enthaltene Schere ist meistens stumpf und sollte durch eine gut schneidende Haushaltsschere ersetzt werden, damit man im Notfall nicht wertvolle Zeit verliert. Meist muss der Haushaltsverbandkasten um eine Splitterpinzette ergänzt werden. Auch eine Salbe gegen Verstauchungen, Wunddesinfektionsmittel, ein Fiebersenkungsmittel und ein Fieberthermometer gehören mit hinein. Etwas gegen Durchfall und Magenschmerzen sollte ebenso zum Inhalt gehören wie Mittel gegen Halsschmerzen und Hustenreiz sowie Zubereitungen gegen Verbrennungen und Insektenstiche.”

Was ist von Verbandskästen zum Schnäppchenpreis zu halten?
”Sollte man einen preisgünstigen Verbandkasten angeboten bekommen, ist eine Inhalts- und Verfallsdatumskontrolle Pflicht.”

Kann man Omas Hausmittel empfehlen?
”Omas Hausmittel sind längst nicht out. Die Phytomedizin (die Lehre der Pflanzen) birgt viele Heilungschancen. Ob Aloe oder Artischocke, Efeu, Mistel und Flohsamen - alle sind aktuelle Forschungsobjekte der Pharma-Industrie. Apropos Aloe: Die hatte meine Großmutter auf der Fensterbank in einem großen Blumentopf. Bei Verbrennungen half der frisch ausgetretene Saft abgebrochener Blätter - und leichte Verbrennungen kamen beim Kochen auf der offenen Herdflamme häufiger vor. Nelken kamen nicht nur an den Rotkohl sondern halfen und helfen auch gegen Zahnschmerzen!”

Wie kann ich mich bei Erste-Hilfe-Maßnahmen vor Infektionen schützen?
”Bei allen blutenden Wunden oder beim Freimachen der Atemwege sollte man unbedingt die im Verbandkasten enthaltenen Vinyl- oder Latexhandschuhe tragen. Und verbrauchtes Material aus dem Kasten muss natürlich unverzüglich ersetzt werden.”

Was hat sich in den letzten Jahren im Bereich Erste Hilfe verändert?
”Soweit ich weiß, ist der Defibrillator recht neu. Dieses Gerät soll irgendwann mal in allen öffentlichen Gebäuden zugänglich sein, weil es bei rechtzeitigem Einsatz einem Infarktpatienten das Leben retten kann. Einen Defibrillator kann auch ein Laie bedienen, denn das Gerät selbst gibt Anweisungen zur Handhabung.”

Dei Sofortmaßnahmen am Unfallort sind der erste Teil der Rettungskette (Foto: SPK Lifestyle Stock Photo)Dei Sofortmaßnahmen am Unfallort sind der erste Teil der Rettungskette (Foto: SPK Lifestyle Stock Photo)


Die Rettungskette

Genauso wichtig wie ein Verbandskasten ist eine gut funktionierende Rettungskette. Damit ist kein Schmuckstück gemeint, sondern die Abfolge der lebensrettenden Maßnahmen von der Soforthilfe bis zur Versorgung im Krankenhaus. Die Rettungskette ist damit Grundlage einer jeden Erste-Hilfe-Leistung. Nach dem nun folgenden Überblick gehen wir auf einzelne Maßnahmen noch einmal detailliert ein.

Teil 1 der Rettungskette: Sofortmaßnahmen

Wenn du jemanden nach einem Unfall, einer Vergiftung oder Ähnlichem auffindest, gilt es, dir zunächst einen Überblick über die Situation zu verschaffen. Du musst als Erstes dafür sorgen, dass keine akute Gefahr mehr für dich selbst oder jemand anderen besteht. Das kann dadurch passieren, dass du eine Unfallstelle absicherst oder bei einem Stromunfall für Stromunterbrechung sorgst. Bei einer Vergiftung durch chemische Dämpfe oder ausgelaufene Chemikalien, die du nicht gefahrlos beseitigen kannst, solltest du dich dem Unfallort nicht nähern und auf das Eintreffen der Einsatzkräfte warten. Konntest du die Unfallstelle absichern, musst du zunächst das Unfallopfer ansprechen um festzustellen, ob es bei Bewusstsein ist.
Zu den Sofortmaßnahmen gehört auch:
· bedrohliche Blutungen stillen
· Atemwege freimachen
· Bewusstlose in Seitenlage bringen
· gegebenenfalls Wiederbelebung beginnen

Der Notruf

Hast du die Sofortmaßnahmen durchgeführt, muss der Notruf getätigt werden. Wenn dies ein Dritter tun kann, spart das Zeit und ermöglicht es dir, beim Unfallopfer zu bleiben. Wer bei einem Verkehrsunfall kein Handy zurHand hat, kann an jeder Notrufsäule oder in jeder Telefonzelle kostenfrei die Notrufnummern 112 (Feuerwehr und Rettungswagen) oder 110 (Polizei) wählen. Auf einer Autobahn findest du die nächste Notrufsäule, indem du den Pfeilen an den Leitpfosten folgst. Bereite dich auf die Fragen der Rettungshelfer vor. Am Telefon wirst du beispielsweise Auskunft auf die W-Fragen geben müssen:

- Wo ist es passiert?
- Was ist passiert?
- Wie viele Personen sind betroffen?
- In welchem Zustand befindet sich der Patient?
- Und ganz wichtig: Auf Rückfragen warten!

Teil 2 der Rettungskette: weitere Maßnahmen

Je nach Zustand des Betroffenen musst du nun mit bestimmten Erste-Hilfe-Maßnahmen wie beispielsweise der Lagerung je nach Zustand oder Wunsch des Betroffenen beginnen. Weiterhin gilt es, die Vitalfunktionen (Bewusstsein, Atmung und Kreislauf) des Opfers zu überprüfen und sich um die Erstversorgung von Wunden zu kümmern. Auch wichtig ist die Schockbekämpfung, die du bis zum Eintreffen der Rettungskräfte durchführen musst. Das Unfallopfer sollte bei allen Maßnahmen auch psychologisch betreut werden. Sprich beruhigend mit dem Verletzten.Anschließend solltest du den eintreffenden Rettungsdienst einweisen.

Teil 3 der Rettungskette: der Rettungsdienst

Sobald der Rettungsdienst vor Ort ist, solltest du ihm freie Bahn lassen und dich an die Anweisungen des Rettungsteams halten. In dessen Aufgabenbereich fällt:
· Medizinische Erstversorgung
· Notärztliche Maßnahmen
· Herstellen der Transportfähigkeit
· Sachgerechter Transport

Teil 4 der Rettungskette: Krankenhaus

Ist das Unfallopfer einmal im Krankenhaus eingetroffen, kümmern sich die zuständigen Ärzte um alle weiteren Maßnahmen. Sie erstellen eine Diagnose, leiten die entsprechende Therapie ein und kümmern sich um die weitere Pflege des Patienten.

Interview mit Anja Röthemeier vom Deutschen Roten Kreuz, Bundesverband, Sachbearbeiterin Erste Hilfe

Was hat sich in den letzten Jahren im Bereich der Ersten Hilfe verändert?
”Der wichtigste Punkt ist, dass sich Lehraussagen verändert haben. So ist die Pulskontrolle aus den Erste-Hilfe-Maßnahmen völlig rausgefallen, weil man festgestellt hat, dass selbst versierte Helfer, wie beispielsweise Rettungsdienstpersonal, Probleme mit dem Fühlen des Pulses hatten. Da bei Erster Hilfe jede Sekunde zählt, gilt es nun, sofern weder Atmung noch andere Lebenszeichen wie beispielsweise Husten, Bewegung auszumachen sind, sofort mit den Wiederbelebungsmaßnahmen zu beginnen. Auch die Anleitung zum Anlegen von Verbänden ist vereinfacht worden. Es zählt nur noch die Überbrückung bis zum Eintreffen der Rettungskräfte, also etwa zehn Minuten.”

Was kann man tun, wenn man Angst hat, etwas falsch zu machen?
”Natürlich die Kurse des DRK besuchen und üben, üben, üben. Das kann man inzwischen auch zu Hause mit CD-ROMs, die einem helfen, Abläufe zu verinnerlichen. So kann man üben, wie man bei Erste-Hilfe-Maßnahmen vorgeht. Solche CDs kosten ca. zehn bis 19 Euro.”

Was ist bei Erster Hilfe besonders wichtig?
”Die Bereitschaft zur Hilfeleistung an sich ist wichtig. Und dabei gilt: Keine Angst vor Fehlern. Helfen kann jeder - und sei es nur durch den Anruf beim Rettungsdienst. Aber auch die Betreuung des Verletzten ist eine Hilfsmaßnahme. Man sollte sich zum Betroffenen begeben, ihn ansprechen und trösten. Auch das gehört zur Ersten Hilfe.”

Welche Kurse bietet das DRK für Erste Hilfe an?
”Wir bieten beispielsweise spezielle Erste-Hilfe-Kurse für Kinder oder Eltern an. Das gesamte Angebot kann man sich unter www.drk.de/erstehilfe ansehen.”

Wie findet man einen Erste-Hilfe-Kurs in seiner Nähe?
”Dafür muss man einfach nur auf unsere Homepage (www.drk.de/adressen)klicken und sich den nächstgelegen Kursort heraussuchen.”

Absicherung einer Verkehrsunfallstelle
Wenn man im Auto unterwegs ist und sich ein Unfall ereignet, sollte man sofort den Warnblinker einschalten und mit einem gewissen Abstand zur Unfallstelle am rechten Straßenrand parken. Bei Dämmerung oder Dunkelheit lass‘ das Fahrzeuglicht eingeschaltet. Stelle das Warndreieck und gegebenenfalls eine Warnblinkleuchte im Abstand von circa 100 Metern zum Unfallort auf. Bei Kurven musst du das Warndreieck vor der Kurve platzieren. Rettungsorganisationen empfehlen, andere Autofahrer durch Auf- und Abstrecken der Arme dazu aufzufordern, langsam zu fahren. In der Dunkelheit kannst du auf die Unfallstelle aufmerksam machen, indem du eine Taschenlampe schwenkst. Dabei stehst du natürlich am Straßenrand, gegebenenfalls auf dem Seitenstreifen (am besten hinter der Leitplanke) und nicht mitten auf der Straße!
Nicht Pflicht aber nützlich ist es, eine Warnweste im Auto zu haben. Auch ein Kfz-Feuerlöscher kann bei Entstehungsbränden hilfreich sein.
Wenn ein Gefahrgut-Transporter in den Unfall involviert ist, kannst du dies am orangefarbenen Schild am Fahrzeug erkennen. Die obere Zahlenreihe auf dem Schild kennzeichnet die Gefahr und die untere Zahlenreihe benennt den transportierten Stoff. Diese Zahlen solltest du dir merken und der Rettungsleitzentrale beim Notruf mitteilen.

Sofortmaßnahmen bei einem Verkehrsunfall
Als Erstes musst du das Unfallopfer ansprechen, um zu prüfen, ob es bei Bewusstsein ist. Wenn die Person weder auf Worte noch auf Schütteln reagiert und sich auch nicht selbst bewegt, kannst du von Bewusstlosigkeit ausgehen. Dieser Zustand ist gefährlich, da die gesamte Muskulatur erschlafft, so dass die Zunge möglicherweise die Atemwege versperrt. Es ist auch lebensbedrohlich, wenn die Muskulatur des Magenverschlusses erschlafft und Mageninhalt und Magensäure in die Speiseröhre und Atemwege fließen können.

Transport eines Bewusstlosen
Um einen Bewusstlosen aus einem Auto zu transportieren, wendet man am besten den Rautek-Rettungsgriff an. Mit ihm kann man Menschen unabhängig von der eigenen Körperkraft bewegen. Hierfür greifst du unter den Achselhöhlen des Unfallopfers hindurch, winkelst einen der Unterarme des Bewusstlosen an und umfasst diesen mit beiden Händen. Halte dabei die Finger nach vorne. Nun verlagere dein Körpergewicht nach hinten, richte dich aus den Knien heraus auf und ziehe die Person auf die eigenen Oberschenkel. Wenn du nun mit gebeugten Knien rückwärts gehst und die Arme gestreckt hältst, kannst du den Verletzten in ein sicheres Gebiet bringen. Dort lege ihn auf eine Decke oder Rettungsfolie.

Atmung ermöglichen
Ist das Unfallopfer bewusstlos, müssen so schnell wie möglich die Atemwege frei gemacht werden. Dies kann Leben retten.
Deswegen muss jeder Mensch die dazu gehörigen Handgriffe beherrschen. Um dich selbst zu schützen, solltest du auf jeden Fall die Einmal-Handschuhe aus dem Verbandskasten überstreifen. Nun öffnest du zunächst den Mund des Bewusstlosen. Sieh nach und fühle mit den Fingern, ob sich lose Zahnprothesen, Blut oder Erbrochenes in der Mundhöhle befinden. Wenn das der Fall ist, musst du diese entfernen. Zur folgenden Atemkontrolle muss zunächst der Hals des Verletzten überstreckt sowie der Mund leicht geöffnet werden. Dazu fasst du mit einer Hand an der Stirn, mit der anderen an das Kinn. Du kannst jetzt den Kopf des Betroffenen vorsichtig nackenwärts beugen sowie sein Kinn anheben. Nun kontrollierst du die Atmung, indem du dein Ohr über Nase und Mund des Opfers hältst. Kannst du den Atem an deiner Wange fühlen? Hörst du Atemgeräusche? Hebt und senkt sich der Brustkorb?

Atem spenden
Atmet das Unfallopfer nicht, muss Atem gespendet werden. Unterbleibt dies, kann der Verletzte sterben. Wer jetzt an die berühmt-berüchtigte Mund-zu-Mund-Beatmung denkt, muss sich eines Besseren belehren lassen: In der Regel zieht man für eine Atemspende heutzutage nämlich die Mund-zu-Nase-Beatmung vor, da diese Atmung dem natürlichen Atemweg entspricht. Ist die Nase verletzt oder beim Einblasen nicht durchlässig, musst du als Ersthelfer auf die Beatmung Mund-zu-Mund übergehen!

Und so funktioniert die Mund-zu-Nase-Beatmung:
1. Knie dich neben den Kopf des Unfallopfers.
2. Der Kopf bleibt überstreckt, während du eine Hand an die Stirngrenze legst und den Daumen der anderen Hand quer unter die Unterlippe legst, um den Mund zu verschließen. Die restlichen Finger liegen unter dem Kinn und heben den Unterkiefer an, so dass das Kinn nach oben zeigt.
3. Nun atmest du normal ein und setzt deinen Mund so um die Nase des Betroffenen, dass deine Lippen die Nase durch leichten Druck abdichten. Blase langsam Luft in die Nase des Verletzten.
4. Die Beatmung muss so stark sein, dass sich der Brustkorb des Beatmeten deutlich hebt und senkt. Dies kontrollierst du nach jeder Beatmung, indem du deinen Blick auf den Oberkörper richtest. An deiner Wange kannst du die Ausatmung spüren. Du siehst auch das Zurücksinken des Brustkorbes und kannst in der Zwischenzeit selber wieder Luft holen.
5. Die Beatmung muss im angemessen Rhythmus erfolgen. Das heißt: bei Erwachsenen etwa zwölf Atemstöße pro Minute, bei Jugendlichen 20 und bei Kleinkindern 30. Bei Säuglingen musst du etwa 40 Atemstöße pro Minute spenden.

Herz-Lungen-Wiederbelebung
Wenn bei einer bewusstlosen Person weder Atmung noch andere Lebenszeichen (wie Husten, Bewegung) vorhanden sind, muss sofort eine Herz-Lungen-Wiederbelebung eingeleitet werden. Dafür sollte der Betroffene flach auf dem Rücken auf einer harten Unterlage liegen. Dann den Brustkorb frei machen, wobei Kleidung hochgeschoben, aufgeschnitten oder aufgerissen werden muss. Sind diese Voraussetzungen geschaffen, kannst du mit der Herz-Lungen-Wiederbelebung beginnen.

1. Knie dich in Schulterhöhe neben den zu Belebenden.
2. Beatme ihn zwei Mal langsam.Lege den Zeigefinger einer Hand an den unteren Rand der Rippen und fahre den Rippenbogen hinauf bis zu der Stelle, an der unterer Rippenbogen und Brustbein zusammenlaufen. Der Mittelfinger lokalisiert diese Stelle. Der Zeigefinger wird in Richtung des Kopfes auf das Brustbein gelegt.
. Direkt darüber musst du den Handballen der ersten Hand auflegen. Das ist der Druckpunkt.
3. Nun legst du eine Hand gekreuzt auf die andere, streckst die Finger, drückst die Ellenbogen durch und stellst die Schultern senkrecht über die Hände.
4. Drücke das Brustbein 15 Mal etwa vier bis fünf Zentimeter senkrecht in Richtung Wirbelsäule.
5. Beatme den Betroffenen zwei Mal langsam.
6. Suche den Druckpunkt.
7. Nimm die richtige Köperhaltung ein und drücke wieder 15 Mal das Brustbein in Richtung Wirbelsäule, beatme wieder zwei Mal langsam und fahre so fort.



Mit der Herz-Lungen-Wiederbelebung darf erst dann aufgehört werden, wenn sich der Brustkorb von alleine hebt und senkt – der Betroffene also atmet - oder der Rettungsdienst die Wiederbelebungsmaßnahmen übernimmt.

Die stabile Seitenlage
Atmet der Bewusstlose, wird er in die stabile Seitenlage gebracht. Dafür kniet man seitlich neben dem Verletzten. Trägt er eine Brille, muss diese abgenommen werden. Nun hebt man die Hüfte des Notfallopfers leicht an und legt dessen gestreckten Arm darunter. Das Bein der Person, welches am nächsten zu dir liegt, stellst du so auf, dass es maximal gebeugt ist. Nun wird noch der gegenüberliegende Arm herübergezogen, so dass die Hand auf der dir zugewandten Schulter liegt. In dem du an die gegenüberliegende Hüfte und Schulter fasst, ziehst du den Betroffenen vorsichtig zu dir herum. Zur Stabilisierung wird nun noch der Kopf überstreckt und der hintere untere Arm in der Nähe des Ellbogengelenks nach hinten gezogen. Öffne den Mund des Bewusstlosen und wende ihn in Richtung Boden. Die Atmung muss ständig kontrolliert werden.

Sofortmaßnahmen bei lebensbedrohlichen Blutungen
Weist der Betroffene eine schwere Blutung am Arm auf, ziehe dir die Einmal-Handschuhe über. Halte dann den Arm des Opfers hoch, um die Blutung zu vermindern. Auch durch Abdrücken kann die Blutung gestillt werden. Dafür drückst du die zur Wunde führenden Schlagader am Oberarm gegen den darunter liegenden Knochen. Danach muss ein Druckverband angelegt werden. Das Druckpolster musst du so fest auf der Wunde befestigen, dass die Blutung zum Stillstand kommt. Lege eine Wundauflage (keimfrei) auf die Wunde und darüber eine so genannte Krawatte - ein aufgerolltes Dreieckstuch oder Ähnliches. Ein Druckpolster, beispielsweise ein Verbandpäckchen, wird nun auf die Krawatte gelegt und das Ganze mit einer zweiten Krawatte fest verknotet. Dies kann auch durch einen Verband passieren, der fest kreisförmig über das Druckpolster gewickelt wird.

Sofortmaßnahmen bei einem Schock
Menschen mit einem Schock erkennt man an kalter, blasser Haut und kaltem Schweiß auf der Stirn. Oft weisen diese Menschen eine auffallende Unruhe auf und frieren sehr. Dies weist daraufhin, dass der Organismus der Notfallopfer nicht mehr ausreichend Blut transportiert. Du solltest sie flach auf den Rücken legen und ihre Beine etwa 30 Zentimeter hoch lagern. Man kann auch den gesamten Körper in Schräglage bringen. Dann wird der Betroffene zugedeckt. Atmung und Bewusstsein solltest du ständig kontrollieren. Essen, Trinken oder gar Rauchen sind absolut tabu, nicht mal ein Glas Wasser sollte der Patient zu sich nehmen. Die Schocklage sollte nicht bei Personen angewendet werden, die unter Atemnot leiden, oder bei Menschen mit Schädel- oder Hirnverletzungen und bei Schmerzen im Brust- oder Bauchraum.

Psychologische Sofortmaßnahmen
Sehr wichtig ist neben den lebensrettenden Sofort- und Erste-Hilfe-Maßnahmen auch die psychologische Betreuung des Unfallopfers. Der Stellenwert eines beruhigenden Gesprächs wird oft unterschätzt. Dies ist aber von großer Bedeutung auch für den körperlichen Zustand des Betroffenen. Rettungsexperten empfehlen, den Betroffenen mit Namen anzusprechen. Außerdem sollte vorsichtig Körperkontakt gesucht werden, indem man beispielsweise die Schulter oder die Hand des Verletzten hält. Man sollte auch nicht vergessen, sich selbst vorzustellen. Es ist für den Betroffenen beruhigend, wenn er weiß, dass jemand da ist, dass Rettungsmaßnahmen eingeleitet sind und was vor sich geht. Lass dich nicht zu Aussagen hinreißen, die du nicht sicher treffen kannst, z.B. über die Schwere der Erkrankung. Fragen an den Betroffenen können helfen, ihn bei Bewusstsein zu halten. Man kann sich auch bei ihm erkundigen, ob er religiös ist, beten möchte oder einen anderen Wunsch hat. Redest du mit einem Verletzten, solltest du auf jeden Fall ruhig bleiben und dem Betroffenen mit Respekt begegnen. Schwerverletzte sollten außerdem durch einen Sichtschutz, beispielsweise ein Auto oder eine Decke, vor Schaulustigen abgeschirmt werden.

Sofortmaßnahmen bei Wunden
Nicht lebensbedrohliche Wunden kann man sich nur allzu leicht im Haushalt zuziehen. Bei der Versorgung sind drei Dinge zu beachten: Die Blutung muss gestoppt werden, die Wunde keimfrei bleiben und der Schmerz eingedämmt werden. Die verletzte Stelle solltest du nicht mit bloßen Händen berühren und nicht mit Puder oder anderen medizinischen Mitteln behandeln, es sei denn, ein Arzt ordnet dies an.

Auf jeden Fall Schutzhandschuhe überstreifen! Als Sofortmaßnahme sollte die Wunde am Unfallort verbunden werden. Wundschnellverbände findest du in jedem vollständigen Verbandskasten. Dabei ist darauf zu achten, dass das Mullkissen größer ist als die Wunde. Ziehe die Folien so ab, dass du das Mullkissen nicht berührst. So kann es nicht zu einer Keimübertragung kommen. Nach dem Abziehen der Folien wird das Mullkissen auf die Wunde gelegt und mit den Pflasterstreifen an den Seiten befestigt. Befindet sich ein Fremdkörper in der Wunde, darf dieser nur von einem Arzt entfernt werden!

Sofortmaßnahmen bei Tierbissen
Dieses Schicksal ereilt nicht nur Briefträger: Schnell kann ein Hund oder ein anderes Tier, das sich bedroht fühlt, zuschnappen und einem Menschen eine schmerzhafte Wunde zufügen. Tierbisswunden bedeuten eine große Infektionsgefahr, da Erreger und Bakterien aus dem Maul des Tieres in den Körper des Menschen gelangen können. Tierbisswunden sollten deswegen sofort keimfrei verbunden und schnellstmöglich von einem Arzt behandelt werden. Bei Tollwutverdacht sollte man die Wunde mit einer Seifenlösung, beispielsweise Spülmittel auswaschen, um die Erreger unschädlich zu machen..

Sofortmaßnahmen nach Knochenbrüchen
Einen Knochenbruch nennen die Mediziner eine Fraktur. Sie ist häufig die Folge eines Sturzes oder einer Gewalteinwirkung. Es gibt aber auch Frakturen, die durch eine Überbelastung oder eine Knochenkrankheit ausgelöst werden. Man unterscheidet zwischen geschlossenen und offenen Brüchen. Bei einem offenen Bruch liegt neben der Fraktur auch eine Schädigung der Haut vor. Das bedeutet Infektionsgefahr. Einen Knochenbruch kann man häufig an der Schwellung der betroffenen Körperstelle und der abnormen Lage des Knochens erkennen. Die Betroffenen haben starke Schmerzen und können den gebrochenen Körperteil wenig oder gar nicht bewegen. Die Stelle sollte ruhig gehalten werden. Bedecke eventuelle Wunden mit einer keimfreien Wundauflage. Kalte Umschläge lindern die Schwellung. Stelle den Bruchbereich mit geeignetem weichem Polstermaterial und Dreieckstüchern über die angrenzenden Gelenke hinaus ruhig. Halte den Verletzten warm.

Sofortmaßnahmen bei Verstauchung
Bei einer Verstauchung werden Gelenkteile gegeneinander verschoben oder kurzzeitig voneinander getrennt, wobei die Bänder, welche die Gelenkkapsel umgeben, überdehnt werden. Ein verstauchter Körperteil ist oft geschwollen und sollte durch kalte Umschläge und eine Ruhigstellung des betroffenen Gliedmaßes behandelt werden.

Sofortmaßnahmen bei Gehirnerschütterung
Eine Gehirnerschütterung, auch leichtes Schädel-Hirn-Trauma genannt, ist die häufigste Art der Kopfverletzung. Hier liegt eine ”Prellung” der Nervenzellen im Gehirn nach einem Schlag gegen den Kopf vor. Es kommt zu einer kurzfristigen, wenige Sekunden bis Minuten dauernden Bewusstlosigkeit. Eine solche Verletzung äußert sich außerdem durch Schwindelgefühl, Kopfschmerz, Übelkeit und eventuell Erbrechen. Die Symptome können auch zeitlich versetzt auftreten. Betroffene sollten nicht alleine gelassen werden. Lagere den Oberkörper etwas erhöht und hilf eventuell beim Erbrechen. Ärztliche Abklärung ist immer nötig!

Sofortmaßnahmen bei Vergiftung
Feste, flüssige oder gasförmige Substanzen können schon in geringen Mengen zu schweren Vergiftungen führen, wenn sie über Haut, Magen oder Lunge aufgenommen werden. Eine Vergiftung äußert sich durch starre, weite oder sehr enge Pupillen, Übelkeit, Erbrechen, Hautveränderungen und Bewusstseinsstörungen, die bis zur Bewusstlosigkeit führen können. Beachte gerade bei Vergiftungen deinen eigenen Schutz. Setze immer erst den Notruf ab und erfrage gegebenenfalls später weitere Informationen von der Giftnotrufzentrale.

Checkliste für ein Telefonat mit der Rettungsleitstelle (Notruf) oder der Giftnotzentrale
1. Wem ist etwas passiert? (Kind, Erwachsener, Haustier...)
2. Womit wurde die Vergiftung ausgelöst?
3. Wie geht es dem Betroffenen?
4. Wie alt ist der Betroffene und wie schwer ist er ungefähr?
5. Wie viel Gift wurde eingenommen?
6. Wann ist es passiert?
7. Was wurde bisher unternommen?
8. Anschrift angeben und auf Rückfragen warten

Vergiftung durch Verschlucken
Bei Vergiftung durch Verschlucken einer chemischen Substanz, giftigen Lebensmitteln oder Ähnlichem solltest du nie Erbrechen auslösen. Dass dies hilfreich wäre, ist ein weit verbreiteter Irrglaube. Flöße dem Vergifteten auf keinen Fall Milch oder andere Getränke ein, denn diese beschleunigen in vielen Fällen die Giftaufnahme. Wenn der Betroffene erbricht, hilf ihm. Bewahre immer Reste der Substanz auf, die verschluckt wurde. Wenn der Vergiftete sich erbrochen hat, sollte man auch das Erbrochene für eine eventuelle Analyse sichern. In jedem Fall musst du so schnell wie möglich den Notarzt und eventuell die Giftnotzentrale anrufen.

Pflanzen, deren Früchte gerade für Kinder leicht giftig sindEberesche/Vogelbeeren, Edelwicke, Eicheln, Geißblatt, Heckenkirsche, Liguster, Schneeball, Schneebeere, Staudenwicke, Stechpalme, Rosskastanie, Holunder, Zwergmispel
Giftige Pflanzen
Aronstab (rote Beeren, frische Blätter), Efeu (Stängel, Blätter, Beeren), Fingerhut (Blüten, Blätter und Samen), Goldregen (Schoten und Samen), Maiglöckchen (alle Pflanzenteile), Krokus (Zwiebel), Thuja (Blätter und Beeren), Nachtschattengewächse, Christrose, Schwarze Nieswurz (alle Pflanzenteile), Oleander (alle Pflanzenteile), Pfaffenhütchen (Samen, Blätter, Rinde), Rhododendron (alle Pflanzenteile), Gartenbohne (Bohne), Lupine (Samen), Wolfsmilch-Arten.
Sehr giftige Pflanzen
Bilsenkraut (Blätter, Samen, vor allem Wurzel), Eisenhut (alle Pflanzenteile), Engelstrompete (Blätter und Samen), Gefleckter Schierling, Wasserschierling (alle Pflanzenteile)
Herbstzeitlose (alle Pflanzenteile), Rizinus (Wunderbaum, Christpalme), Seidelbast-Arten (alle Pflanzenteile), Stechapfel (Blätter und Samen), Tollkirsche (alle Pflanzenteile, besonders die Früchte)

Vergiftung durch Einatmen
Hier gilt es, für ausreichend frische Luft zu sorgen und darauf zu achten, sich nicht selbst durch Dämpfe in Gefahr zu begeben. Die vergiftete Person sollte warm gehalten werden. Vermeide, dass sie sich unnötig bewegt. Auch hier musst du so schnell wie möglich den Notarzt und gegebenenfalls die Giftnotzentrale verständigen.

Vergiftung durch Hautkontakt
Entferne sofort die betroffene Kleidung und deponiere sie in einem anderen Raum. Spüle die Hautstellen mit reichlich Wasser ab. Achte darauf, dass das Spülwasser nicht über bisher unbeteiligte Haut läuft. Rufe schnellstmöglich den Notarzt und gegebenenfalls die Giftnotzentrale.

Vergiftung mit Augenkontakt
Spüle die Augen so lange wie möglich mit geöffneten Augenlidern unter fließendem Wasser aus. Achte darauf, dass das Spülwasser nicht über bisher unbeteiligte Haut läuft. Verständige sofort den Notarzt und gegebenenfalls die Giftnotzentrale.

Sofortmaßnahmen bei Verätzung
Laugen und Säuren können nicht nur Vergiftungen sondern auch Verätzungen hervorrufen. Eine Verätzung verursacht starke Schmerzen. Eine Verätzung mit Säure führt zu Schorfbildung, während eine Lauge glasige Verquellungen hervorrufen kann. Trage unbedingt Schutzhandschuhe, um dich nicht selbst zu gefährden. Du musst sofort die betroffene Kleidung entfernen und die Haut über längere Zeit mit klarem Wasser abspülen. Bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes sollte ein keimfreier Verband die Wunde schützen.

Sofortmaßnahmen bei einer Verbrennung
Verbrennungen und Verbrühungen sind äußerst schmerzhafte Verletzungen, bei denen jede Minute zählt. Solche Unfälle können bei einem hohen Grad eine Gefahr für das Leben des Betroffenen bedeuten. Mit Grad bezeichnet man die Schwere der Verbrennung, die sich nach Größe der Wunde und Tiefe der Verletzung richtet. So kommt es bei Verbrennungen des ersten und zweiten Grades zu Hautrötung und Blasenbildung, bei Verbrennungen dritten Grades ist das Gewebe grauweiß oder schwarz verbrannt. Schockgefahr droht. Bei Verbrühungen solltest du die Kleidung möglichst rasch, wenn auch vorsichtig, entfernen. Bei schweren Verbrennungen lasse sie auf dem Körper. Tauche die verbrannte Körperstelle in handwarmes Wasser, bis die Schmerzen nachlassen. Wunden mit einem sterilen und metallischen Verband bedecken. Bei schweren Verbrennungen drohen außer einem Schock auch Atem- und Kreislauf-Probleme. Ergreife also entsprechende Maßnahmen.

Sofortmaßnahmen bei Erstickungsgefahr
Durch Insektenstiche oder Fremdkörper im Mund- oder Rachenraum kann es zu Erstickungsgefahr kommen. Bei Insektengiften schwellen Schleimhäute und Zunge so sehr an, dass die Atemwege nicht mehr frei sind. Lasse den Verletzten Speiseeis oder Eiswürfel lutschen, um die Stellen abschwellen zu lassen. Allerdings nur, wenn die Person noch schlucken kann. Überprüfe ständig Atmung und Lebenszeichen des Betroffenen, damit du gegebenenfalls lebenserhaltende Maßnahmen einleiten kannst. Alarmiere schnellstmöglich den Rettungsdienst. Befinden sich Fremdkörper in Luft- oder Speiseröhre, musst du den Verletzten zum Husten bringen - beispielsweise durch kräftige Schläge zwischen die Schulterblätter, während er mit nach vorne gebeugtem Oberkörper steht oder kniet. Fremdkörper in Nase und Ohr dürfen nur von einem Arzt entfernt werden.

Erste Hilfe bei Unterkühlung
Durch sehr kalte Außentemperaturen, etwa im Wasser, kann die Körpertemperatur unter 35 Grad Celsius absinken. Dann kommt es zu einer Unterkühlung des gesamten Organismus. Es kann auch zu einer Unterkühlung führen, nasse Kleidung zu tragen oder dem Wind ausgesetzt zu sein. Die Symptome sind steife Armen und Beine, Blaufärbung der Haut, Schläfrigkeit sowie verlangsamte Atmung. Jemanden mit Unterkühlung solltest du aus dem Gefahrenbereich heraus und an einen wärmeren und windgeschützten Ort (maximal Zimmertemperatur - nicht wärmer) bringen. Der Unterkühlte sollte sich ruhig hinlegen. Hülle ihn in Decken, aber lagere die Beine nicht hoch. Du darfst den Betroffenen weder massieren noch frottieren. Gib ihm warme, nicht-alkoholische Getränke - allerdings nur, wenn die Person noch bei Bewusstsein ist. Kontrolliere Atmung und Lebenszeichen, bis die Rettungskräfte eintreffen.

Erste Hilfe bei Sonnenstich/Hitzschlag
”Du hast wohl zu lange in der Sonne gesessen” – was oft nur eine Redensart ist, kann schnell zu einer gesundheitlichen Bedrohung werden. So sind vor allem Kleinkinder und Menschen mit wenig Haaren in Gefahr, einen Sonnenstich zu erleiden, wenn sie sich längere Zeit ungeschützt der Sonnenstrahlung aussetzen. Auch ein Scheitel lässt Sonnenstrahlung ungehindert auftreffen. Wer sich bei feucht-schwüler Witterung körperlich extrem belastet, kann einen Hitzschlag bekommen. Wenn nämlich die Schweißbildung gehemmt ist oder der Schweiß wegen der Witterung nicht verdunsten kann, kommt es zu einem starken Wärmestau im Körper. Dieser Zustand äußert sich durch einen heißen, hochroten Kopf, Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Benommenheit oder sogar Bewusstlosigkeit.

Wenn das Notfallopfer bei Bewusstsein ist, sind folgende Erste-Hilfe-Maßnahmen zu treffen:

1. den Verletzten an einen schattigen und möglichst kühlen Ort bringen.
2. den Oberkörper erhöht lagern. Den Betroffenen mit feuchten Tüchern kühlen.

Wenn der Betroffene bewusstlos ist, musst du alle Maßnahmen zur Überprüfung von Atmung und Lebenszeichen durchführen. Alarmiere so schnell es geht den Rettungsdienst.

Sofortmaßnahmen bei einem Stromunfall
Das Wichtigste bei einem Stromunfall ist, zunächst die Stromversorgung zu unterbrechen. Ziehe dazu einfach den Netzstecker aus der Steckdose oder drehe die Sicherung heraus. Handelt es sich allerdings um Hochspannung, solltest du dich der Unfallstelle und der Stromquelle nicht nähern. Bei schweren Stromverletzungen musst du Wiederbelebungsmaßnahmen einleiten und den Rettungsdienst rufen. Selbst leichte Stromverletzungen können noch Stunden später zu Herzrhythmusstörungen führen. Deswegen unbedingt den Notruf auslösen.

[TK]

Links

www.dlrg.de
www.malteser-kurse.de
www.malteser.de
Wichtige Erste-Hilfe-Links: www.drk.de

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