Liebe neben dem Studium

Keine Zeit für den Partner?

published: 03.05.2006

Wer viel lernen muss, kann seinen Partner leicht vernachlässigen (Foto: shutterstock.com/lassedesignen) Wer viel lernen muss, kann seinen Partner leicht vernachlässigen (Foto: shutterstock.com/lassedesignen)

Die Uni: Sie gilt als beste Flirt-, Beziehungs- und Heiratsbörse. Jede Menge Partys und Gelegenheiten, in der Mensa, der Bibliothek oder der Vorlesung Leute kennen zu lernen. Doch kaum ist der Traumpartner gefunden, holt die Liebeshungrigen der harte Unialltag ein, sie nehmen Abschied von ihrer Freizeit und fragen sich: Gibt es eine Liebe neben dem Studium?

Das Problem: Idealerweise sollen Studierende heutzutage leistungsstark, mobil und schnell mit dem Studium fertig sein. Gefordert werden Auslandsaufenthalte, Praxiserfahrung und Zusatzqualifikationen. Da bleibt kaum noch Zeit für eine Partnerschaft. Kein Wunder also, dass eines der häufigsten Probleme an der Uni – neben Prüfungsängsten und Depressionen – Konflikte mit dem Freund oder der Freundin sind.

Die Frage: Die vorgegebenen Aufgaben des Studiums lassen sich kaum reduzieren, aber die Uni darf nicht alleiniger Lebensinhalt sein. Daher ist es wichtig zu lernen, das Privatleben und die Beziehung als positiven Ausgleich bewusst zu integrieren, um Stress abzubauen und Kraft zu tanken. Wie bekommt man also das Lernen für die Uni und die Beziehung unter einen Hut?

Herz und Hirn - verliebte Studenten müssen diese beiden Bereiche des Lebens versöhnen (Foto: Public Address)Herz und Hirn - verliebte Studenten müssen diese beiden Bereiche des Lebens versöhnen (Foto: Public Address)

Liebe auf der Kippe
Anzeichen einer belasteten Beziehung sind fehlende Toleranz und Fürsorge für den anderen. Fragt der Partner noch, wie der Tag war, ob es mit dem Lernen vorangeht oder ob es finanzielle Probleme gibt? Wenn die körperliche Nähe abnimmt und die Kommunikation nachlässt, ist das immer ein Warnsignal. Spätestens dann solltet ihr euch Gedanken machen, ob und wie die Partnerschaft noch zu retten ist.

Tipp: Die meisten Unis bieten psychologische Beratungsstellen, die auch in Beziehungsfragen Hilfestellung leisten!

Uni- und Freizeitmanagement
Auch wenn es komisch klingt: Freizeit ist genauso planbar wie das Lernen, denn freie Zeit wird sich nicht von selbst einstellen. Es ist wichtig, rechtzeitig den richtigen Umgang mit den Anforderungen des Studiums und den eigenen Bedürfnissen zu proben. Im späteren Berufsleben werdet ihr schließlich ähnlichen Problemen gegenüberstehen. Ohne eine gute Organisation und klare Regeln geht gar nichts.

Definiert zunächst schriftlich eure Ziele für das Studium und eure privaten Ziele. Für die Partnerschaft kann das so lauten: ein gemeinsames Hobby, ein Kurzurlaub in den Semesterferien, mehr Zeit zum Kuscheln, Klönen oder gemeinsam Ausgehen. Erstellt dann einen Zeitplan in dem ihr nicht nur eure Pflichten, sondern auch privaten Dinge berücksichtigt. Also nicht nur: für die Klausur lernen, Bücher in der Bibliothek ausleihen – sondern auch: Kino oder romantische Stunden zu zweit!

Ungestört Lernen
Wann ist es sinnvoll, ungestört büffeln zu können, und wo könnt ihr den Partner ins Lernen integrieren? Müsst ihr alleine lesen oder auswendig lernen, ist es empfehlenswert, dafür zum Beispiel in die Bibliothek zu gehen. Konzentriert zu arbeiten, spart Zeit ein, die ihr dann wiederum privat nutzen könnt. Mit dem anderen im Rücken lernt es sich nicht nur schlecht, es können auch Spannungen und Aggressionen entstehen. Setzt euch jedoch zusammen hin, wenn es ums Abfragen, Vortragen oder „laut Denken“ geht.

Mit liebevollen Aufmerksamkeiten kannst du dem Partner eine Freude machen (Foto: Public Address)Mit liebevollen Aufmerksamkeiten kannst du dem Partner eine Freude machen (Foto: Public Address)

Eine Beziehung braucht Pflege
Wenn ihr mal wenig Zeit füreinander habt, können euch kleine Rituale durch Krisenzeiten retten. Entwickelt daher eure eigenen Liebesbeweise und Gewohnheiten, um Nähe herzustellen und eure Beziehung bewusst zu pflegen. Das können kleine Zettel sein, die ihr euch heimlich in die Bücher steckt, kurze SMS oder auch das mittägliche Treffen in der Mensa. Aber verwechselt Rituale bloß nicht mit Routine! Wichtig: Ich solltet mindestens eine Sache in eurer Freizeit regelmäßig gemeinsam machen, die nichts mit dem Studium zu tun hat. Zusammen joggen, Musik machen, eine Sprache lernen oder euch als Hobbyköche betätigen.

Auch wenn ihr der Meinung seid, der Partner liebe euch auch ohne Worte, nutzt eure Zeit für intensive Gespräche. Sprecht miteinander, wie ihr eure Probleme in den Griff bekommen könnt. Wichtig dabei ist, dass ihr die euch beide betreffenden Entscheidungen trotz Zeitmangels immer gemeinsam fällt - sei es ein Auslandsaufenthalt, das Treffen der Lerngruppe in der gemeinsamen Wohnung oder die Planung der Semesterferien.

[Melanie Eberlein]

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