Lernen während der Ausbildung

Alles rund um die Berufsschule

published: 21.05.2006

Die Berufsschule ist eine der beiden Säulen der dualen Ausbildung (Foto: auremar/shutterstock.com) Die Berufsschule ist eine der beiden Säulen der dualen Ausbildung (Foto: auremar/shutterstock.com)

Was sagt das Gesetz?

Das Berufsbildungsgesetz der Bundesrepublik Deutschland sieht ein so genanntes "Duales Berufsausbildungssystem" vor. Das bedeutet: Auszubildende werden an zwei Lernorten ausgebildet. Die Berufsschule ist eine der beiden Säulen der dualen Ausbildung, die andere ist betriebliche Ausbildung. Während deiner Berufsausbildung vermittelt dir die Schule bestimmte Inhalte (allgemeinbildende und fachtheoretische), die in einem Lehrplan bzw. Rahmenplan des jeweiligen Bundeslandes festgeschrieben sind.

Die Berufsschule ist eine Teilzeitschule mit wöchentlich acht bis zwölf Stunden Unterricht, das hängt unter anderem von deinem gewählten Beruf und dem Ausbildungsjahr ab. Es kann auch sein, dass die Unterrichtszeit zu mehrwöchigen Unterrichtsblöcken zusammengefasst wird. Das ist häufig bei Ausbildungsberufen mit nur sehr wenigen Auszubildenden der Fall.

Es existieren auch Berufsschulen mit "handlungsorientiertem Unterricht". Hier gibt es Lehrwerkstätten, in denen zusätzlich Praxisunterricht gegeben wird. Das hängt natürlich wieder vom Beruf ab. Das gemeinsame Ziel von Berufsschule und Ausbildungsbetrieb ist es, dir die entsprechenden Fertigkeiten und Kenntnisse zu vermitteln, welche dem Ausbildungsziel entsprechen. Dieses Ziel wurde vorher in deinem Ausbildungsvertrag festgehalten.

Die Berufsschule bzw. deine gesamte Ausbildung schließt mit einer Prüfung vor einer "zuständigen Stelle" ab. Bei uns in Deutschland sind das beispielsweise die Industrie- und Handelskammer (IHK), die Handwerkskammer (HWK) oder die Rechtsanwaltskammer.




Muss ich die Berufsschule besuchen?

Für Azubis gilt in der Berufsschule Anwesenheitspflicht. Das bedeutet, der Unterricht ist nicht freiwillig sondern du musst hin – egal, ob du Lust hast oder nicht. Dein Ausbilder ist sogar verpflichtet darauf zu achten, dass du in die Berufsschule gehst.

Die Zeit in der Berufsschule gilt grundsätzlich als Arbeitszeit. Es gibt jedoch unterschiedliche Regelungen für Jugendliche bis 17 Jahre und Erwachsene ab 18.

Und: Wenn die Berufsschule erst um neun Uhr oder später beginnt, kann man von dir verlangen, noch vorher in den Betrieb zu kommen. Beginnt die Berufsschule früher, dann musst du morgens nicht hin.




Mach was draus!

Viele sehen die Berufsschule als Erholung vom stressigen Betriebsalltag und nehmen den Unterricht nicht ernst. Das ist ein großer Fehler. Viele Unternehmen schauen verstärkt auf die Berufsschulnoten ihrer Azubis und auch für eine spätere Bewerbung gilt: Die Konkurrenz schläft nicht! Du solltest versuchen alles mitzunehmen, was dir in der Berufsschule angeboten wird. Hier hast du die Chance, dich nicht nur fachlich auf das Berufsleben vorzubereiten, sondern viele Dinge zu üben, für die du später eventuell teure Seminare besuchen musst.

• Lerne eigenständig und in der Gruppe Themen zu erarbeiten.
• Lerne Präsentationen vorzubereiten und durchzuführen.
• Übe frei zu sprechen.
• Lerne Hand-outs herzustellen und eigne dir Kenntnisse über die gängigen PC-Anwendungsprogramme an.
• Vergleiche deine eigenen Kenntnisse aus der Praxis mit den Lehrbüchern und stelle eventuell gezielt Fragen bei deinen Fachlehrern, denn Lernen bedeutet auch eigenständiges Denken. Du musst nicht alles eins zu eins übernehmen, wie es dir im Betrieb beigebracht wurde.
• Erfahre etwas über die Arbeitsweisen und Organisationsformen anderer Betriebe. Frage also deine Mitschüler aus: So bekommst du ein rundes Bild von der realen Arbeitswelt!
• Nutze Angebote der Schule: Viele Berufsschulen bieten dir Zusatzqualifikationen an. Diese sind freiwillig, dafür aber kostenlos. Warum nicht ein Extrazertifikat für Fachenglisch mitnehmen?
• Lass dir bei den Prüfungsvorbereitungen helfen und sprich Unsicherheiten immer sofort an. Deine Lehrer geben dir gerne Auskunft zu Fragen rund um den erfolgreichen Abschluss. Und dafür ist die Berufsschule schließlich da – dich bis zur bestandenen Abschlussprüfung zu begleiten.

[TK]

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