Nickelallergie

Wenn Modeschmuck juckt

published: 31.05.2006

Auch Piercings können Allergien auslösen (Foto: Viktoriia Vyshnevetska/shutterstock.com) Auch Piercings können Allergien auslösen (Foto: Viktoriia Vyshnevetska/shutterstock.com)

Eigentlich trägt Antje ihre Kette schon seit vier Monaten. Ihr Freund hat ihr den silbernen Anhänger in Herzform geschenkt. Doch in den letzten Tagen juckt ihre Haut am Dekolleté und ist stark gerötet. Antje ist sich sicher: Er liebt sie, doch von der Kette muss sie sich leider verabschieden – Nickelallergie!

Allergien nehmen immer mehr zu. Das gilt besonders für das Schwermetall Nickel. Jeder kommt regelmäßig damit in Berührung, denn Nickel ist nahezu überall im Alltag zu finden. Doch nur manche reagieren darauf sensibel.

Kontakt meiden

Bei einer Kontaktallergie reagiert die Haut, wenn sie mit einem bestimmten Material in Berührung kommt. Nickel ist der häufigste Auslöser für so eine Allergie. Dein Immunsystem reagiert auf diesen körperfremden, aber eigentlich ungefährlichen Stoff. Es kann sein, dass dein Körper erst nach Monaten, beispielsweise beim Tragen von Schmuck, auf diesen reagiert. Diese "verzögerte Immunreaktion" ist dann lokal begrenzt auf diese bestimmte Kontaktstelle. Deine Haut rötet sich, juckt, nässt oder bildet Bläschen - es kommt zu einem Ekzem. Auch kann die Haut in der Umgebung anschwellen. Wenn der Kontakt mit dem Nickel weiter besteht, kann das Ekzem chronisch werden - deine Haut wird trocken, schuppt und es entstehen schmerzhafte Risse.

Metall ist überall

Der häufigste Verursacher einer solchen Kontaktallergie ist nickelhaltiger Schmuck, meist Modeschmuck. Egal, ob Ohrstecker, Ringe, Ketten oder Piercings: wenn deine Haut reagiert – raus damit. Vorsicht mit billigem Schmuck aus dem Urlaub! Viele Länder kontrollieren die Nickelfreisetzung von Produkten nicht.

Auch Metallknöpfe und Reißverschlüsse an deinen Klamotten, Brillengestelle, Armbanduhren, Münzen und sogar Schuhe, Zahnspangen, Türklinken, Schlüssel oder Scheren können eine Nickelallergie auslösen. Sogar in Silber und Weißgold kann in der Legierung Nickel enthalten sein, bis zu 20 Prozent. Leider ist das Metall auch in Leitungswasser, Lebensmitteln, Zigarettenrauch und manchmal in Kosmetik zu finden. Die Liste lässt sich noch beliebig erweitern.

Mädels aufgepasst!

Mädchen müssen sich häufiger mit einer Nickelallergie rumplagen, das hat einfache Gründe. Viele tragen bereits in jungen Jahren Halsketten oder Ohrstecher. Da Kinderhaut besonders empfindlich ist, findet hier meist schon die Sensibilisierung mit dem Nickel statt. Die Folge: Auch geringe Mengen an Nickel können dann eine Reaktion auslösen. Besonders bei jungen Frauen mit ohnehin überempfindlicher Haut.

Sommerzeit - Allergiezeit

Wenn du viel schwitzt, kann es schneller zu einer Allergie kommen. Daher treten viele Nickelallergien besonders im Sommer auf. Der Grund: Schweiß kann den Nickel aus Hosenknöpfen oder Schmuck schneller herauslösen, deine Haut reagiert leichter allergisch.

Nickelfrei – geht das?

Wenn du unter einer Nickelallergie leidest, solltest du auf jeden Fall den Kontakt mit dem auslösenden Stoff vermeiden. Da dies am häufigsten Modeschmuck ist, ist der Bösewicht meist schnell ertappt. In der Apotheke gibt es einen billigen Test um festzustellen, ob dein Schmuck oder andere Gegenstände Nickel freisetzten oder nicht.

Auch du kannst dich beim Hautarzt testen lassen, ob bei dir die Gefahr einer Nickelallergie besteht. Bevor du dich für ein Piercing entscheidest, solltest du dich also absichern. Ist die Allergie erst einmal da, kann dein Arzt nur die Symptome lindern, etwa mit Salben, die den Juckreiz stillen.

Nickel im Essen

Auch in vielen Nahrungsmitteln sind Nickel und Nickelsalze enthalten. Wenn du bereits eine Nickelallergie hast, kann es sein, dass du auf bestimmtes Essen empfindlich reagierst. Diese Liste ist ebenso lang wie die der nickelhaltigen Materialien, wie Schokolode, Getreide, Hülsenfrüchte, schwarzer Tee, Margarine, Erdnüsse, Lakritze und vieles mehr. Du siehst, Nickel ist als Spurenelement in unserer Nahrung weit verbreitet. Daher kannst du dich unmöglich völlig "nickelfrei ernähren".

Aber auch bei der Zubereitung von Lebensmitteln kann Nickel ins Essen kommen. Vielleicht reagierst du allergisch auf euer Kochgeschirr? Edelstahl ist nämlich eine Mischung aus Chrom, Nickel und Stahl. Probier es lieber mit Glas- oder Römertöpfen bzw. Töpfen aus Emaille. Verwende nur Küchenmesser aus rostfreiem Stahl, sowie Essbesteck aus Silber oder Plastik. Konservendosen solltest du meiden. Vorsicht mit Fertiggerichten und beim Essen im Restaurant.

Noch ein Tipp:

Lasse das Wasser aus dem Hahn einige Sekunden laufen, bevor du es verwendest, denn auch Wasserhähne können Nickel enthalten. Ebenso geben manche Wasserkocher mit Heizspirale und Tauchsieder Nickel ans erhitzte Wasser ab.

Eine nickelarme Diät ist selten ratsam, denn sie kann negative Folgen haben und andere Erkrankungen nach sich ziehen, wie Verdauungsstörungen oder Vitaminmangel. Eine nickelarme Diät muss immer vom Arzt verordnet und in Absprache mit ihm durchgeführt werden. Wenn du jünger als 15 bist, besteht ganz besonders die Gefahr einer Fehlernährung. Frage also in jedem Fall erst deinen Hausarzt!

[TK]

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