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Legal aber lebensgefährlich!

Biodrogen

"Nach dem Genuss von pflanzlichen Drogen, sogenannten biogenen Drogen, schwebten kürzlich drei Jugendliche im Alter zwischen 14 und 16 Jahren in Lebensgefahr. Die zwei Jungen und ein Mädchen tranken einen Sud aus Blättern der Trompetenblume. Daraufhin fielen sie in eine Art Ohnmacht, wurden aber glücklicherweise noch rechtzeitig entdeckt und mit schweren Vergiftungserscheinungen auf die Intensivstationen eingeliefert. Die Polizei ermittelt nun gegen die Jugendlichen wegen des Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz."

Alles Bio – oder was?

Diese und ähnliche Meldungen sind leider immer wieder in der Zeitung zu lesen. Obwohl in vielen Broschüren vor Drogen auf pflanzlicher Basis gewarnt wird, wissen viele Jugendliche aber auch Erwachsene kaum etwas über die Gefahren und schädigen daher durch vermeintlich harmlose "Naturdrogen" ihre Gesundheit. In vielen Geschäften und auf einigen Festivals werden solche Kräuter sogar legal verkauft. Kein Wunder, dass viele daher glauben die Natur sei immer gut und unschädlich – doch das ist ein Irrtum!

Info: Biogene Drogen sind rauscherzeugende Substanzen, die aus der Natur gewonnen werden. Die Pflanzen, Pilze oder Tierprodukte dafür können meist legal gekauft oder angebaut werden. Viele der Pflanzen gelten jedoch als giftig, besonders in hohen Dosierungen können sie gefährlich werden!

Die meisten Gewürze und Gewächse mit berauschender Wirkung sind seit Jahrtausenden bekannt und wurden früher als Zauber- oder Hexenmittel zubereitet und bei rituellen Festen eingesetzt. Viele Rezepte waren bereits in Vergessenheit geraten, heute werden sie über das Internet wieder verbreitet. Doch diese Entwicklung hat Folgen.

Gefährlich und unberechenbar

Warum sind "Biodrogen" so gefährlich und unberechenbar? Die meisten pflanzlichen Grundstoffe für biogene Drogen sind legal zu kaufen und frei verfügbar, viele tummeln sich sogar im heimischen Gewürzregal – die Muskatnuss etwa ist ein Gewürz, das in großen Mengen berauscht. Wenn man diese Pflanzen, Pilze und Gewürze missbraucht, sie in zu hohen Dosierungen zu sich nimmt oder gefährliche Cocktails mit Rezepten aus dem Internet mixt, werden sie schnell zu lebensgefährlichen Drogen.

Der Begriff "Biodroge" oder "Ökodroge" gaukelt vor, dass es sich um "harmloses Zeug" handelt, besonders wenn es nicht verboten ist. Auch "Herbal Ecstasy" klingt zunächst nicht gefährlich. Dieser Eindruck täuscht! Was man nicht einschätzen kann: seine persönliche Verfassung und natürlich die Qualität der Droge. Beides ist für die Wirkung auf den Körper mitverantwortlich und lässt sich nicht vorhersagen.

Egal, ob du einfach neugierig bist, Probleme hast oder dich von deiner Clique unter Druck gesetzt fühlst – schluck nie etwas, von dem du nicht weißt, wie es auf dich wirken kann! Denn wie auch bei künstlich hergestellten Drogen drohen dir bei Naturprodukten Horror-Trips mit möglicherweise üblen Folgen.

Kein harmloser Partyspaß

Eine ganze Reihe heimischer Pflanzen und Gewürze sind legal und naturbelassen, zum Teil werden sie sogar in der Naturheilkunde genutzt, dennoch sollte man die Nebenwirkungen nicht unterschätzen. Fliegenpilz, Engelstrompete, Stechapfel, Tollkirsche, Hopfen, Goldmohn, Passionsblume oder Wunderblume sind nur einige der rauscherzeugenden Pflanzen. Je nach Art und Dosierung rufen sie Halluzinationen hervor, man fühlt sich schwindelig, benommen, erregt oder verwirrt, kann sich schlecht orientieren - im schlimmsten Fall führen sie zur Bewusstlosigkeit, bis hin zum Koma. Überdies können sie die Atmung lähmen und somit zum Tod führen.

Gering dosiert wirken einige Pflanzen beruhigend und entspannend. Doch der Gehalt des Wirkstoffes ist für Laien nicht erkennbar, die Wirkung der Pflanzen und Pilze ist grundsätzlich nicht kontrollierbar. Sie reicht von leicht veränderter Raum- und Zeitwahrnehmung bis hin zu richtigen Albträumen. Besonders gefährlich werden die Pflanzendrogen in Verbindung mit Alkohol. Im Straßenverkehr können sich Sinnestäuschungen fatal auswirken: Der Betroffene hört Stimmen, verwechselt Verkehrsampeln mit Blumen oder sieht auf der Straße Gespenster und wird so zur unberechenbaren Gefahr für andere Verkehrsteilnehmer.

Ein Fall für den Notarzt

Wenn sich auf einer Party ein Freund oder eine Freundin plötzlich eigenartig benimmt, stark geweitete Pupillen und einen schnellen Herzschlag hat, musst du auf jeden Fall einen Notarzt rufen, da dies Anzeichen für eine Vergiftung sind.

Unterschätze nicht die Gefahr von "Biodrogen", auch wenn dir andere erzählen wollen, dass es sich nur um Kräuter, Pilze und Gewürze handelt. Mach dich schlau und kläre deine Freunde über die Risiken dieser Stoffe auf! Wenn die Party im Krankenhaus endet, hat der Spaß nämlich ein Ende.

Rechtliche Konsequenzen

Fallen die pflanzlichen Substanzen unter das Betäubungsmittelgesetz – etwa Hanf, Cannabis, Mohn oder "Magic Mushrooms" – sind sie illegal und es droht eine Strafverfolgung.

[TK]

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