Dünn um jeden Preis?

Magersucht

published: 26.02.2007

Die TK klärt dich über die Anzeichen, Symptome und Gefahren der Magersucht auf. (Foto: Rostislav_Sedlacek/shutterstock.com) Die TK klärt dich über die Anzeichen, Symptome und Gefahren der Magersucht auf. (Foto: Rostislav_Sedlacek/shutterstock.com)

Reich, hübsch und berühmt: Das ist der Traum vieler Mädchen. Doch manche Stars bezahlen dafür einen hohen Preis. Lange hat es gedauert, bis Mary-Kate, einer der süßen Olsen-Zwillinge, sich zu ihrer Magersucht bekannte. Als sie endlich in eine Klinik eingewiesen wurde, wog sie nicht mal mehr 40 Kilo. Wie erkenne ich, dass der Wunsch nach einem schlanken Körper zur Sucht geworden ist?

Angst vor jedem Gramm Fett

Hast du auch schon mal gedacht: Hier und da etwas weniger an Bauch oder Hüften wäre schön? In einer Zeitschrift siehst du dann eine Diät, die tolle Erfolge verspricht. Du bist motiviert und stellst dir das Leben in der Zukunft mit einem tollen Body glanzvoll vor. Vielleicht schaffst du es sogar, ein paar Pfund abzunehmen. Doch dann sollten wieder andere Dinge in deinem Leben wichtig sein.




Wann beginnt eine Magersucht? Das ist schwer zu beantworten, denn der Übergang von einer Diät zur Magersucht ist fließend. Der Magersüchtige nimmt weiter ab, selbst wenn das Wunschgewicht bereits erreicht ist - es wird einfach ein neues Ziel gesetzt. Der Körper wird dünner und dünner, die Gesundheit steht auf dem Spiel.

Meist sind es Mädchen zwischen 14 und 25, die sich als zu dick empfinden und essgestört werden, aber auch immer mehr junge Männer leiden unter der Magersucht. Der Fachausdruck ist übrigens Anorexie oder auch Anorexia nervosa. Manche halten ausschließlich Diät, andere erbrechen das Essen anschließend wieder. Bulimie (Ess-Brech-Sucht) und Magersucht kommen oft in Kombination vor.




Wie in einem Zerrspiegel

Magersüchtige fühlen sich zu dick, obwohl sie erhebliches Untergewicht haben. Das kommt daher, dass das eigene Bild und das Empfinden vom Körper gestört sind. Sie sehen im Spiegel Speckröllchen, die nicht da sind. Das nennt man Körperschemastörung. Du musst dir das wie bei einem Zerrspiegel vorstellen: Du bist abgemagert, siehst dich aber immer noch als dick.

Viele Magersüchtige sind besonders intelligent und zielstrebig. Oft setzen sie sich selbst unter hohen Leistungsdruck – in der Schule, im Sport usw. Sie sind stolz auf ihre Disziplin beim Abnehmen, das gibt ihnen ein Gefühl von Macht über den eigenen Körper. Doch Magersucht ist eine schwere, ja, sogar lebensbedrohende Krankheit der Seele und keine Laune oder Mode. Sie muss unbedingt behandelt werden.




Schlank, aber krank

Sich den ganzen Tag mit dem eigenen Gewicht zu beschäftigen, die Krankheit vor Familie und Freunden zu verbergen – das führt zu Stress, man zieht sich zurück und wird traurig und einsam. Die Seele leidet, Depressionen bis hin zu Selbstmordgedanken sind bei der Magersucht nicht selten.

Aber auch der Körper hält das Hungern nicht lange aus. Herz und innere Organe können geschädigt werden, Stoffwechsel, Puls und Blutdruck fallen ab. Man ist müde, friert und der Darm arbeitet nicht mehr richtig. Knochen, Haare und Zähne werden angegriffen, die Muskeln machen schlapp, der Hormonhaushalt gerät aus dem Gleichgewicht – die Periode kann ausbleiben.




Ein gesundes Essverhalten?

Hast du das Gefühl, in Sachen Ernährung ganz entspannt zu sein? Oder machst du dir manchmal Sorgen, weil du dich zu intensiv mit Kalorientabellen und deiner Waage auseinandersetzt? Wenn mehrere der folgenden Aussagen auf dich zutreffen, könnte das bereits auf eine beginnende Essstörung hinweisen:

* Ich lasse häufig Mahlzeiten aus, nehme nur kleine Portionen, esse sehr langsam und ungern in Gesellschaft. Ich koche für Freunde und Familie, esse dann aber mit einer Ausrede nicht mit. Meine Gedanken kreisen den ganzen Tag ums Abnehmen.

* Ich weiß gar nicht, wie ich früher bestimmte Dinge essen konnte! Heute achte ich besonders auf den Kalorien- und Fettgehalt von Lebensmitteln. Ausgiebig studiere ich die Nährwertangaben auf der Verpackung, den Kaloriengehalt von vielen Produkten kenne ich auswendig.

* Ich benutze Abführmittel, um Gewicht zu verlieren. Sport treibe ich nur, um möglichst viele Kalorien zu verbrennen. Ich habe ein schlechtes Gewissen, wenn ich zuviel gegessen und mich zuwenig bewegt habe.

* Ich beschäftige mich viel mit meiner Figur, das Thema "Problemzonen" bequatsche ich ständig mit meinen Freunden. Eigentlich fühle ich mich zu fett. Ich trage weite Klamotten, um meine Figur zu verstecken.

* Ich glaube, dass vieles im Leben besser oder einfacher wird und ich mehr anerkannt werde, wenn ich dünner bin.




Wege zur Therapie

Es ist typisch für die Magersucht, sie über lange Zeit zu verheimlichen. Der erste Schritt ist, die Krankheit zunächst vor dir und dann vor anderen nicht mehr zu leugnen. Nur dann kann dir geholfen werden. Wende dich an deinen Hausarzt, eine spezielle Beratungsstelle – eventuell anonym im Internet – eine Selbsthilfegruppe oder einen Psychologen. Auch müssen die Ursachen der Magersucht in einer Therapie aufgedeckt werden. Eine Familientherapie kann hier zusätzlich sinnvoll sein. Denn auch die Eltern müssen lernen, wie sie mit der Krankheit umgehen sollen und dich unterstützen können.

[TK]

Links

www.magersucht.de

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