Unabhängig bleiben

Weg mit dem Glimmstängel!

published: 16.04.2007

(Foto: Public Address) (Foto: Public Address)

Dass Rauchen cool ist, glaubt doch schon lange keiner mehr, oder? Trotzdem qualmen etwa 18 Millionen Deutsche, 110.000 sterben jährlich vorzeitig an den Folgen des Tabak-Konsums. Obwohl die Risiken bekannt sind, gibt es scheinbar immer wieder Gründe für den Griff zur Zigarette. Als Auslöser nennen Jugendliche häufig, dass im Freundeskreis geraucht werde, die „Kippe“ dazu diene, die Eltern zu provozieren und das sie sich beim Rauchen cooler und erwachsener fühlen würden.

Ich bestimme selbst
Eine Untersuchung der Europäischen Union hat ergeben, dass gefährdete Kinder tendenziell weniger selbstbewusst und weniger leistungsfähig in der Schule sind und sich in ihrer sozialen Lebenswelt weniger wohl fühlen. Demzufolge ist eine Zigarette im Mund anscheinend eher Ausdruck von Schwäche als von Coolness. Wer selbstbewusst und unabhängig sein möchte, sollte ruhig den Mut beweisen, seine eigene Wahl zu treffen.

Nicht zu rauchen bedeutet auch, seinen Körper gut zu behandeln, den eigenen Willen zu behalten und auch mehr Geld für Freizeitbeschäftigungen ausgeben zu können. Besonders sportliche Betätigungen stellen eine tolle Alternative zum Rauchen dar. Wer aktiv ist, lernt viele Leute kennen, sieht gesund aus und gewinnt so bestimmt mehr Selbstsicherheit als durch eine Zigarette.

Auf dem Weg zum Nichtraucher
Wenn einen die Sucht schon gepackt hat, sollte man aber auf keinen Fall die Flinte ins Korn werfen. Es lohnt sich schließlich zu jedem Zeitpunkt, dem stinkenden Laster ein Ende zu bereiten. Es gibt zwar kein Patentrezept, wie ein Ausstieg aus der Sucht gelingt. Die Entscheidung aufzuhören bedeutet jedoch den ersten Schritt zur Selbstbestimmung und sollte deshalb auch ganz und gar allein getroffen werden.

Erste Schritte
Ist man sich sicher, sollte man sich gut auf die nun folgende Zeit vorbereiten. Sämtliche Rauch-Utensilien wie Aschenbecher, Feuerzeuge und Zigaretten haben daheim nichts mehr zu suchen, also raus damit, am besten direkt in den Mülleimer. Es hilft auch, die Familie und Freunde zu informieren, so dass einem keine Zigaretten angeboten werden. Weiterhin kann man sich mit Obst und Gemüse eindecken, das man schnell in den Mund stecken kann, wenn die Schmacht zu groß wird.

Hilfe von außen
Wissenschaftlich belegte Hilfsmodelle liefern vor allem verhaltenstherapeutische Maßnahmen. Kombiniert mit Nikotinersatzmitteln wie Kaugummis, Pflastern oder Lutschtabletten weisen sie eine Erfolgsquote von etwa 35 Prozent auf. Das Geheimnis dieses Ansatzes liegt darin, sowohl die körperliche als auch die psychische Abhängigkeit zu bekämpfen. Nicht alle Raucher sind in gleichem Maße vom Nikotin abhängig, so haben einige nur geringe oder gar keine Entzugserscheinungen, während andere sehr stark leiden. Der psychischen Sucht lässt sich entgegenwirken, indem man neue Verhaltensmuster eintrainiert.

Raus aus dem Trott
Bei vielen Rauchern ist die Zigarette nach dem Essen ein besonders festgesetztes Ritual. Wer sich dieser Bedeutung bewusst ist, kann nun ein neues Ritual finden, mit dem er das Rauchen ersetzt. So runden ein Stück besonderes Obst, ein warmer Tee oder ein kleiner Spaziergang eine Mahlzeit genauso "schön" ab wie die Zigarette dies vermeintlich für den Raucher schafft.

Wer nach Lebenslagen sucht, in denen eine Zigarette eine ähnlich rituelle Funktion erfüllt, wird auf verschiedene Situationen stoßen. Vielleicht denkt man im Zuge der Nikotinentwöhnung auch einmal über eingefahrene Verhaltensweisen nach. Wie könnte man den Alltag etwas beleben, was wollte man schon immer einmal machen? Um sich abzulenken, sollte man aktiv werden und mehr unternehmen als sonst.

Macht Nichtrauchen dick?
Einige Raucher behaupten, Rauchen mache schlank. Diese These stimmt so allerdings nicht. Raucher haben aufgrund der höheren Stressbelastung einen höheren Kalorienverbrauch. Wer aufhört, sollte deshalb darauf achten, das fehlende Nikotin nicht durch Essen zu ersetzen sondern lieber öfter ein großes Glas Wasser trinken. Nach einiger Zeit stellt sich der Stoffwechsel des Körpers um, bis dahin schadet es nicht, das eigene Gewicht etwas im Auge zu behalten und sich fettarm und ballaststoffreich zu ernähren.

Wie schnell regeneriert sich der Körper?
Die Amerikanische Krebsgesellschaft untersuchte die gesundheitlichen Verbesserungen nach einem Rauchstopp. Bereits nach 20 Minuten sinken Puls und Blutdruck auf normale Werte, nach acht Stunden sinkt der Kohlenmonoxid-Spiegel im Blut und der Sauerstoff-Spiegel steigt auf eine normale Höhe. Schon nach 24 Stunden beginnt das Herzinfarktrisiko zu sinken und nach zwei Tagen verbessern sich der Geruchs- und Geschmackssinn.

Ungefähr nach zwei Wochen bis zu drei Monaten stabilisiert sich der Kreislauf wieder und die Lungenfunktion verbessert sich. Nach ein bis neun Monaten wird die Lunge allmählich gereinigt und nach fünf Jahren ist das Lungenkrebsrisiko schließlich um 50 Prozent reduziert.

[Franzisca]

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