Wann ist eigentlich die natürliche Erntezeit von Möhren, Gurken, Kohl und Co.? (Foto: Public Address) Wann ist eigentlich die natürliche Erntezeit von Möhren, Gurken, Kohl und Co.? (Foto: Public Address)
Saisonkalender

Obst und Gemüse von nebenan

Wer saisonal und regional erzeugte Lebensmittel einkauft, tut einerseits seinem Körper und andererseits seinem Geldbeutel einen Gefallen. Doch nicht nur das: Auch Nicht-Gourmets werden den feinen Unterschied zwischen erntefrischem und Gewächshaus-Gemüse schmecken, denn Pflanzen, die zu "ihrer Zeit" geerntet werden, sind besonders frisch und haben mehr Vitamine.

Wer sich öfter einmal auf dem heimischen Markt umsieht, fördert außerdem nicht die langen LKW-Transporte aus fernen Ländern und den Energieeinsatz von beheizten Glashäusern. Gleichzeitig brauchen Lebensmittel, die zu einer "unnatürlichen" Jahreszeit geerntet werden, auch mehr Chemikalien, um so schier und glatt auszusehen, dass sie unser Auge ansprechen.

Wann welches Obst oder Gemüse bereit zur Ernte ist, erfährst du im Saisonkalender von Pointer.
Der Frühling belebt die heimische Küche
Im Frühling erwacht die Natur langsam aus ihrem tiefen Winterschlaf und mit ihr melden sich eine ganze Reihe einheimischer Gewächse zurück: So sind zum Beispiel verschiedene Kohlsorten wie Weißkohl und Wirsing typische Frühlingsgerichte, genau wie Spinat und weißer Spargel. Auch Brennesseln und Löwenzahn lassen sich diesen Monaten ernten und für Salate oder Tee verarbeiten.

Wer gerne Obst isst, aber auf importierte Waren verzichten möchte, hat im späten Frühling endlich wieder eine tolle Auswahl an frischem Obst: Neben Äpfeln und Birnen gibt es nun auch Erdbeeren, Süß-Kirschen und Stachelbeeren.

Sommerliche Vitaminspritzen
Ab Ende Juni geht es in der Botanik sehr lebhaft zu. Der Gemüsemarkt um die Ecke bietet dir neben Brokkoli und Blumenkohl auch Bohnen, Erbsen, Gartensalate und Gurken. Weiterhin lassen sich nun problemlos Kohlrabi und Lauch, Mangold, Möhren, Radieschen und Zucchini erstehen. Im Spätsommer stoßen auch Fenchel und Tomaten zum dem bunten Mix einheimischer Erzeugnisse.

In der Obstabteilung tummelt sich in der warmen Jahreszeit so ziemlich alles, was das Herz begehrt: Äpfel, Birnen, Zwetschgen, Mirabellen, Süß- und Sauerkirschen sowie Pflaumen. Weiterhin gibt es eine große Auswahl an verschiedenen Beeren: Johannisbeeren, Erdbeeren, Himbeeren, Stachelbeeren, Brombeeren, Holunderbeeren und Heidelbeeren.

Reiche Auswahl im Herbst
Der Herbst ist in Deutschland die ertragreichste Jahreszeit und bietet die größte Auswahl an örtlichen Produkten. So hast du die Qual der Wahl zwischen Blumenkohl, Brokkoli, Fenchel und Kohlrabi. Weiter gibt es Lauch, Pastinaken, Rosenkohl, Rotkohl, Weißkohl, Chinakohl, Spinat und Zucchini. Für den Salat eignen sich beispielsweise Gurken, Gartensalate, Radieschen und Tomaten. Zu Halloween kommt der Kürbis zum Zug, und auch winterliche Gerichte wie Grünkohl und Steckrüben haben bereits Saison.

Der Obstgarten liefert ein reichhaltiges Vitaminbuffet, welches neben Heidelbeeren, Himbeeren, Holunderbeeren, Johannisbeeren, Preiselbeeren und Sanddornbeeren auch Äpfel, Birnen, Pflaumen, Quitten, Schlehen und Zwetschgen bereit hält. Der Herbst ist weiterhin die perfekte Erntezeit für Esskastanien, Haselnüsse und Walnüsse.

Von wegen karger Winter
Kaum zu glauben: In den kalten, ungemütlichen Wintermonaten von Dezember bis Februar gibt es trotz kahler Natur ein kleines aber feines Angebot an heimischem Obst und Gemüse. Typische Wintergerichte wie Grünkohl und Rotkohl, aber auch Steckrüben und Sauerkraut geben verlockende Mahlzeiten ab. Auch Lauch, Pastinaken, Sprossen, Rosenkohl, Weißkohl und Wirsing dürften in der eisigen Jahreszeit angeboten werden. Wer Lust auf etwas Frisches hat, sollte sich einmal nach dem Wintergericht Feldsalat umsehen.

Zwar ist die heimische Obstauswahl in dieser Periode auf eingelagerte Äpfel und Birnen beschränkt, allerdings lassen sich die mageren Zeiten auch gut mit Trockenobst überbrücken.

Und das gibt es immer
Ganzjährig kannst du übrigens Zwiebeln, Möhren und Kartoffeln erstehen, die sich bei dunkler, kühler und trockener Lagerung über einen langen Zeitraum halten. Auch der Champignon gehört zu dem Repertoire, auf das man als Koch das ganze Jahr nicht verzichten muss. Und wer doch einmal Lust auf etwas Exotisches hat, braucht nur einen Flug in den Süden zu buchen oder in den Supermarkt um die Ecke zu schauen...

[Franzisca]