Stress mit den Geschwistern

Verbündeter Rivale

published: 15.06.2007

Nur weil man dieselben Eltern hat, muss man noch lange nicht einer Meinung sein (Foto: Air Images/shutterstock.com) Nur weil man dieselben Eltern hat, muss man noch lange nicht einer Meinung sein (Foto: Air Images/shutterstock.com)

"Mann, Du nervst!" Mit diesem Kommentar schlägt Hanna wütend die Tür ihres Zimmers zu, nachdem ihr kleiner Bruder Mark nun schon seit einer halben Stunde "Anklopfen und Wegrennen" spielt. Das macht er jedes Mal, wenn Hanna Besuch von ihren Freundinnen hat, und treibt sie damit zur Weißglut. Wie manche Leute es nur schön finden können, Geschwister zu haben? Hanna jedenfalls könnte sich wunderbar vorstellen, allein mit ihren Eltern zu leben. Oder würde ihr eventuell doch etwas fehlen? Die Techniker Krankenkasse gibt euch Tipps, wie man leichter mit seinen Geschwistern auskommt.

Streit mit Geschwistern ist normal
Nur weil man dieselben Eltern hat, muss man noch lange nicht einer Meinung sein. Nicht jeder hat das Glück, in seinem Bruder oder seiner Schwester einen Seelenverwandten zu finden. Experten haben herausgefunden, dass zwei ganz normale Geschwister etwa die Hälfte ihrer gemeinsamen Zeit im Streit liegen. Anlässe für Stress gibt es genügend: unterschiedliche Interessen, Macht- und Geschlechterkämpfe, Altersunterschiede und Rivalitäten. Genau genommen sind Geschwister sogar zum Streiten da, denn wo sollte man das sonst lernen?

Kleine Störenfriede
Manchmal kommt es einem so vor, als ob der kleine Bruder oder die jüngere Schwester den ganzen Tag nichts anderes tut, als sich neue Ärgernisse auszudenken. Ständig platzt er oder sie ins Zimmer herein, will spielen oder einfach überall dabei sein. In der Regel ist das gar nicht böse gemeint. Die Älteren sind für die Kleinen eine Art Vorbild, die ihnen zeigen, wie es geht. Eigentlich finden die Jüngeren es meist toll, was man macht, und sie möchten gerne genauso sein.

Es bringt also wenig, richtig sauer zu werden oder Brüderchen bzw. Schwesterchen ernsthaft auszuschimpfen. Besser ist es zu erklären, warum man gerne alleine sein möchte. Sind die Geschwister allerdings noch zu klein, um das zu verstehen, kann man einen "Deal" mit ihnen aushandeln: Erst eine halbe Stunde spielen, dafür müssen sie einen später in Ruhe lassen.

Problemzone großer Bruder oder große Schwester
Auch ältere Geschwister können einem gehörig auf den Geist gehen: Sie wissen alles besser, behandeln einen wie ein Baby und tun total erwachsen. Außerdem dürfen sie viel mehr. Vielleicht möchten die Älteren einen aber auch nur beschützen, was doch eigentlich ganz nett ist, oder? Natürlich stört das manchmal, aber im Grunde zeigt es nur, wie wichtig man für den anderen ist. Wenn der große Bruder oder die große Schwester zu sehr in die Intimsphäre eingreifen, hilft ein ruhiges Gespräch meist weiter, in dem man erklärt, dass man auch seine eigenen Bereiche braucht. Schließlich wollen die Großen umgekehrt ja auch nicht alles erzählen.

Dass ältere Geschwister mehr dürfen, ist ganz normal. Als sie jünger waren, gab es für sie sicher auch mehr Verbote. Im Normalfall profitieren die kleinen Geschwister meist sogar davon, dass die Großen schon für gewisse Dinge mit den Eltern "gekämpft" haben. So sind Eltern beim ersten Kind oft ängstlicher als beim zweiten. Also: Ruhig zurücklehnen und den Älteren die Vorarbeit machen lassen!

Zoff unter Gleichaltrigen
Hat man Geschwister, die etwa im selben Alter sind, birgt das viel Konfliktpotenzial. Man hat eventuell dieselben Freunde, geht in dieselbe Klasse und hat ähnliche Interessen. Wenn einem der andere allzu sehr auf den Keks geht, hilft es, sich beispielsweise unterschiedliche Hobbys zu suchen. Auch feste Regeln können Wunder wirken. Das kann bestimmte Tabus und Rechte betreffen oder Rückzugsräume. Definiert diese Regeln gemeinsam, sodass beide mit dem Ergebnis zufrieden sind.

Wofür sind Auseinandersetzungen gut?
Klar ist es nervig, ständig mit der Schwester oder dem Bruder im Clinch zu liegen, aber in einem gewissen Maße ist Streiten sogar nützlich. Man lernt, sich durchzusetzen, voneinander abzugrenzen und Gefühle zu zeigen. In einer gesunden Auseinandersetzung kann man sich sozusagen für später erproben. Denn nicht nur im Elternhaus muss man Kompromisse schließen, um Entschuldigung bitten oder auch einfach einmal die Eigenheiten des anderen akzeptieren.

Geschwister zu haben, bringt auch Vorteile
Es kann sich auch als sehr nützlich erweisen, nicht das einzige Kind zu sein. Im Streit mit den Eltern erweist es sich nämlich oft als sehr hilfreich, einen Verbündeten zu haben. Bei Problemen, die man den Eltern nicht erzählen möchte, kann ein Bruder oder eine Schwester einen manchmal sogar besser verstehen, immerhin kennt man sich ja ziemlich gut.

[TK]

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