Stimmbruch

Huch, hier quietscht´s!

published: 12.09.2007

Während des Stimmbruchs klettert die männliche Stimme die Tonleiter manchmal bis zu eine Oktave hinunter (Foto: Public Address)Während des Stimmbruchs klettert die männliche Stimme die Tonleiter manchmal bis zu eine Oktave hinunter (Foto: Public Address)

Janoschs kleine Schwester Janina stört: Ständig kommt sie in sein Zimmer, klaut Sachen und will mit ihm spielen. Irgendwann ist der Dreizehnjährige so genervt, dass er sie anschreit: "Wenn Du nicht sofort aus meinem Zimmer verschwindest, schmeiße ich Dich selbst raus!" Huch, war das gerade seine Stimme, die da so mädchenhaft gequietscht hat? Janina steht in der Tür und kichert.

Janosch läuft rot an und dreht sich verlegen um, ausgerechnet jetzt fängt sein Stimmbruch an! Zum Glück ist dieses Phänomen völlig normal und dauert in der Regel auch nicht sehr lange. Die Techniker Krankenkasse erklärt, was beim Stimmwechsel im Körper passiert.

Was passiert beim Stimmbruch?
In der Pubertät entwickelt sich der Körper vom Kind zum Erwachsenen – also vom Mädchen zur Frau oder vom Jungen zum Mann. Dabei verändert man sich nicht nur äußerlich, sondern auch die Stimme nimmt merklich eine andere Tonlage an. Vor allem bei Jungs wird dieser Prozess sehr deutlich, da ihre Stimme manchmal bricht und einen etwas quietschigen Ton erzeugt.

Verursacht wird der Stimmbruch durch das männliche Geschlechtshormon Testosteron. Es steuert, dass der Hals des Jungen länger wird und mit ihm auch der Kehlkopf. Der Winkel des Kehlkopfes verschiebt sich und er tritt an der Vorderseite des Halses heraus. Diese gut sichtbare Erhöhung wird auch Adamsapfel genannt.

Die so genannten Stimmlippen oder auch Stimmbänder liegen etwa in der Mitte des Kehlkopfes und messen vor dem Stimmbruch etwa zwölf bis 13 Zentimeter. Während der Pubertät wachsen sie mit dem Kehlkopf und verlängern sich um bis zu einen Zentimeter. Gleichzeitig werden sie auch dicker. Durch diese Veränderungen schwingen die Stimmbänder weniger miteinander, sodass die Stimme tiefer wird.

Warum bricht die Stimme?
Während des Stimmbruchs sinkt die Stimme eines Jungen um eine ganze Oktave. Natürlich wachsen die Stimmlippen aber nicht gleichmäßig und auch die Muskeln der Stimmbänder brauchen ein wenig Zeit, um sich an die neuen Gegebenheiten anzupassen. In dieser Phase kann es passieren, dass Töne verzerrt und leicht "quäkig" klingen. Es scheint dann so, dass der Junge beim Sprechen zwischen seiner alten "Kinderstimme" und der neuen "Männerstimme" hin- und her springt.

Wann der Stimmbruch und wie lange dauert er?
Bei Jungs beginnt der Stimmbruch zwischen elf und 16 Jahren. Zwar wachsen die Stimmbänder danach auch noch bis zu zehn Millimeter weiter, allerdings sind diese minimalen Veränderungen dann nicht mehr so deutlich zu hören. Bei einigen Jungs vollzieht sich diese Veränderung jedoch auch sehr langsam und die Stimme wird fließend tiefer. In der Regel dauert der Stimmbruch ein paar Monate, manchmal auch bis zu einem Jahr. Komplett ausgebildet ist die männliche Stimme aber erst zwischen dem 25. und 30. Lebensjahr.

Haben auch Mädchen einen Stimmbruch?
Ja, auch eine Mädchenstimme verändert sich zwischen dem zehnten und 15. Lebensjahr zur Frauenstimme, allerdings ist der Wandel nicht so extrem wie bei Jungs. Die weiblichen Stimmbänder wachsen während des Stimmbruchs nämlich nur ein bis drei Millimeter, sodass die spätere Frauenstimme nur kaum merklich tiefer klingt.

[TK]

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