Lass dich von Aphrodisiaka verführen. Die Lustmacher sind nach der griechischen Liebesgöttin Aphrodite benannt (Foto: shutterstock.com/HighKey) Lass dich von Aphrodisiaka verführen. Die Lustmacher sind nach der griechischen Liebesgöttin Aphrodite benannt (Foto: shutterstock.com/HighKey)
Redaktionelle Anzeige
Natürliche Lustmacher

Aphrodisiaka

Im Namen der Aphrodite


Sie sollen deine Libido beleben, dich empfänglicher für erotische Reize machen, dich das Liebespiel intensiver erleben lassen: Aphrodisiaka. Aphrodite, der Sage nach aus dem Schaum einer Muschel geboren, ist die griechische Göttin der Liebe und Schönheit. Von ihr erhielten die Lusterzeuger ihren Namen.

Unter Aphrodisiaka versteht man bestimmte Nahrungsmittel oder Substanzen, denen diese anregende Wirkung nachgesagt wird. Der Handel mit den Lustmachern boomt. Dabei musst du nicht etwa in Apotheken oder Drogerien viel Geld lassen, denn der Supermarkt um die Ecke bietet bereits genügend Produkte, um die Liebe aufzupeppen. Die Finger lassen solltest du allerdings von Alkohol. Der wirkt nachweislich zwar enthemmend, aber nicht anregend. Bereits 0,5 Promille können darüber hinaus bei Männern zu Erektionsproblemen führen, so Mediziner.

Lust aus dem Gemüseregal

Die Liste der aphrodisierenden Nahrungsmittel ist lang: Austern, Kaviar, Trüffel, Tomaten, Spargel, Gurken, Feldsalat, Karotten, Paprika, rohe Eier, Kokosnüsse, Haselnüsse und ein wenig geriebene Muskatnuss sollen die Lust wecken. Zwiebeln, Knoblauch, Sardellen, Rettich, Chili, Pfeffer und Senf machen angeblich "scharf". Feigen, Schokolade, Erdbeeren, Zimt oder Bananen versüßen zärtliche Stunden und Petersilie, Bohnenkraut, Anis, Nelken, Ingwer, Salbei, Sellerie und Ginseng sollen den Hunger nach Liebe ebenfalls anregen.

Leider konnte die Wirkung bei all diesen Produkten bislang nicht wissenschaftlich nachgewiesenen werden. Die eventuell empfundene Luststeigerung könnte also lediglich ein Placebo-Effekt sein. Das hieße, die Aphrodisiaka wirken nur in unserer Phantasie.




Mythologie und Aberglaube

Aphrodisiaka haben eine lange Geschichte. In allen Kulturen werden seit jeher bestimmte Gewürze, Pflanzen- oder Tierbestandteile im Dienste der sexuellen Lust zubereitet und verzehrt. Aus der Rinde des Catuaba-Strauches brauten die Indianer im brasilianischen Regenwald einen Tee, der angeblich erotische Träume bescherte. Bereits die Mayas haben Damiana-Blätter geraucht oder als Tee getrunken. Noch heute findet das Extrakt der südamerikanischen Pflanze in verschiedenen Mitteln Verwendung. In den peruanischen Anden wird die Maca-Pflanze als potenzsteigerndes Nahrungsmittel verwendet. Das "Potenzholz" Muirapuama wird noch immer aus der Rinde eines südamerikanischen Baumes gewonnen und aus dem Ölkäfer Cantharis vesicatoria stellt man seit dem Altertum die bekannte "Spanische Fliege" her. Das darin enthaltene Nervengift Cantharidin soll die Durchblutung im Genitalbereich steigern.

Liebe und Tierschutz

Bis heute müssen in vielen Kulturen etliche Tiere ihr Leben im Dienste der menschlichen Lust lassen. In asiatischen Ländern schwört man auf Nashornpulver, verarbeitet Regenwürmer zu Schnaps, verzehrt Penis und Hoden von Hirschen und Robben, trennt Haifischen die Flossen ab und opfert Tigerfleisch, Schlangen und bestimmte Käferarten der Potenz von Männern. Dabei verstoßen die Händler immer wieder gegen die Artenschutzverordnung, da zahlreiche dieser Tierarten bedroht sind. Was alles noch trauriger macht: Diese Tierprodukte, die für viel Geld verkauft werden, sind nach Meinung vieler Ärzte völlig unwirksam.

Anregende Wirkung

Die als Aphrodisiaka ausgewiesenen Substanzen haben unterschiedliche Wirkungen auf unseren Körper, die als "anregend" umschrieben werden können. Manche fördern die Durchblutung, andere entspannen, steigern die Empfindsamkeit oder wirken harntreibend, wie zum Beispiel Petersilie, Fenchel oder Zwiebeln. Andere biochemische Erklärungen findet man etwa bei Trüffeln, welche Androstenol, einen Bestandteil des Männerschweißes, enthalten. Austern wiederum werden durch den hohen Zinkgehalt favorisiert, denn Zink ist wichtig für die Produktion und die Mobilität der männlichen Spermien. Die meisten Nahrungsmittel enthalten einfach Vitamine oder Eiweiß in konzentrierter Form und wirken somit kraftspendend. Manche besitzen Aromastoffe, die unsere Sinne anregen und so die Lust wecken sollen.

Symbolkraft

Warum aber werden bestimmten Dingen sexuell anregende Kräfte zugeschrieben? Der Granatapfel beispielweise war schon in der Antike ein Symbol für Fruchtbarkeit. Banane, Avocado oder Spargel dürften aufgrund ihrer Form bestimmte Assoziationen hervorrufen. Bei Gewürzen gilt: Was scharf ist, macht auch scharf! Kräuter und Gewürze mit einem hohem Vitamin- und Mineralstoffgehalt machen uns auch liebestechnisch fit. Bei tierischen Produkten glaubt man bis heute, dass die Eigenschaften eines Tieres beim Verzehr auf den Esser übergehen. Erstrebenswerte Vorbilder: Das Nashorn widmet der Begattung etwa vier Stunden und der Tiger vollzieht diese mehrmals hintereinander. Der angenommene Effekt von Kaviar, Austern und rohen Eiern geht auf die Legenden von Helden wie Casanova zurück, der bevorzugt diese Speisen verzehrte.

Mit der Lust handeln

Pflanzliche Aphrodisiaka werden in Sex-Shops, Drogerien, Apotheken und im Internet in Massen angepriesen. Die meisten enthalten nur geringe Wirkstoffmengen und sind daher wahrscheinlich unwirksam. Konzentriertere Präparate sind rezeptpflichtig oder nur in der Apotheke erhältlich.

Doch Vorsicht: In höheren Dosen kann so mancher Inhaltstoff gesundheitsschädlich sein. Cannabis, Tollkirsche, Spanische Fliege oder Stechapfel mögen zwar eventuell stimulierend wirken, sind aber auch gefährlich und können hochdosiert sogar tödlich sein. Yohimbin, ein Extrakt aus der Rinde des afrikanischen Yohimbebaumes, kann das Herz zum Rasen bringen und den Blutdruck extrem senken. Bufotenin, ein Bestandteil des Fliegenpilzes, der aus einer südamerikanischen Giftkröte gewonnen wird, ist dafür bekannt, starke Halluzinationen hervorzurufen. In Deutschland ist der Handel mit halluzinogenen Substanzen verboten. Daher solltest du nie auf privat gehandelte oder zweifelhafte, oft illegal im Internet verkaufte Produkte hereinfallen.

Bei Ginseng ist die Wirkung auf unsere Lust bis heute nicht nachgewiesen. Die äußerst beliebte Pflanze wird weltweit in größeren Mengen verkauft als sie angebaut wird. Oftft bezahlt man daher teures Geld für billige Fälschungen.

Liebe geht durch den Magen

Ein selbstgekochtes Liebesmahl, das alle Geruchs- und Geschmacksnerven anregt, ist immer noch das beste Aphrodisiakum. Denn was ist erotischer als ein sinnliches Dinner zu zweit? Startet euer Liebesmenü mit Austern, gefolgt von einem gut gewürzten scharfen Chili. Als Dessert empfiehlt sich eine Kreation aus Schokolade, Vanille, Zimt und einem Hauch Chili oder Ingwer. Natürlich müsst ihr an die anregende Wirkung auch glauben. Denn das größte Sexualorgan ist immer noch der Kopf!

[Melanie Eberlein]

AphrodisiakaLustmacherAphrodisiakumanregendstoffstoffelibidoAphroditestimulierenderotisch